Veranstaltungen - Donnerstag, 8. Juli, 19 Uhr „Internationale Kooperationen" Kuratorengespräch mit Elsy Lahner (Gast im Deutsche Börse Residency Program)
In der Arbeit von Kuratorinnen und Kuratoren spielen internationale Kooperationen eine wesentliche Rolle. Sie arbeiten meist mit Künstlerinnen und Künstlern aus verschiedenen Ländern zusammen, realisieren Ausstellungen in oder gemeinsam mit internationalen Ausstellungshäusern und Galerien und kooperieren oft auch projektbezogen mit Kolleginnen und Kollegen.
Residence-Programme auf künstlerischer wie kuratorischer Seite dienen dem internationalen Austausch und fördern die Vernetzung von Strukturen.
Wie und unter welchen Voraussetzungen findet ein Kunst- und Wissenstransfer im internationalen Kontext statt? Welche Dynamiken und Modalitäten werden dabei relevant? Welche Unterschiede in der kuratorischen Praxis und im Umgang mit Ressourcen bestehen im internationalen Vergleich? Welche Funktion haben internationale Kooperationen im non-profit-Bereich?
Elsy Lahner berichtet anhand dieser Fragestellungen aus ihrer eigenen Praxis und stellt verschiedenste Projekte vor.
Elsy Lahner (geboren 1975 in Frankfurt a.M.) arbeitet seit 2003 als Kuratorin in Wien. Sie kuratierte verschiedene Ausstellungen u.a. seit 2006 die Ausstellungsreihe „Space Invasion"; „Into Position" (2007), Bauernmarkt, Wien; „DISPLACE- Junge Fotografie aus Wien", Frauenmuseum, Bonn.
2007 gründete sie gemeinsam mit Alexandra Grausam den Kunstverein „das weisse haus" und leitet seit 2008 mit Georg Russegger die O-sutoria Freespace Foundation (O.F.F.) in Yokohama und Wien. 2008 war sie als curator-in-residence an der Akademie der bildenden Künste in Wien.
Eintritt frei
Ort: Café im Kunstverein
Mittwoch, 14. Juli, 19.30 Uhr
Fotografie Forum zu Gast im Frankfurter Kunstverein:
„HIJACKED Volume 2: Australian and German Photography"
Buchpräsentation mit den Herausgebern, Autoren und Fotografen
Anknüpfend an den erfolgreichen Vorgängerband „Hijacked 1 - Australia and America" legen der Australier Mark McPherson und seine Mitherausgeber wieder eine umfassende fotografische Anthologie vor, die uns zwei gesellschaftlich äußerst unterschiedliche fotografische Nationen vor Augen führt.
„Hijacked 2" präsentiert die vielfältigen Talente und Sichtweisen von 32 zeitgenössischen australischen und deutschen Fotografen. Mit einem deutlichen Fokus auf jungen Fotografen, Grenzgängern und abseits des Mainstream angesiedelten Künstlern weist „Hijacked 2" vielschichtige Bildwelten auf: bewegend, provokativ, traumhaft und verstörend.
Das Buch wird in Form von laufenden Projektionen und Gesprächen zwischen den Herausgebern, Autoren, Fotografen und Verleger von „HIGHJACKED Volume 2, Australian and German Photography" vorgestellt.
„HIJACKED Volume 2: Australian and German Photography" (Juni 2010) wurde von Mark McPherson, Ute Noll und Markus Schaden im Kehrer Verlag, Heidelberg herausgegeben mit Beiträgen von Blixa Bargeld, Robert Cook, Uta Daur, Bec Dean, Anna Funder, Bill Kouwenhoven, Katja Melzer, Ute Noll und Daniel Palmer.
Die englische Ausgabe erscheint in der Big City Press, Mosman Park, Australien. Beteiligte Künstler:
Australien: Narelle Autio, James Brickwood, Michael Corridore, Andrew Cowen, Tamara Dean, Suzie Fox, Lee Grant, Derek Henderson, Rebecca Ann Hobbs, Ingvar Kenne, Bronek Kózka, Georgia Metaxas, Conor O'Brien, Polixeni Papapetrou, Louis Porter.
