In Potsdam trafen sich 128 vietnamesische Stipendiaten aus ganz Deutschland zu einem dreitägigen Dokumentarfilmfest. Der DAAD organisierte das Festival mit der Hochschule für Film und Fernsehen „Konrad Wolf“ (HFF) in Babelsberg. Anlass waren die Feiern zu 35 Jahren diplomatische Beziehungen zwischen Deutschland und Vietnam.
„Dokumentarfilm ist die anspruchsvollste Form des Tourismus“, sagt Professor Hans Hattop, der seit über 30 Jahren an der HFF im Studiengang Kamera lehrt und seit 1997 auch in Hanoi unterrichtet. Er konzipierte das Festival für den DAAD.
Für das DAAD-Stipendiatentreffen stellte er Filme zusammen, die über einen Zeitraum von 50 Jahren die Begegnung der beiden Kulturen dokumentieren. „Wenn Filmemacher etwas über das Leben erzählen wollen, müssen sie das Leben und die Gefühle der anderen kennen. Dafür brauchen sie kulturelles Wissen.“
Der Austausch über die Filme, mit den Filmemachern und unter den vietnamesischen Stipendiaten selbst war in jedem Fall besonders. Neben den Doktoranden des DAAD diskutierten auch die Stipendiaten des vietnamesischen Ministeriums für Bildung und Ausbildung (MOET) angeregt über Erzählweisen, unterschiedliche Zugänge zu Themen oder selbst ethische Fragen wie zum Beispiel Schamgrenzen.
Unterstützung für den Austausch
Damit die Begegnung mit Deutschland auch weiterhin von einer Herzensangelegenheit zu einer lang gepflegten Freundschaft wird, sollen vietnamesische MOET-Stipendiaten in Deutschland zukünftig noch bessere Unterstützung erfahren. Nguyen Xuan Vang, Generaldirektor im Bildungsministerium in Hanoi, hob die Bedeutung der Bildungskooperation mit Hilfe des DAAD hervor und kündigte den jungen Wissenschaftlern eine Erhöhung des finanziellen Budgets für ihre Stipendien an.
Peter Primus vom Auswärtigen Amt bekräftigte den Willen der deutschen Regierung, aktiv in neue Hochschulpartnerschaften zu investieren. Vincent Houben, Professor am Seminar für Südostasienstudien der Humboldt-Universität zu Berlin, schöpfte aus seinem Erfahrungsschatz mit vietnamesischen Doktoranden und gab den jungen Wissenschaftlern viele gute Tipps an die Hand: „Sie sollten nicht unter sich bleiben, sondern aktiv auf die deutschen Studierenden zugehen.“ Auseinandersetzung mit der anderen Kultur verlange Eigeninitiative und Selbstvertrauen.
Autorin: Bettina Mittelstraß
Veröffentlichungsdatum: 08.12.2010
Quelle und vollständiger Beitrag:
http://www.daad-magazin.de/158...

