Das Museum Kurhaus in Kleve, an der deutsch-niederländischen Grenze, will das frühere Atelier des Künstlers Joseph Beuys (1921-1986) wiederherstellen. Beuys arbeitete von 1957 bis 1964 in der nordrhein-westfälischen Stadt. In dieser Zeit entstanden wichtige Frühwerke, wie das Mahnmal für die Kriegstoten, welches heute in Büderich bei Düsseldorf steht. Die ehemaligen Atelierräume im Westteil des bereits seit 1997 museal genutzten Kurhauses sollen künftig Beuys-Frühwerke sowie Videos seiner Aktionen beherbergen.
Der Mann mit dem Filzhut
Das um fangreiche Werk des heute weltbekannte Künstlers umfasst im Wesentlichen vier Bereiche: Materielle Arbeiten im traditionellen künstlerischen Sinne (Malerei und Zeichnungen, Objekte und Installationen), die Aktionen, die Kunsttheorie mit Lehrtätigkeit, sowie seine sozial-politischen Aktivitäten. Das nur schwer abzubildende und einzuordnende Werk des Künstlers hatte auf seine Kritiker eine ambivalente Wirkung, die sich auch auf die Wahrnehmung seiner Person übertrug. Während ihn die einen abfällig als Scharlatan titulierten, hielten ihn seine Fans hielten für einen Leonardo da Vinci der Gegenwart. Sein unverkennbares Markenzeichen war der Filzhut, der seine nach einer schweren Kriegsverletzung eingepflanzte Silberplatte in der Schädeldecke überdeckte.
Umfangreiche Sammlung von Beuys-Lehrers Mataré
Das Klever Museum besitzt auch die umfangreichste Sammlung zum Werk des Beuys-Lehrers Ewald Mataré. Dadurch bietet sich die einmalige Chance, die Schnittstelle zwischen Lehrer und Schüler zu zeigen. Die 30 Jahre lang vom Klever Stadtarchiv im historischen Friedrich-Wilhelm-Bad genutzten Räumlichkeiten sollen bei der Sanierung wieder in den baulichen Zustand des 19. Jahrhunderts zurückversetzt werden, so wie sie auch Beuys zu Lebzeiten kennengelernt hat. Laut Guido de Werd, dem Direktor des Museums, werden die Renovierungsarbeiten voraussichtlich bis 2010 abgeschlossen sein. Die Baukosten für das Atelier und weitere künftige Museumsräume betragen rund 2,9 Millionen Euro.