Deutschland: Johanna Ahlert, Natalie Bothur, Jörg Brüggemann, Thekla Ehling, Albrecht Fuchs, Jan v. Holleben, Karsten Kronas, Anne Lass, Jens Liebchen, Myriam Lutz, Julian Röder, Josef Schulz, Oliver Sieber, Ivonne Thein, Olaf Unverzart, Sascha Weidner.
Eine Veranstaltung des Fotografie Forum Frankfurt in Kooperation mit dem Frankfurter Kunstverein.
Ort: Café im Kunstverein
Eintritt frei
Sprache: Englisch
Mittwoch, 21. Juli 2010, 19 Uhr
My Theme / Vortragsreihe:
„Et in Suburbia ego? Überlegungen zum Motiv der Vorstadt in der US-amerikanischen Fotografie" mit Andreas Prinzing (Kunsthistoriker)
Im Zuge von Industrialisierung, steigendem Wohlstand und Bevölkerungswachstum kommt es in den USA der Nachkriegszeit zur rasanten Ausbreitung von Vorstädten, die sich als Agglomerationen über enorme Flächen außerhalb der Zentren größerer Städte erstrecken.
Diese in Architektur wie Ausmaß mit den deutschen Vorstädten nicht vergleichbaren „suburbs" stellen einen spezifisch amerikanischen Typus der Urbanisierung dar. Zahlreiche Untersuchungen von Soziologen und Städteplanern haben sich bereits mit der treffend als „urban sprawl" bezeichneten Entwicklung eines expansiven Ausgreifens städtischer Siedlungsstrukturen ins Umland befasst.
Während der Fokus dabei auf gesellschaftlichen und landschaftlichen Umstrukturierungs-prozessen lag, sind sie als künstlerische Inspirationsquelle und Sujet bisher kaum thematisiert worden.
Der Bildervortrag versucht hier anzusetzen und, nach einer kulturgeschichtlichen Einführung, einen ersten Überblick über die wichtigsten Vertreter eines namenlosen fotografischen Genres zu geben, deren Bildfindungen sich meist als Hybride aus Landschafts- und Architekturfotografie charakterisieren lassen.
Dabei werden das Frühwerk Dan Grahams und die dokumentarischen Werkgruppen Robert Adams' ebenso in den Blick genommen wie die zeitgenössischen Bild-inszenierungen von Gregory Crewdson. Im Mittelpunkt stehen Fragen wie:
Was für ein Bild von Stadt(rand) und Gesellschaft wird hier entworfen? An welche künstlerischen Traditionen und Kontexte knüpfen die Künstler an? Und auf welche Art und Weise findet eine kritische Auseinandersetzung mit suburbaner Alltagsarchitektur, Einwohnern, Lebensstil und den damit verbundenen Mythen des „American Way of Life" statt? Abgerundet wird der Einblick in das spannende Thema durch kleine Exkurse in die Bereiche Film, Literatur und Pressefotografie.
Andreas Prinzing, geb. 1980, hat Kunstgeschichte, Germanistik und Buchwissenschaft an der Johannes Gutenberg-Universität in Mainz studiert und kürzlich seine Magisterarbeit zum Thema „Picturing Suburbia - Die US-amerikanische Vorstadt im Spiegel der Fotografie 1965-1975" geschrieben. Nebenbei arbeitet er im Führungsteam der Kunsthalle Mainz.
Ort: Café im Kunstverein
Eintritt frei
Ausstellungen
Sven Johne: Berichte zwischen Morgen und Grauen
bis 25. Juli 2010
Sven Johne (geb. 1976, Rügen) verfolgt einen konzeptuellen Ansatz der dokumentarischen Fotografie: Wie ein investigativer Reporter nähert er sich gesellschaftlichen Phänomenen, recherchiert deren Hintergründe, sucht Schauplätze auf und beginnt sie zu dokumentieren.
Dabei entstehen Fotos, Texte, Videos und Archivsammlungen, die hinsichtlich ihrer Authentizität und ihres Beweischarakters hinterfragt werden.
