Gesellschaft Freunde der Künste

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am staatstheater wiesbaden bis 21.10.2010

In den letzten 2000 Jahren gab es einmal eine Auferstehung und das war kein Theater.‘ - Crazy for you

‚In den letzten 2000 Jahren gab es einmal eine Auferstehung und das war kein Theater.‘ - Finanzkrise in New York. Der junge Börsenmakler Bobby Child möchte sowieso viel lieber zum Theater.

Seine Mutter schickt ihn nach Deadrock, Nevada, um die fällige Hypothek auf eine Immobilie einzutreiben. Zufällig handelt es sich dabei um ein ehemaliges Theater, das aus Zuschauermangel zum Postamt umfunktioniert wurde. Bobby sieht seine Chance und will zwei Fliegen mit einer Klappe schlagen.

Er will mit einer großen Show das Theater retten und so auch das Geld für die Bank auftreiben. Dabei verliebt er sich in Polly, die Tochter des Besitzers. Mit ihr, den ortsansässigen Cowboys und ein paar befreundeten Revuegirls von den ‚Zangler Follies‘ will er die große Show auf die Beine stellen. Dazu verkleidet er sich als Bela Zangler. Alles läuft prima, bis der echte Zangler plötzlich in Deadrock auftaucht und alle durcheinander bringt.

Große Tanznummern, George Gershwins hinreißende, weltberühmte Musik, witzige Dialoge und ein Thema, das Aktualität mit einem Augenzwinkern serviert: Das sind die Dinge, die ein gutes Musical ausmachen.

Das Team des jugend-club-theaters unter der Leitung von Iris Limbarth, das sich die Nachwuchsförderung zur Aufgabe gemacht hat, sucht immer wieder nach neuen Herausforderungen für sein junges Ensemble. Nachdem das Ensemble sich im letzten Jahr sehr erfolgreich einem großen Klassiker gewidmet hat – dem Broadway-Musical ‚Anything Goes‘ von Cole Porter –, wagt man sich nun an ‚Crazy For You‘, das neue Gershwin Musical.

Gershwins großartige Musik mit Hits wie ‚I Got Rhythm‘, ‚Nice Work If You Can Get It‘ und ‚Someone To Watch Over Me‘, die unter anderem von Weltstars wie Ella Fitzgerald und Frank Sinatra interpretiert wurden, machen dieses Musical zu einem großen Genuß.

Musical von George Gershwin

Musik und Liedtexte von George Gershwin und Ira Gershwin
Konzeption von Ken Ludwig und Mike Ockrent unter Verwendung von Material von Guy Bolton und John McGowan

Buch von Ken Ludwig

Uraufführung am Broadway produziert von Roger Horchow und Elisabeth Williams
Deutsche Übersetzung von Markus Hertel und Stefan Huber

Das gute alte Gershwin-Musical mit dem programmatischen Titel ‚Crazy for you‘ scheint einfach eine unverwüstliche Spaßmaschine, vor allem dann, wenn der Entertainment-Motor so hochtourig gefahren wird wie im Kleinen Haus, wo es nach zwei Stunden herrlich überdrehter Western-Parodie und bunter Broadway-Hommage stehenden Applaus hagelt.

Iris Limbarth (Inszenierung und Choreografie) hat sich den knapp 80 Jahre alten Klassiker (...) vorgenommen, um mit dem bestens aufgelegten Ensemble des Jugendclubtheaters das auf die Bühne zu bringen, was ‚Crazy for you‘ zu einem Broadway-Dauerbrenner gemacht hat: schön kitschiges Sentiment, unsterbliche Songs, skurrile Situationskomik, ein bisschen Chi-Chi mit Federboa oder pinkfarbenen Bauarbeiterhelmen und jede Menge puren Spaß.

Nicht nur die emsigen Kulissenbauer (Bühnenbild: Reinhard Wust), die formidablen Live-Musiker um Joachim Braun und die kollektiv spielfreudigen Darsteller [haben] reichlich zu tun –  auch als Zuschauer kriegt man in der dicht gearbeiteten, mit Klischees jonglierenden Inszenierung kaum eine Atempause.

