Was macht das Wesen einer Stadt aus? Was bestimmt ihre Essenz jenseits von Assoziationen, jenseits des Erscheinungsbildes, der geografischen Lage? Mit anderen Worten: Wie klingt eine Stadt? Das einzigartige Projekt „into“ des Ensemble Modern ging dieser Sache auf den Grund und sandte Komponisten nach Dubai, Johannesburg, Istanbul und in das Pearl River Delta.
Im Perlflussdelta, wo der Perlfluss in das südchinesische Meer mündet, reihen sich heute Megastädte wie Macao oder Guangzhou zu einem Verbund aneinander. Neue Ansiedlungen und alte Städte bilden ein Relief unterschiedlicher Architektur und Bewirtschaftung, das die Städte über das Land hinweg verbindet.
Fünf Komponisten – die aktuelle „In Residence“-Komponistin der Philharmonie Unsuk Chin, David Fennessy,Heiner Goebbels, Benedict Mason und Johannes Schöllhorn – haben einen Monat lang in diesem gigantischen Ballungsgebiet gelebt und ihre Eindrücke in Musik gefasst.
„Gougalon – Szenen aus einem Straßentheater“ hat Unsuk Chin ihr Werk genannt. Welche Erfahrungen aber sind es, die die aus Korea stammende Komponistin während ihres Aufenthalts im Perlflussdelta gesammelt hat? „Der Aufenthalt glich einer surrealen Zeitreise“, erzählt Unsuk Chin.
„Von kolossalen Videoleinwänden und glitzernden Konsumkirchen und hypermodernen Bauten gerät man übergangslos auf fliegende Händler, ärmliche Gassen, ambulante Garküchen und Märkte, in denen alles Mögliche angeboten wird.
Die letztgenannten erinnern mich stark an das Seoul meiner Kindheit, also an die Zeit nach dem Korea-Krieg und vor der Modernisierung.“ – In einer kurzen Konzerteinführung beschreibt Dirigent Johannes Kalitzkeam Samstag, 10. April 2010 um 19.30 Uhr im Rahmen der „Kunst des Hörens“ zunächst die Stücke und ihre Geschichten. Ab 20 Uhr beginnt im Alfried Krupp Saal dann das eigentliche Konzert.
Konzert im Rahmen von „Entdeckungen“ im Netzwerk Neue Musik. – Ein Projekt des Ensemble Modern und des Siemens Art Program, in Zusammenarbeit mit dem Goethe-Institut.
Karten (Einheitspreis (€): 35,- / 20,- zzgl. VVK-Gebühr) und weitere Informationen unter Tel. 0201/8122-200, Tel. 0180/59 59 598 (0,14 €/Min.) und www.philharmonie-essen.de.
Anke Meis
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