Oft sind es kleine Meldungen und Randnotizen aus der lokalen Presse - beispielsweise zu Selbstmorden, Schiffsuntergängen oder Amokläufen - die Sven Johne zur Spurensuche veranlassen. Wie unter einem Brennglas lässt er individuelle Schicksale oder einen außerordentlichen Einzelfall zu Porträts des gesellschaftlichen Status Quo werden.
Johnes zyklisch angelegte Arbeiten verschmelzen Fiktion mit Wirklichkeit: Nicht der Wahrheitsgehalt der Berichte ist entscheidend, sondern das, was erzählt wird in Relation zur Welt. Die Elemente seiner Arbeiten fungieren als scheinbare oder echte Beweise von Einzelschicksalen, die wiederum Manifestationen sozialer, wirtschaftlicher und politischer Konstellationen sind.
Zur Ausstellung ist ein Werkkatalog erschienen mit Beiträgen von Werner D'Inka, Jens Kastner und Catrin Lorch, herausgegeben vom Frankfurter Kunstverein im Verlag Revolver Publishing by VVV, Berlin. Preis: 19,50 € (für Mitglieder: 15 €)
Kuratoren: Lilian Engelmann, Holger Kube Ventura
Deutsche Börse Photography Prize 2010
bis 25. Juli 2010
Im Rahmen der Ausstellung der vier Finalisten des „Deutsche Börse Photography Prize 2010" zeigt der Frankfurter Kunstverein Arbeiten der FotokünstlerInnen Anna Fox, Zoe Leonard, Sophie Ristelhueber und Donovan Wylie.
Der „Deutsche Börse Photography Prize" ist eine internationale Auszeichnung für zeitgenössische Fotografie. Er wird jährlich von der Photographers' Gallery in London an einen Fotokünstler beliebiger Nationalität vergeben, der im Vorjahr einen bedeutenden Beitrag zur Fotografie in Europa geleistet hat.
Die ausgestellten Arbeiten verdeutlichen die Vielfalt zeitgenössischer Fotografie und ihrer Ansätze und Methoden: Den Einfluss von Kriegskonflikten auf Architektur und Landschaft in Europa und dem Nahen Osten zeigen die Arbeiten der diesjährigen Preisträgerin Sophie Ristelhueber.
Ihre Bilder sind Zeugnisse der Spuren, die die Gewalt des Krieges an Menschen und Landschaften hinterlässt.
Anna Fox enthüllt in ihren Fotografien mithilfe von Beobachtungen und Tagebucheinträgen ein oft grotesk anmutendes Bild des britischen Alltags. Ansichten urbaner Architektur sind das Thema von Zoe Leonards Bildern.
Diese versteht sie einerseits als persönliche Bestandsaufnahme, andererseits aber auch als intensive Auseinandersetzung mit dem Medium der Fotografie selbst.
Donovan Wylie befasst sich mit der Geschichte Irlands nach dem Ende des Nordirlandkonflikts. Als einziger Fotograf hatte er die Erlaubnis, das Gefängnis Maze bei Belfast zu fotografieren - ein Ort, der zum Synonym für den nordirischen Konflikt wurde und dessen Abriss er systematisch dokumentierte.
Die Ausstellung des „Deutsche Börse Photography Prize 2010" wird von der Photographers' Gallery, London in Kooperation mit dem Frankfurter Kunstverein realisiert.
Zur Ausstellung ist ein Katalog erschienen mit Beiträgen von Michael Bracewell, David Brittain, Mark Cousins und Brion Fer sowie Vorworten von Reto Francioni (CEO, Gruppe Deutsche Börse) und Brett Rogers (Direktorin The Photographers' Gallery) herausgegeben von The Photographers' Gallery. Preis: 19,50 € (für Mitglieder: 15 €)
Kuratorin: Stefanie Braun (The Photographers' Gallery, London)
Projekt-Display MOTHER: Siw Umsonst
29. Juni - 11. Juli 2010
Eröffnung: Montag, 28. Juni, 20 Uhr
Videokunst und Film bilden ab Ende Juni den Ausgangspunkt für das Schaufenster „Projekt-Display MOTHER" des Frankfurter Kunstvereins in der B-Ebene Dom/Römer. Unter neuer Regie werden im Wechsel jeweils montags, in einem Rhythmus von zwei Wochen, unterschiedliche Künstler und Künstlerinnen neue oder alte Arbeiten zeigen.
