Die Kulturstiftung des Bundes hat 2006 den HEIMSPIEL-Fonds für Theaterprojekte eingerichtet, um Stadt- und Staatstheater zu bestärken, sich gezielt mit der sozialen und urbanen Wirklichkeit ihrer Stadt auseinanderzusetzen und ein neues Publikum für das Theater zu interessieren.
Die Häuser sollten neue Wege im dokumentarischen Theater gehen oder künstlerische Positionen weiterentwickeln, die seit den neunziger Jahren in der Bildenden Kunst, Performance und in der freien Szene entstanden sind.
Seit 2006 sind bundesweit mehr als vierzig Theaterprojekte im HEIMSPIEL-Fonds gefördert worden. Der Begriff „Heimspiel“ gilt unter Theatermacher/innen inzwischen als eine Art Genrebezeichnung für verschiedene Formen des dokumentarischen Theaters und für Arbeiten mit Laien am Theater.
Regisseur/innen und Dramaturg/innen konnten in den HEIMSPIEL-Projekten ein spezifisches Wissen um Recherchemethoden (Artistic Research) erwerben und ihr Repertoire an Kommunikations- und Ausdrucksformen (dokumentarisches Theater, Theater des Alltags, Social Ready Mades) erweitern.
Zum Ende der Laufzeit des HEIMSPIEL-Fonds soll im Jahr 2011 eine mehrtägige öffentliche Veranstaltung die Erfahrungen der Fachleute bündeln und die aktuelle Entwicklung in der deutschen Theaterlandschaft im internationalen Vergleich diskutiert werden. Dabei sollen vor allem folgende Fragen untersucht werden:
Was bedeuten HEIMSPIEL-Projekte für das Profil der städtischen Theater? Wie kann die neue Theaterform in die alltägliche Arbeit der Theater integriert werden? Welche kulturpolitischen Impulse gehen von ihr aus? Welche neuen künstlerischen Formen sind entstanden? Wie lassen sich Erfahrungen mit den HEIMSPIEL-Projekten übertragen und weitergeben?
Welche Entwicklungen sind in der Zukunft zu erwarten? Das geplante Workcamp der Kulturstiftung soll Gelegenheit zum Erfahrungsaustausch bieten und Bilanz ziehen, wobei die Veranstaltung durch verschiedene Formate sowohl ein Fachpublikum als auch eine größere Öffentlichkeit erreichen soll.
Abbildung:
Foto vom Auszug von BUNNYHILL ins Haus der Kunst
Quelle:
http://www.kulturstiftung-bund...
HEIMSPIEL Workcamp 2011 – Festival, Workshops und Konferenz in Kooperation mit dem Schauspiel Köln
Ausgehend von der Beobachtung, dass es im Ausland vergleichbare, impulsgebende Entwicklungen gegeben hat, erscheint es außerdem sinnvoll, internationale Theatermacher/innen, Theaterwissenschaftler/innen und -pädagog/innen an der Diskussion zu beteiligen:
Theater wie das Campo Gent, das Théâtre de Gennevilliers bei Paris, das Junge Theater in Basel, das Backa Teater in Göteborg oder Künstler(kollektive) wie Irwin, Rikrit Tiravanija und Jeanne van Heeswijk sind nicht ohne Einfluss auf die aktuellen Entwicklungen in Deutschland gewesen und zeigen im Bereich der Publikumsdramaturgie und Ausbildung gegenwärtig beispielhaft neue Wege in der Projektarbeit auf.
Die fünftägige Veranstaltung in Kooperation mit dem Schauspiel Köln sieht eine Reihe von Workshops und eine Konferenz vor. Ein Festival zeigt außerdem eine Auswahl der besten HEIMSPIEL-Produktionen, die um zukunftsweisende internationale Gastspiele ergänzt werden (z.B. von Alain Platel, Sebastian Nübling, Pascal Rambert). Bei den internationalen Beiträgen sollen insbesondere Produktionen mit kulturpolitischen Auswirkungen berücksichtigt werden.
Nach Festivalende erscheint eine Dokumentation, die die wichtigsten Ergebnisse der Workshops und Vorträge festhält und alle im Fonds geförderten Projekte in kleinen Hörstücken noch einmal erlebbar werden lässt. Die Dokumentation soll eine Vielfalt von konkreten Anregungen für neue HEIMSPIEL-Projekte liefern.
Die Kulturstiftung des Bundes stellt für das HEIMSPIEL Workcamp insgesamt 600.000 Euro zur Verfügung.
Quelle:
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