ANDY EMLER MEGAOCTET
Andy Emler gründete sein MegaOctet 1989. Seitdem gehörten dem Großensemble bis heute 60 Musiker aus der ersten Reihe der französischen Jazzszene an. Mit der in Münster gastierenden Besetzung begeisterte das MegaOctet bei der 25. Ausgabe des belgischen Gaume Jazzfestivals Kritik und Publikum Mitte August des letzten Jahres.
"...eine druckvolle, nicht selten humorvolle Melange aus Jazz, Rock, E- und Weltmusik. Diese Mini-Bigband gleicht mit Musikern wie Laurent Dehors, Eric Echampard, Philippe Sellam und François Verly einem who is who und somit einer Bestandsaufnahme des aktuellen französischen Jazz. Die meisten Mitglieder leiten nebenher eigene Ensembles und sind selbst Komponisten - eine Tatsache, die der schreiberischen, aber auch der Proben-Arbeit Emlers entgegenkommt und vieles erleichtert. 2009 feiert das MegaOctet sein 20-jähriges (!) Bestehen. (...) Das Klangbild ist heute ein anderes als in den Anfangsjahren: Mit Keyboards, E-Bass und Gitarreanfangs mehr elektrisch ausgerichtet, spielt das Oktett heute vollkommen akustisch. Geblieben aber sind die unbändige Spiellust und der Freigeist Andy Emlers."
DEUTSCHLANDRADIO KULTUR
"A laboratory for some of the mostbeautiful, daring and inventive playingtoday."
ANDRÉ FRANCIS
Preisträger des in Frankreich verliehenen europäischen Jazzpreises "Djangod’Or" 2008 in der Kategorie "Live-Musik": Andy Emler MegaOctet
"Living European music of the early 21stcentury!" ANDY EMLER
10. Januar 19.30 Uhr
Uwe Kropinski und Joe Sachse
Uwe Kropinski und Joe Sachse veröffentlichten 2008 eine gemeinsame Duo-Aufnahme. Seit fast 30 Jahren spielen die beiden im schon legendären Quartett „Doppelmoppel“ zusammen mit dem Posaunisten-Duo Conny und Hannes Bauer (1986 brachten die Vier beim 8. Jazzfestival Münster den „Weißen Saal“ der Halle Münsterland zum Kochen). Herausgekommen ist ein von der Kritik gefeiertes Duo-Album, das die Qualitäten der beiden so unterschiedlichen Gitarren-Virtuosen überzeugend überbringt.
"Was nun in dieser Duo-Studiosession mit dem etwas verkrungelten Titel „Uwe Kropinski/Joe Sachse - Hey Joe/Hey Uwe“ passiert, ist (...) so etwas wie eine Demonstration all dessen, was sie allein oder in anderen Gruppen so meist nicht spielen konnten. Das heißt: Was vertraut und immer da ist, ist das Musikantische, das im besten Sinne Verspielte, das wunderbar bewahrte Staunenkönnen, das scheinbar Naive, das demonstrativ Unphilologische, Unelitäre und Unhermetische, kurz: das Ehrliche, das Unkorrumpierte, das Bauchige. (...) Beide lieben die Gitarre(n). (...) Dieses Duo-Album ist ein Segen..."
ALEXANDER SCHMITZ
Kropinski und Sachse „...jetzt zu zweit auf der schönsten Gitarrenplatte, die der Jazz in den letzten mindestens zehn Jahren hervorgebracht hat. Während E-Gitarristen heute eher geklont als ausgebildet zu werden scheinen, sind individuelles Spiel und Zusammenspiel der beiden, ihre Konsonanz und ihre Arbeitsteilung, ihre feinen, überraschenden Klangwelten absolut einzigartig und vorerst nicht klonbar. Beide haben einen stark perkussiven Zugang zu ihrer Musik, anarchistische Freude an Hochgeschwindigkeitsfingern und Korpusklopfen, Saitengeräuschen und Forschungen in den Frequenzräumen ihrer Instrumente, und sie spielen unnachahmlich fugenlos zusammen. Und das ABC der Gitarre ist für sie ein gekalauertes Motiv für eines ihrer witzigen Stücke." FRANKFURTER RUNDSCHAU
10. Januar 2010, um 21 Uhr
„suite africaine“: Romano / Scalvis / Texier (F)
Das Trio Romano/Sclavis/Texier ist das All-Star-Trio des französischen Jazz. Seit sie in den 90er Jahren ihre gemeinsamen Afrika-Reisen unternahmen, haben sie ihre musikalischen Begegnungen mit den Musikerinnen und Musikern des „schwarzen“ Kontinents verarbeitet und mit dem Hintergrund ihrer eigenen europäischen Tradition zu einem ganz eigenen Klang verschmolzen, der berührend, faszinierend und unwiderstehlich zugleich ist.
