Die Skulpturen, Zeichnungen und Installationen der französischen Künstlerin Isabelle Cornaro (*1974) kreisen um die Organisation von Perspektiven, Abstand und Nähe und das Wechselspiel zwischen zeichenhaftem und realem Raum. Eine zentrale Rolle spielt dabei die Wahrnehmung von Landschaft und die kulturelle Überformung von Natur. Insbesondere die französischen Landschaftsparks des 18. Jahrhunderts und ihre Aufarbeitung in der Malerei dienen ihr als Ausgangspunkt für Überlegungen zu grundsätzlichen Fragen der Repräsentation und Wahrnehmung, des Verhältnisses zwischen darstellend und abstrakt.
Die raumgreifende Installation "Paysage avec poussin et témoins oculaires", 2008 stellt in abstrakten Gegenstandsformationen ein Gemälde von Nicolas Poussin nach. Vasen mit Blumenmuster stehen im Vordergrund, Sockel mit Porzellan in Tierform bilden den Mittelgrund, Spanplatten und Orientteppiche formen den Hintergrund. Die perspektivische Organisation des Gemäldes wird übernommen, ebenso wesentliche motivische Komponenten. Indem Cornaro optische wie metrische Messinstrumente in die an ein begehbares Bühnenbild erinnernde Installation integriert, verweist sie aber auch auf die idealistische Komposition der klassischen Landschaftsmalerei, die noch heute unsere Vorstellung von Natur als kulturelles Konstrukt bestimmt.
Die Ausstellung im Kunstverein für die Rheinlande und Westfalen ist die erste Ausstellung von Isabelle Cornaro in Deutschland und versammelt neben der erwähnten Installation die Videoinstallation "Songs of Opposites", 2007, die Zeichnungsserie "Black maria (Phenomena overwhelming consciousness)", 2008 sowie Zeichnungen und Drucke, die sich auf die kompositorische Rekonstruktion von Landschaften beziehen. Auch eine neue Arbeit soll entstehen.
Ausstellungsort: Düsseldorfer Kunstverein für die Rheinlande und Westfalen vom 7.2. bis 10.5.2009, Infos: www.kunstverein-duesseldorf.de

