Julia Kristeva wurde 1941 in Bulgarien geboren, sie lebt und arbeitet seit 1966 in Frankreich. Julia Kristeva ist Literaturtheoretikerin, Schriftstellerin, Psychoanalytikerin, Semiologin und Essayistin. Seit 1973 hat sie an der Universität Denis Diderot einen Lehrstuhl inne.
In ihrem Denken steht sie Roland Barthes oder Jacques Lacan nahe und steht somit in der Tradition des Neo-Strukturalismus. Aus ihrer wissenschaftlichen
Laufbahn zwischen Frankreich und den USA ging ein umfangreiches theoretisches Werk hervor, das darauf abzielt Politik und Intimes miteinander zu versöhnen.
Kristevas Schriften zur Linguistik und zur Sprache prägten die poststrukturalistische Diskussion mit, vor allem durch ihre Mitarbeit an der literaturkritischen Zeitschrift Tel Quel. Beeinflusst wurde sie dabei u.a. von der Freud‘schen und Lacan‘schen Psychoanalyse, dem russischen Formalismus (sie spielte eine Mittlerrolle und machte Michail Bachtin in der französischen intellektuellen Szene bekannt) und dem Hegelianismus.
Neben ihrer Forschungstätigkeit hat Kristeva eine Reihe von Romanen veröffentlicht. Schon in den frühen 1970ern untersuchte Kristeva die „weibliche Identität im Patriarchat“.
Wegen ihrer Nähe zur Psychoanalyse wurde Kristeva aber von Teilen der feministischen Literaturwissenschaft kritisiert. In jüngerer Zeit hatten ihre Arbeiten Einfluss auf die Theorien der Gender Studies, wobei sie aber das Etikett „feministisch“ von sich wies.
Werke (Auswahl)
> Die Chinesin. Die Rolle der Frau in China, Ullstein, Frankfurt/M. 1982
> Powers of horror. An essay on abjection, New York 1982
> Die Revolution der poetischen Sprache, Suhrkamp, Frankfurt/M. 1999
> Fremde sind wir uns selbst, Suhrkamp, Frankfurt/M. 2001
> Geschichten von der Liebe, Suhrkamp, Frankfurt/M. 2002
> Das weibliche Genie. Das Leben, der Wahn, die Wörter, Philo-Verlag, Berlin
1. – Hannah Arendt, 2001
2. – Melanie Klein, 2005
3. – Colette, franz. Fayard, 2002; engl. Columbia University Press, 2005
> Schwarze Sonne. Depression und Melancholie, Brandes & Apsel, Frankfurt/M. 2007
Auszeichnungen
> 1987: Ritter des Ordre des Arts et des Lettres
> 1989: Henry-Hertz-Preis
> 1991: Ritter des Ordre national du Mérite
> 1995: Ehrendoktor der Western Ontario University
> 1997: Ritter der Ehrenlegion
> 1997: Ehrendoktor der Victoria-Universität an der Universität von Toronto
> 1998: Mitglied der American Academy of Arts and Sciences
> 1999: Ehrendoktor der Harvard University
> 2000: Ehrendoktor der Freien Universität Brüssel (ULB)
> 2000: Ehrendoktor der Universität Bayreuth
> 2000–2001 am Institut Universitaire de France
> 2000: Ehrendoktor der Universität von Toronto
> 2002: Mitglied der British Academy, London
> 2002: Ehrendoktor der Universität Sofia
BIOGRAFIE
> 2002: Mitglied der Académie Universelle des Cultures
> 2003: Ehrendoktor der New School University
> 2004: Der Internationale Holberg-Preis
> 2006: Hannah-Arendt-Preis für politisches Denken
6. März 2011 | 11:30 Uhr
Renaissance-Theater
Julia Kristeva
Existiert eine europäische Kultur?
Reflexion über Ränder und Zentren
Vortrag der Linguistin, Philosophin und Psychoanalytikerin
Einführung: Joachim Sartorius
In französischer Sprache mit Simultanübersetzung
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