Den Rahmen für die Präsentation bildet die Gestaltung des Fensterdisplays durch einen Künstler/Künstlerin für einen Zeitraum von zwei Monaten. Die erste Gestaltung des Projekt-Displays übernimmt Christine Moldrickx.
Das Projekt-Display MOTHER wird organisiert von Aleksandra Bielas, Daniela Kneip Velescu und Lisa Sträter.
Ausstattung: Martin Wenzel
Projekt-Display MOTHER: Chris Kraus
Display: Christine Moldrickx
13. Juli - 25. Juli 2010
Eröffnung: Montag, 12. Juli, 20 Uhr
Projekt-Display MOTHER: Roza Janiszewska/Aleksandra Bielas
Display: Christine Moldrickx
27. Juli - 8. August 2010
Eröffnung: Montag, 26. Juli, 20 Uhr
Deutsche Börse Residency Program
Das „Deutsche Börse Residency Program" ist eine Initiative des Frankfurter Kunstvereins, die dank der Unterstützung der Gruppe Deutsche Börse umgesetzt werden konnte. Im zweiten Stock des Frankfurter Kunstvereins gelegen, bietet die Residenz ein Appartement als Wohn- und Produktionsstätte für internationale KünstlerInnen, KuratorInnen und KunstvermittlerInnen.
Sie dient der Integration unserer Gäste in das Programm des Kunstvereins und in das kulturelle Leben der Stadt Frankfurt im Allgemeinen. Kultureller Austausch, künstlerische Produktion und Bildung stehen im Zentrum dieser ganz speziellen Initiative.
Im Juli sind die Kuratorin Elsy Lahner aus Wien und die Künstlerinnen Zsuzsanna Ardó (London, UK) und Carol Wainio (Ottawa, Kanada) zu Gast im Frankfurter Kunstverein.
Kalender
Donnerstag, 1. Juli, 17.30 Uhr
Öffentliche Führung: "Sven Johne: Berichte zwischen Morgen und Grauen" und "Deutsche Börse Photography Prize 2010"
Donnerstag, 8. Juli, 19 Uhr
Kuratorengespräch: "Internationale Kooperationen" mit Elsy Lahner (Gast Deutsche Börse Residency Program)
Sonntag, 11. Juli, 16.30 Uhr
Öffentliche Führung: "Sven Johne: Berichte zwischen Morgen und Grauen" und "Deutsche Börse Photography Prize 2010"
Dienstag, 13. Juli, 18 Uhr
Kuratorenführung: "Sven Johne: Berichte zwischen Morgen und Grauen" mit Lilian Engelmann
Mittwoch, 14. Juli, 19.30 Uhr
Buchpräsentation: "HIGHJACKED Volume 2: Australian and German Photography"
Donnerstag, 15. Juli, 18 Uhr
Kuratorenführung: "Deutsche Börse Photography Prize 2010" mit Stefanie Braun
Mittwoch, 21. Juli, 19 Uhr
My Theme/ Vortragsreihe: "Et in Suburbia ego? Überlegungen zum Motiv der Vorstadt in der US-amerikanischen Fotografie" von Andreas Prinzing (Kunsthistoriker)
Sonntag, 25. Juli, 16.30 Uhr
Öffentliche Führung: "Sven Johne: Berichte zwischen Morgen und Grauen" und "Deutsche Börse Photography Prize 2010"
Julia Wittwer und Stefanie Spiegelhalder
Frankfurter Kunstverein
Steinernes Haus am Römerberg
Markt 44
D-60311 Frankfurt am Main
Tel. +49 (0)69 219 314 0
Fax. +49 (0)69 219 314 11
post@fkv.de
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Öffnungszeiten: Di-So: 11-19 Uhr
Öffentliche Führungen: 1. und 3. Do im Monat, 17.30 Uhr; 2. und 4. So im Monat, 16.30 Uhr, oder nach Vereinbarung.

