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hervorragend gespielt und grandios fotografiert

Jetzt im Kino - DIE LIEBE DER KINDER - Reifes Erstlingswerk von Franz Müller um Liebesentwürfe zweier Generationen

Die alleinerziehende Maren lernt den alleinerziehenden Robert übers Internet kennen und lieben. Die Bibliothekarin gibt den Job auf und zieht mit Tochter Mira, 17, ins Haus von Robert und Sohn Daniel, 16. Anfangs läuft in der Patchwork-Familie alles harmonisch.

Als Maren die Kinder im Bett erwischt, gerät ihr Leben aus dem Tritt. Verschärft wird die Situation, als Mira und Daniel die Schule aufgeben und auswandern wollen. Maren flüchtet sich in eine Affäre mit ihrem Verleger. Robert ist frustriert.

KRITIK:

Reifes Erstlingswerk von Franz Müller um Liebesentwürfe zweier Generationen, hervorragend gespielt und grandios fotografiert.

Nach eigenen Angaben interessierten Regisseur und Drehbuchautor Franz Müller, der mit Hauptpreisen in Schwerin und Biberach ausgezeichnet wurde, die unterschiedlichen Erwartungen und Glücksvorstellungen von Teenagern und Erwachsenen an die Liebe.

Im Film geht das Surfen in diesem unbekannten Universum, von den allein erziehenden Eltern Maren (Marie-Lou Sellem) und Robert (Alex Brendemühl) aus. Die Bibliothekarin und der Baumschneider treffen sich nach Internet-Kontakt, Maren gibt den Job auf und zieht mit Tochter Mira, 17 (Katharina Derr), ins Haus von Robert und Sohn Daniel, 16 (Tim Hoffmann).

Anfangs läuft alles in der Patchwork-Familie harmonisch. Als Maren die Kinder im Bett erwischt, gerät ihr Leben aus dem Tritt. Verschärft wird die Situation, als Mira und Daniel die Schule aufgeben und auswandern wollen.

Wie Müller die Krisensymptome der Älteren und die spontane Hingabe der Jüngeren inszeniert, steht in der Tradition ähnlich erwachsener und reifer deutscher Filme wie "Sommer '04", weil alle Figuren mit Verständnis gezeichnet werden.

Die Paare stehen vor der Suche nach dem "normalen" bzw. "richtigen" Leben, von Maren, die eine Affäre mit ihrem Verleger beginnt, über Daniel, der bedingungslos Mira folgt, bis zu Robert, der mit Ohnmacht und Toleranz kämpft.

Müller gönnt den Jüngeren ein offenes Ende, den Älteren nach Trennung einen Neuanfang. In kurzen prägnanten Szenen spielen sich zwischen Düsseldorf und Köln Szenen vom Drängen der Frauen und Fragen nach dem Glück ab, die als "Irgendwas fehlt immer" beantwortet werden, aber nicht desillusionierend, sondern erfahrungsbejahend.

Glänzend gespielt von den vier Hauptdarstellern, vor allem Sellem (seit "Winterschläfer" endlich wieder im Kino zu sehen), die zwischen Torschlusspanik und Schockstarre pendelt, und Brendemühl, den man als markanten Synchronsprecher kennt.

Ein großes Lob gilt der meisterlichen Kameraarbeit von Christine A. Maier ("Nordrand", "Free Rainer"), die zu den Besten ihres Fachs zählt und unter anderem "Esmas Geheimnis" (Goldener Bär 2006) und "Zwischen uns das Paradies" (2010) aufnahm. ger.

Drama - Deutschland 2009
FSK: Freigegeben ab 12 Jahren - 86 Min. - Verleih: 2Pilots (Real Fiction)

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