Mitreißende Tanznummern, Evergreens, Pointen, Persiflage und Kostümwechsel fast im Minutentakt, dazu im zweiten Akt eine Prise nostalgisches ‚Ginger & Fred‘-Flair – Iris Limbarth und ihrem quirligen Ensemble ist das Kunststück gelungen, all dies in einem Musical-Feuerwerk zu bündeln, das schlicht großartige Unterhaltung bietet.

Wiesbadener Kurier / Wiesbadener Tagblatt, 08.09.2009

Donnernder Applaus, Standing Ovations und frenetische Bravo-Chöre: Mittlerweile hat man sich daran gewöhnt. Sie gehören zu den Musical-Premieren des jugend-club-theaters Wiesbaden wie das Amen in der Kirche.

Der Segen des Publikums ist redlich verdient: In spritzigen drei Premierenstunden voll launiger Gershwin-Evergreens, mitreißender Stepp-Nummern, dem Wechsel von lustvoll arrangierten Massenszenen und eindringlicher Soli vergisst man immer wieder, dass hier Amateure auf den Brettern stehen.

Junge Talente laufen unter der Leitung von Limbarth zur Höchstform auf. Heraus kommt ein schmissiger, rundum gelungener Theaterabend ohne Schultheater-Gestotter und Anfänger-Unsicherheit. Alle scheinen zu wissen, was zu tun ist, sind immer am rechten Platz, kurz:

Von Profis trennt sie nur ein paar Jahre und ein Quäntchen Erfahrung. Das Musical ist gut gewählt, weil über lange Strecken urkomisch: Cowboy-Parodien, Screwball-Pointen zuhauf und viele amouröse Turbulenzen, die den Jungstars beim Ausspielen sichtlich Vergnügen bereiten. Allen voran agiert Felicitas Geipel wieder einmal souverän als Cow-Girl Polly.

Tim Speckhardt brilliert mit guter Intonation und smarter Ausstrahlung in der Doppelrolle vom verliebten Erben Bobby und falschem Impresario Bela Zangler. Tänzerisch überragend ist Christina Blum als Vortänzerin Tess. Norman Hofmann spielt mit drolligem, ungarischen Akzent und viel weltmännischem Gehabe.

Verschwenderisch und geschmackvoll wie gewohnt die Arbeit von Kostümbildnerin Heike Ruppmann. Iris Limbarth und ihre Stage-Crew gehen mit ihrem größten Talent verschwenderisch um: Ihrem unbändigen Spaß am überdrehten Spiel. Das reißt einfach alle mit und das Publikum schließlich von den Sitzen. Macher Profi kann sich hier in punkto Spielfreude was abschauen.

Main-Echo, 09.09.2009

Das war ein Abend, der richtig Spaß gemacht hat.  Man kann sich bei diesem Stück  wunderbar amüsieren . Gestern Abend in Wiesbaden ist ein Ensemble zu sehen gewesen, dass mit so viel Herzblut, Engagement und Freude dabei ist, dass es wirklich ein mitreißender Abend ist.

Man muss vor allen Dingen Iris Limbarth ein riesiges Kompliment machen, die Inszenierung von ‚Crazy for you‘ ist spritzig und einfallsreich choreografiert. Es gibt immer wieder Tanzszenen für das ganze Ensemble und da tanzt jeder wirklich bis in die letzte Reihe gut mit.

hr2-Frühkritik, 04.09.2009

Erst Porter, dann Gershwin: Mit dem Remake der Westernparodie ‚Girl Crazy‘ von George und Ira Gershwin spielt der Jugendclub des Wiesbadener Staatstheaters im zweiten Jahr in Folge einen ‚Klassiker‘ – und begeistert erneut. George Gershwins ‚Crazy for You‘ [ist] ein ausgemachtes Tanzmusical - beinahe jeder Song ist durchchoreografiert.

Die 15- bis 27-Jährigen bringen diese unter der bewährten Leitung von Iris Limbarth erarbeiteten Schrittfolgen mit einer unbändigen Spielfreude aufs Parkett, wirbeln und hüpfen durch die mitreißenden Ensemblenummern und singen dabei (fast) ohne außer Atem zu geraten.

