Gesellschaft Freunde der Künste

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der Fall Louisa Dellert

Influencer können auch ins Klo greifen und Discounter liefern sich Wortspiele

Holger Schellkopf, Chefredakteur bei W&V, hat heute einiges zu berichten.

Lieber Herr Böhmer,

Nachhaltigkeit ist ja - glücklicherweise - nicht nur im Trend, sondern gehört zu den wesentlichen Merkmalen moderner Marken. Wie schwer der Weg dorthin aber sein kann, demonstriert aktuell der Fall Louisa Dellert. Sie hat beschlossen, von der Fitnessbloggerin zur politischen Nachhaltigkeitsinfluencerin zu transformieren.

Der damit verbundene Crowdfunding-Aufruf an ihre bisherige Fangemeinde hat ihr zwar tatsächlich ein wenig Geld, vor allem aber auch ziemlich viel Ärger eingebracht.

Vielleicht auch ein ganz gutes Lehrstück dafür, dass Influencer eben vor allem dann gut angenommen werden, wenn sie sich auf erwartbaren Pfaden bewegen.

Die Münchenerin Nina Schwichtenberg zeigt seit längerem, wie man so etwas professionell macht. Deshalb verwehrte sie sich auch gegen die Berufsbezeichnung Influencer und legte Wert darauf, Bloggerin genannt zu werden.

Seit kurzem kann man sie auch Modeschöpferin nennen. Schwichtenberg hat gemeinsam mit ihrem Partner Patrick Kahlo ihre eigene Modemarke namens Banú ins Leben gerufen.

Viel Spaß haben aktuell wohl die Agenturen diverser Discounter und Lebensmittelhändler. Die dürfen sich nämlich in Sachen Wortspiele so richtig austoben.

In einem Rundumschlag hat zunächst Lidl gegen die Konkurrenz gestichelt - nun kommt die Reaktion von Edekaund Tochter Netto.

Die schickten Testimonial Friedrich Liechtenstein an die Sprücheklopfer-Front. Er wendet sich denn auch gleich an die "süßen Lidl-Mäuschen". Und auch in Sachen Slogan hat Netto nachgelegt.

Am Ende profitieren irgendwie wohl alle Beteiligten. Fortsetzung dürfte deshalb garantiert sein.

Viele Grüße

Holger Schellkopf