Über Jahrhunderte dienten politische Heiraten der Gebiets- und Machterweiterung. Sie waren Mittel der Diplomatie und setzten einen Transfer in Kunst, Wissenschaft und Technik in Gang
Anlässlich des Hochzeitsjubiläums von Maria von Jülich-Berg und Johann III. von Kleve-Mark (1510) illustriert das Stadtmuseum, Berger Allee 2, in seiner neuen Ausstellung "Heiratspolitik" (30. Oktober bis 9. Januar) die Heiratsmotive der in der Stadt Düsseldorf herrschenden Dynastien vom 13. bis 18. Jahrhundert.
6 historische Paare hat das Stadtmuseum beispielhaft ausgewählt, um "Heiratspolitik" im europäischen Maßstab und Machtpoker zu veranschaulichen, darunter Adolf V. von Berg/Elisabeth von Geldern (Hochzeit 1270?), Anna von Kleve/Heinrich VIII., König von England und Irland (Hochzeit 1540) sowie Wilhelm V. von Jülich-Kleve-Berg, der erst Jeanne d'Albret (Hochzeit 1541) und dann Maria von Österreich ehelichte (Hochzeit 1546).
Diese Dynastien regelten ihre Heiratspolitik in Verträgen, deren Inhalt von der Absichtserklärung bis zu Fragen der Aussteuer, der Hochzeitsnacht und dem Erbe reichte.
Einmal ausgewählte Heiratskandidaten hatten sich den Plänen ihrer Eltern zu unterwerfen; Mädchen wurden bereits im Alter zwischen sechs und zwölf Jahren ihrem zukünftigen Ehemann versprochen.
Die Besucher der Ausstellung erwarten 100 Exponate aus den Sammlungen, bekannte Gemälde sowie noch nie gezeigte Grafiken. Diese treten in Dialog mit einem großen Konvolut international bedeutsamer Urkunden und Archivalien des 13. bis 17. Jahrhunderts aus dem Landesarchiv Nordrhein-Westfalen.
Videostationen mit Experten-Interviews und ein Recherche-Zentrum mit Internetanschluss ergänzen die Präsentation. Darüber hinaus haben Keyworker des Stadtmuseums in der Ausstellung einen Projektraum eingerichtet. Sie bieten interessierten Bürgerinnen und Bürgern eine Plattform für eigene biografische Projekte, Workshops und Diskussionen.