Der Gesamteindruck passt, die Zeit vergeht wie im Flug! Auch gesanglich und schauspielerisch braucht sich niemand aus der dreißigköpfigen Truppe zu verstecken. Die Neuzugänge können allesamt gut mit den ‚alten Hasen‘ mithalten; das angenehm ausgewogene Level der Stimmen, sowohl die Dynamik als auch die saubere Intonation betreffend, imponiert.

Wie schon bei ‚Anything Goes‘ glänzen Felicitas Geipel und Tim Speckhardt in den Hauptrollen. Geipel fügt sich als resolute Western-Lady Polly Baker sehr gut ins Ensemble ein und tritt in den Massenszenen auch mal einen Schritt zurück.

In den Soli und Duetten zeigt sie ihre gesangliche Klasse, berührt bei ‚Sweet Embraceable You‘ mit gefühlvoll gesetzten Schlusstönen und packt beim berühmten ‚I Got Rhythm‘ ihren großartigen Belt aus. Tim Speckhardt hat als New Yorker Bankierssohn Bobby Child die mit Abstand größte Rolle des Stücks zu bewältigen.

Er tanzt, steppt, singt und spielt mit großer Hingabe, gibt den theaterbegeisterten Träumer sehr überzeugend . Auch die Nebenrollen sind toll besetzt, Norman Hofmann als Broadwayproduzent Bela Zangler mit ungarischem Akzent und viel Gespür für Komik sticht besonders hervor.

Die Slapstick-Szene gemeinsam mit Speckhardt, in der der echte und der falsche Zangler einander besoffen gegenübersitzen, ist grandios gespielt und inszeniert. Überhaupt ist Iris Limbarths Inszenierung ideen- und pointenreich – mal kommen Mädchen in Bauarbeiter-Overalls singend aus Gullideckeln hervor, mal erhebt sich eine Tänzerin mit gespielt schmerzverzerrtem Gesicht aus dem Spagat, und die Saloon-Schlägerei entpuppt sich als Probe für die ungeduldig erwarteten Touristen.

Alles wunderbar eingeübt und witzig dargeboten. Dem Jugendclub [ist] wieder eine Produktion auf beachtlichem Niveau gelungen, die sich nicht hinter professionellen Inszenierungen verstecken muss.

www.musicalzentrale.de, 22.09.2009

Seit 22 Jahren begeistert der Jugendclub im Hessischen Staatstheater Wiesbaden mit seinen Musical-Produktionen, eine schöner als die andere,. Aufführungen, deren Niveau die Grenze zwischen Laien und Profis verschwimmen lässt. Die aktuelle Hinwendung zu Klassikern, wie ‚Crazy for you‘ legt die Latte sehr hoch und enttäuscht nicht.

Atemlos bewundern muss man Regisseurin und Choreografin Iris Limbarth, wie sie langjährige Routiniers und agile Neuzugänge zu einem quicken Ensemble verschweißt. Metatheater mit Augenzwinkern, lustig, sentimental und frech. Es wird viel und bestechend getanzt,. Doch nicht nur die fetzigen Evergreens reißen das Publikum von den Sitzen. ‚Someone to watch over me‘ und vor allem ‚Embraceable you‘ sind rührend-stille Momente, mit Emotion und Liebe gesungen.

musicals, Dezember 2009

Musikalische Leitung

Musikalische Einrichtung

Gesangseinstudierung

Inszenierung / Choreografie

Bühne

Kostüme

Dramaturgie

Mit:

Bobby Child

Polly Baker

Bela Zangler

Tess, Choreografin

Lank Hawkins

Irene Roth

Everett Baker

Mrs. Lottie Child

Eugene Fodor

Patricia Fodor / Solotanzgirl

Moose, Cowboytrio

Mingo, Cowboytrio

Sam, Cowboytrio

Patsy

Mitzi

Harry

Custus

Jimmy

Wyatt

Junior

Pete

Billy

Louise

Margie

Sheila

Vera

Moira

Virginia

Filmcrew, Bauarbeiter, Aufsichtsräte, Indianer, Theaterpersonal

Ensemble des jugend-club-theaters

Band:

Dirigent und Trompete

Klavier

Keyboards

Bass

Gitarre

Schlagzeug

Trompete

Reeds

Posaune

Allen Jacobson

Kleines Haus

Aufführungsdauer: 2 Stunden 40 Minuten. Eine Pause.

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