Ganz lässig mit selbst designten Turnschuhen
Man muss seine Werke nicht mögen, die können einem zu bunt, zu überladen zu populär sein, aber James Rizzi, den Künstler, den mag man gleich. Unbefangen schlenderte der Amerikaner am Donnerstagabend bei der Vernissage seiner Ausstellung „Enjoy“ durch die Räume in der Düsseldorfer Kö-Galerie. Ein zerknautschter Hut auf dem Kopf, gekleidet im grauen Anzug mit einer Mohnblüten-Krawatte und Turnschuhen im Rizzi-Look lässt er sich in den Ausstellungsräumen von einigen Pop-Art-Fans ablichten. „Die Schuhe habe ich selber gestaltet“, erzählt der New Yorker. Dass sie deshalb einiges Wert sind und jemand ihm die knöchelhohen Stoffschuhe von den Füßen reißen könnte, glaubt er allerdings nicht: „Hey, ich komme aus Brooklyn, so schnell kann man mich nicht bestehlen.“
Auch sonst ist der Mann „easy“ und man glaubt ihm sofort, dass ihm für seine Arbeit nur eines im Vordergrund steht: eine Menge Spaß. Das sieht man den 374 - allesamt bunten - Bildern, die bis zum 31. Dezember in der Kö-Galerie, Königsallee 60, ausgestellt werden, an. „Die Besucher gehen in eine Rizzi-Ausstellung und sind hinterher gut drauf“, sagt Bastian Langer, der vor kurzem die Agentur „Popular Art“ gegründet hat, die vor allem auf populäre Kunstausstellungen spezialisiert ist.
Mit seinem letztes sechsmonatigen Siebdruck-Projekt „Inflation can’t touch this“ in 16 Farben auf einer 10-Euro-Bank-note hat Rizzi nicht nur ein einmaliges Werk geschaffen, sondern Weitblick bewiesen: Nach langen Verhandlungen mit der Europäischen Zentralbank (einem Geldschein darf man nicht ohne Erlaubnis beschriften oder bemalen) und einem langwierigen Druckvorgang (keine Bank-note ist gleich groß) wurde das Geldschein-Kunstwerk exakt zur Finanzkrise präsentiert.
Gezeigt werden in Düsseldorf Werke von den 70er jahren bis heute und auch Zeichnungen, die der Künstler auf Reisen malt. Und unterwegs ist er viel, vor allem in Deutschland, denn James Rizzi ist hierzulande populär. „Die Deutschen haben ein größeres Verständnis für Kunst“, glaubt er deshalb: „Die Amerikaner interessieren sich eher für Filmstars oder bekannte Sportler, weniger für Kunst“.
Um seine Kunst hier noch bekannter zu machen, reist er gemeinsam mit dem Vermarkter und Kunstsammler Bernhard Feil viel durchs deutsche Land. „Ich war wohl schon in mehr deutschen Städten, als so mancher Deutscher“, sagt Rizzi und bekennt: „Deutsch spreche ich allerdings nicht. Ich sage den Leuten immer, ich spreche zwei Sprachen, Englisch und schlechtes Englisch.“
Der Mann, der stets mit Hut auftritt, ist morgens immer sehr enthusiastisch. In den vergangenen zwei Jahren hat er mehr auf Leinwand gearbeitet als jemals zuvor. „Das ist ein neues Territorium, das ich erforsache, aber ich mag den Prozess und die Kombination, aus Malen und Details zu fokussieren.“
Chantal Tajdel

