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into…“ reist weiter – Uraufführung einer musikalischen Annäherung an das Pearl River Delta

Im Oktober 2009 endet die „into...“-Reise im fernen Osten – in der chinesischen Metropolregion Pearl River Delta. Die Komponisten Unsuk Chin, David Fennessy, Heiner Goebbels, Benedict Mason und Johannes Schöllhorn haben mehrere Wochen am dicht besiedelten Delta des „Perlenflusses“ verbracht und versucht, sich der Region musikalisch zu nähern. Die „Ergebnisse“ ihrer Reise ins Reich der Mitte präsentiert das Ensemble Modern nun in Berlin und Frankfurt am Main.

Wie Perlen auf einer Schnur reihen sich auch die Städte an der Mündung des Pearl River im Süden Chinas aneinander. Neun einzelne Präfekturen, darunter Shenzhen, Hongkong und Guangzhou, bilden im Delta des großen Stroms eine zusammenhängende Metropole – heute leben hier geschätzte 100 Millionen Menschen. Die Region ist geprägt von radikalen Gegensätzen:

 Da ist einerseits Shenzhen, seit den späten Siebzigerjahren Zentrum des volksrepublikanischen Wirtschaftswunders, und auf der anderen Seite Hongkong, bis 1997 britische Kronkolonie, ein internationaler Finanzstandort. Während die Schulkinder in Hongkong College-Uniformen britischen Stils tragen, sieht man die jungen Menschen in Shenzhen in den für die Volksrepublik üblichen Trainingsanzügen – doch sie alle leben am selben Strom, der die Gegensätze verbindet.

Die eingeladenen Komponisten haben für das Projekt „into…“ des Siemens Arts Program und des Ensemble Modern in der Hyperstadt im Reich der Mitte recherchiert. Entstanden sind dabei fünf völlig unterschiedliche „musikalische Essenzen“: Johannes Schöllhorn konzentrierte sich vor allem auf Hongkong als Ort zwischen West und Ost, Tradition und Moderne.

 „Dieses ‚Dazwischen’ oder ‚Niemandsland-Gefühl’ hat mich berührt“, beschreibt der Komponist seine Faszination für die ehemalige Kolonie. Ihn interessierte vor allem die Geschwindigkeit der Region: „Wie bewegen sich Menschen? Wie gehen sie miteinander um? Wie organisieren sie sich und ihre Zeit?“ Fragen, auf die Johannes Schöllhorn im Pearl River Delta musikalische Antworten suchte.

Quelle:
http://www.goethe.de/prs/prm/a... 
 

„into…“ reist weiter – Uraufführung einer musikalischen Annäherung an das Pearl River Delta

Auch für David Fennessy war Hongkong „überaus anregend“. Tausende von Kilometern von seiner schottischen Heimat entfernt, beschäftigte ihn besonders „das Thema des (Er)kennens“. So versuchte der Komponist herauszufinden, ob es auch in einer fremden Großstadt wie Hongkong möglich ist, Menschen wiederzuerkennen oder gar das Gefühl des „Vertraut-Seins“ zu erfahren.

Völlig unerwartet geriet die Reise für die Koreanerin Unsuk Chin zu „einem Schlüssel zu eigenen Kindheitserlebnissen“. Die Atmosphäre in einigen Gebieten am Pearl River erinnerte sie an das „vormoderne Korea der Sechzigerjahre“.

 So tauchte beispielsweise die Erinnerung an eine Truppe von Laienmusikern und -schauspielern auf, deren dilettantisches Spiel großen Eindruck auf die Menschen in ihrem Dorf gemacht hatte, da es keine andere Form der gemeinschaftlichen Unterhaltung gab. „Dies ist der Hintergrund meines neuen Stückes“, berichtet Unsuk Chin, „in dem ich versuchen werde, eine imaginäre Straßentheatermusik zu schaffen, die ironisch-stilisiert und ‚schäbig’ ist“.

Benedict Mason sah sich ganz in der Rolle des Beobachters: „I had an interesting time exploring different aspects of the culture of the region. Observing.” Er erschloss sich die Fremde durch den Sucher einer Kamera, ohne sich dabei jedoch auf einen bestimmten Aspekt festzulegen.

Für Heiner Goebbels wurde eine beliebige Taxifahrt durch Hongkong beinahe zufällig zum inspirierenden Kern seiner Komposition.

Die fünf Komponisten haben sich der Herausforderung gestellt, die Städtevielfalt am Pearl River in Musik zu verwandeln. Das Ergebnis ihrer individuellen Auseinandersetzung mit diesem Ballungsraum wird im Oktober in Berlin und Frankfurt zu hören sein.

 Die sensible und kenntnisreiche Umsetzung der kompositorischen Annäherungen durch das Ensemble Modern verspricht einmal mehr spannende und abwechslungsreiche Konzertabende.

9. Oktober 2009, 20 Uhr, Konzerthaus Berlin
Uraufführungen von Unsuk Chin, David Fennessy, Heiner Goebbels, Benedict Mason und Johannes Schöllhorn
Ensemble Modern, Leitung: Johannes Kalitzke
Konzerteinführung: 19 Uhr
Roland Diry und Jens Cording im Gespräch mit den Komponisten und Michael Müller-Verweyen (Goethe-Institut Hongkong); filmische Einführung „into Pearl River Delta“ von nmzMedia
Konzerthaus Berlin
Preise: 13 / 18 / 24 / 28 / 32 Euro
http://www.konzerthaus-berlin.de

10. Oktober 2009, 20 Uhr, Alte Oper Frankfurt
Konzerteinführung: 19.15 Uhr
Alte Oper Frankfurt
Preise: 22 / 29 Euro, Verbilligte Abendkasse
http://www.alteoper.de

Kooperationspartner
Ensemble Modern und Siemens Arts Program, in Zusammenarbeit mit dem Goethe-Institut

Weitere Städte und Komponisten
Istanbul: Mark Andre, Beat Furrer, Samir Odeh-Tamimi und Vladimir Tarnopolski
Johannesburg: Luke Bedford, Jörg Birkenkötter, Lars Petter Hagen und Lucia Ronchetti
Dubai: Vykintas Baltakas, Markus Hechtle, Márton Illés und Jörg Widmann

Weitere Informationen unter:
http://www.i-n-t-o.de

Quelle:
http://www.goethe.de/prs/prm/a...