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"Yves Klein ist in diesem Kontext ein frühes Beispiel"

Intervention „Yves Klein – Le Vide“ im Krefelder Museum Haus Lange

Das Museum Haus Lange in Krefeld zeigt vom 20. bis 27. September die Intervention „Yves Klein – Le Vide". Die einwöchige Intervention stellt mit radikaler Konsequenz „Le vide", den Raum der Leere, im Museum Haus Lange ins Zentrum der Aufmerksamkeit. Das Museum bleibt konsequenter Weise leer. Sonst nur zu speziellen Führungen zu besichtigen, steht es nun parallel zu einer Ausstellung im Centre Pompidou in Paris und der Kunsthalle in Bern den Besuchern offen.

Le vide wurde aufwändig vom Restaurator der Kunstmuseen Krefeld, Sebastian Köhler, gereinigt. Zielsetzung der Restaurierung 2009 war es, eine möglichst authentische Präsentation von Le Vide, dem Raum der Leere, wieder zu ermöglichen.

 Die kunsttechnologische Untersuchung und weitere Recherchen zur Entstehung und zur Geschichte des Raumes erbrachten wichtige Hintergrundinformationen. Zudem wurde ein präventives Konzept für den zukünftigen Erhalt des Werkes erarbeitet.

Für die Museen in Paris und Bern haben John Armleder, Mathieu Copeland, Gustav Metzger, Mai-Thu Perret und Clive Phillpot unter dem Titel Voids eine Retrospektive eine umfassende Ausstellung konzipiert, die dem Phänomen der „leeren" Ausstellung seit den 1950er Jahren nachgeht. Le vide von Yves Klein ist in diesem Kontext ein frühes Beispiel, dem in Krefeld über Jahrzehnte hinweg Künstler wie Michael Asher, Maria Nordman oder zuletzt Ceal Floyer mit ihren eigenen Interpretationen der Leere in Ausstellungen folgten.

Yves Klein (1928-1962) richtete 1961 den Raum der Leere im Rahmen der Präsentation Yves Klein – Monochrome und Feuer (14. Januar bis 26. Februar 1961) im Museum Haus Lange ein – der ersten und letzten musealen Retrospektive zu Lebzeiten des Künstlers. Auf Einladung von Paul Wember, dem damaligen Museumsdirektor, entwickelte Yves Klein ein Konzept für die Ausstellung in Krefeld, mit dem er sein gesamtes bisherige Schaffen ausbreiten und seinen künstlerischen Ansatz vorstellen wollte.

Er plante unter anderem mit seinen Werken, das Haus in Farbzonen einzuteilen. Ein Bengalisches Feuer und Feuersäulen sollten im Garten vor und hinter dem Haus zur Dämmerstunde leuchten. Ein klassisches Orchester sollte unter der Leitung des Künstlers die von ihm komponierte Symphonie „Monoton Silence" spielen. Viele Vorstellungen wurden realisiert, einige wie der Musikbetrag nicht.

Von Anfang an war Le vide als Raum der Leere im Museum Haus Lange vorgesehen. „Ein leeres Zimmer", so der Künstler in einem Brief an Paul Wember, „sollte reserviert bleiben für die Spezialisierung und Stabilisierung in der Atmosphäre seines leeren Volumens der immateriellen Sensibilität." Yves Klein hatte bereits zuvor eine Zone der Leere in der Galerie Iris Clert in Paris (1958) realisiert.

 Le vide beinhaltet für Yves Klein einen Zustand der ‚Sensibilität’ und der ‚Spiritualität’ – vage Begriffe, die durchaus religiöse Erfahrungsbereiche berühren. Es ist das Immaterielle und Unsichtbare, das naturgemäß nicht greifbar ist, nur erahnbar bleibt. Der Künstler hatte die Leere konsequent aus seinen farbigen Monochromen weiterentwickelt – jene Monochrome, die heute zu den Ikonen der Kunst des 20. Jahrhunderts gehören. Mit monochromer Farbe, ob Blau, Pink oder Gold, strebte Yves Klein die Gestaltung des realen wie mentalen Raums an. In Le vide erfährt dieser Ansatz seine vollständige ‚Vergeistigung’.

www.krefeld.de

links: 

http://de.wikipedia.org/wiki/Yves_Klein

http://www.yveskleinarchives.org/

http://www.youtube.com/watch?v=GTvnE5DzNoY

http://www.youtube.com/watch?v=pJV0n4A_6-M

http://www.arte.tv/de/kunst-musik/buchtipps/Alle_20Rezensionen/677516.html

http://en.wikipedia.org/wiki/Yves_Klein

http://www.amazon.de/Yves-Klein-Hannah-Weitemeier/dp/3822855847

http://www.artnet.de/artist/9569/yves-klein.html