Eine Hommage an Billie Holiday zu ihrem 100. Geburtstag - für José James eine der größten Jazzsängerinnen, die je gelebt hat.
„Die erste musikalische Erinnerung, die ich habe, ist die an Billie Holiday“, erinnert sich José James. „Billies Stimme schwebte durch unser Haus – hoheitsvoll, warm, intim und vollkommen einzigartig“. Mit ähnlichen Adjektiven könnte man auch die Stimme des US-Amerikaners beschreiben. Der 37-Jährige verfügt über einen geschmeidigen Bariton, der in Punkto Vielseitigkeit und Ausdrucksstärke seinesgleichen sucht. Beleg dafür sind die beiden Alben, die er bei Blue Note aufgenommen hat: Während er 2013 auf „No Beginning No End“ zwischen Neo-Soul und Rhythm’n’Blues changierte, zeigte er sich im letzten Jahr auf „While You Were Sleeping“ von seiner experimentell-rockigen Seite.
Konzert in Deutschland
Nun hat er mit „Yesterday I Had The Blues“ eine Hommage an die große Billie Holiday herausgebracht, deren 100. Geburtstag die Jazzwelt in diesem Jahr feiert. Neun Klassiker hat James für das von Blue-Note-Präsident Don Was produzierte Album aufgenommen – Songs, die von „Lady Day“ selbst geschrieben oder durch sie populär gemacht wurden.
Für José James ist Holiday nicht nur eine der größten Jazzsängerinnen, die je gelebt hat, er bezeichnet sie sogar als seine „musikalische Mutter“: „Ich entdeckte Billie in einer schwierigen Periode in meiner Teenager-Zeit. So sehr ich damals auch Nirvana, De La Soul und A Tribe Called Quest liebte, so sprach mich ihre Musik doch auf eine viel tiefer gehende Weise an. Ihre Aufnahmen waren Meisterwerke – die von Schmerz und Traumata erzählten, vom Glauben an die Musik und an die Kraft der Veränderung. In ihr fand ich meine Lehrerin. Billie Holiday erreichte, dass ich Jazzsänger werden wollte. Sie führte mich auf den Pfad, auf dem ich heute wandle.
Konzert in Darmstadt
Centralstation
José James
Yesterday I Had The Blues
12. Mai 2015
Besetzung: José James (voc, git), Solomon Dorsey (b), Leo Genovese (p, keys), Nate Smith (dr)


Neun Klassiker hat José James für das von Blue-Note-Präsident Don Was produzierte Album aufgenommen – Songs, die von „Lady Day“ selbst geschrieben oder durch sie populär gemacht wurden. © Janette Beckman