Kein „Afro“-Jazz, stattdessen Afrika-Impressionen dreier führender europäischer Improvisatoren, die (...) zu einer Einheit ohnegleichen zusammengewachsen sind. Die Musik kann swingen und marschieren, rocken und frei ausbrechen, sie vereint Folkanleihen und expressive Improvisationen. Allein der Zusammenklang des Trios ist ein Genuss, die nachvollziehbaren Soloeinlagen nicht minder.“
FONO FORUM - DAS KLASSIK-MAGAZIN
„Die drei Franzosen gehören zu den Besten auf ihren Instrumenten in Europa und lassen sich heute mehr von Musik aus Afrika beeinflussen als von Trends in den Vereinigten Staaten.“
KULTUR SPIEGEL
„Afrika-Hommage voller Esprit (...). Anfang der 90er Jahre hatten der Klarinettist Louis Sclavis, der Bassist Henri Texier und der Schlagzeuger Aldo Romano eine Idee: Sie wollten eine Tournee durch Afrika spielen, die nicht nur die vermögenden Schichten erreicht. So beschlossen sie sich einfach auf den Weg zu machen und dort zu spielen, wo es ihnen gerade gefiel. Die erste Reise führte sie 1990 durch sechs, die zweite 1993 durch sieben verschiedene Länder, konzertiert wurde auf Marktplätzen, in Gemeindesälen und Stadthallen. (...) Trotz karger Besetzung gelingt den Unkonventionalisten ein dicht gewebtes Netzwerk humorvoller und virtuoser Klangassoziationen ohne ethnische Anbiederung, voller Esprit und musikalischer Hingabe.“
STEREOPLAY
„Die Ausbeute reicht von Songs mit volksliedartigen Melodien bis zu peitschenden Trance-Tänzen. Die Drei verzichten auf Ethno-Gimmicks und bleiben ihrer intensiven europäischen Tonsprache treu. Auch der Klang geht unter die Haut.“
AUDIO
„Erneut folgen Louis Sclavis (Klarinette, Sax), Aldo Romano (Drums) und Henri Texier (Bass) afrikanischen Pfaden. Ohne auch nur ein Mal in romantische Plattitüden abzugleiten, gelingt dem Trio ein Stimmungsbild voller Wärme. Es ist die bewusste Reflexion der Erfahrung Afrikas aus europäischer Perspektive.“ STEREO
Infos unter www.jazzfestival-muenster.de
Über das Jazz-Festival Münster:
Das JazzFestival Münster ist die größte wiederkehrende Musikveranstaltung der Stadt und gehört in Deutschland zu den herausragenden Festivals der Jazzlandschaft. Es findet alle zwei Jahre statt (jeweils am ersten Januarwochenende in jedem ungeraden Jahr) und wird veranstaltet vom Kulturamt der Stadt Münster mit Unterstützung der Partner und Förderer des Festivals.
Chick Chorea, Don Cherry, Ornette Coleman, Carla Bley, John McLaughlin, Chet Baker, James „Blood“ Ulmer, Michel Petrucciani und Jacky Terrasson sind nur einige der Stars, die im Laufe der Festivalgeschichte auf den münsterschen Bühnen standen und das Publikum begeisterten. Im Laufe der Jahrzehnte haben sich die programmatischen Schwerpunkte des Festivals gewandelt. Charakteristisch ist zwar nach wie vor die Orientierung am zeitgenössischen Jazz. Fritz Schmücker, der künstlerische Leiter des Festivals, konzentriert sich aber bei seiner Suche nach aktueller Musik und neuer Kreativität in der Jazzlandschaft bereits seit Jahren auf Jazz aus Europa – natürlich ohne dabei den Blick für außereuropäische Strömungen zu verlieren.
So ist das Programm heute eine Mischung aus bekannten Jazzgrößen, vielen klanglichen Überraschungen und spannenden Newcomern. Das Festival hat sich zu einem internationalen Who-is-Who des unbekannten Jazz entwickelt, darunter jeweils viele Deutschland-Premieren. Die programmatische Handschrift folgt dem Prinzip einer „Ästhetik der Brüche“, wie es Fritz Schmücker nennt. Das heißt nichts anderes, als dass der Ablauf des umfangreichen Programms einer inszenierten Dramaturgie folgt, in der den Zuhörerinnen und Zuhörern jeweils eine ganz andere Spielart des aktuellen Jazz geboten wird.
Die Publikumsresonanz ist eindrucksvoll. So ist das Festival seit Mitte der 90er Jahre immer schon vor Beginn ausverkauft. Jeweils über 4000 Besucherinnen und Besucher sorgen für vollbesetzte Ränge in den Städtischen Bühnen der Stadt Münster – und für euphorische Festival-Stimmung. Die gute Atmosphäre, die familiäre Stimmung vor und hinter der Bühne und das dramaturgisch ausgefeilte Programm machen das Festival zu einem unvergesslichen Kulturereignis.
Das Jahr 2009 ist Jubiläumsjahr. 1979, vor 30 Jahren, startete die Studierendenvertretung der Universität Münster das Internationale Jazzfestival Münster. Beim 22. Internationalen Jazzfestival Münster vom 9. bis 11. Januar 2009 sind Musikerinnen und Musiker aus fast ebensoviel Nationen wie Auftritten vertreten - ein Indikator für die programmatische Ausrichtung des Jubiläumsfestivals. „Standen in den Jahren zuvor einzelne Themen im Fokus wie die Konzentration auf ausgewählte Länder oder Regionen, habe ich mich diesmal davon leiten lassen, welche Musikerpersönlichkeiten ich vorstellen möchte“, beschreibt der künstlerische Leiter, Fritz Schmücker, seinen Ansatz für das kommende Festival.

