Gesellschaft Freunde der Künste

Nachrichten und Veranstaltungen in unserem Archiv

kühle erotik und weibliche rollenmuster

Intime Einblicke: Helmut Newton in Münster bis 26.4.2009

Der ursprünglich als Modefotograf tätige Helmut Newton wurde zum unerreichten Großmeister der Aktfotografie. Seine Bilder sprengten in den 1960er Jahren die Grenzen der traditionellen Werbefotografie. Wie kein anderer spielt Newton in seinen Werken mit weiblichen Rollenmustern und Klischees, er inszeniert meisterlich den voyeuristischen Blick auf den weiblichen Körper.

Seine maßgeblich schwarz-weiße Fotokunst in teilweise monumentalen Formaten besticht durch eine kühle, ästhetisierende Erotik. Feministischer Kritik an seiner Kunst, die ihm stets vorwarf sexistisch, gar rassistisch zu sein, begegnete er mit der Aussage: „Bullshit! Ich liebe die Mädels, das alles ist ein feministisches Missverständnis.“

Die Münsteraner Ausstellung spannt einen zeitlichen Bogen im Schaffen Newtons von 1970 bis 2002 und gibt Einblick in das bewegte Leben des Fotografen, der 1920 als Sohn jüdischer Eltern in Berlin geboren wurde, 1938 aus Deutschland floh, um Ende der 1950er Jahre mit seiner Frau June nach Europa zurückzukehren. In Paris gelang ihm der Durchbruch insbesondere als Fotograf für das Modemagazin »Vogue«. In den 1970er Jahren erschienen mit »White Women«, »Sleepless Nights« und »Big Nudes« die ersten Bildbände Newtons, die seinen Rang als einem der berühmtesten und bestbezahlten Fotografen des 20. Jahrhunderts begründeten. Das Ehepaar Newton lebte in Monaco und Los Angeles, bis ein tragischer Autounfall dem Leben von Helmut Newton im Januar 2004 ein jähes Ende setzte.

In der Ausstellung sind neben den berühmten, großformatigen »Big Nudes« einfühlsame Portraits bekannter Persönlichkeiten wie Jeff Koons und Naomi Campbell und Monica Belucci zu sehen. Präsentiert werden darüber hinaus weniger bekannte Werkreihen und Polaroids, die intime Einblicke in das fotografische Schaffen Newtons ermöglichen.

Ausstellungsort: Grafik-Picasso-Museum in Münster www.graphikmuseum-picasso-muenster.de vom 8.3. bis 26.4.2009