Nun ist es endlich soweit. Acht Szenen der barocken Jahreskrippe aus Mariä Himmelfahrt, haben in der Dauerausstellung des Stadtmuseums eine neue Heimat gefunden.
Voraussetzung dafür war die Dauerleihgabe der wertvollen Kirchenkrippe durch Stadtpfarrer Ludwig J. Rösler und die Katholische Kirchenstiftung Mariä Himmelfahrt an das Stadtmuseum.
Für die Museumsbesucher ist ab dem 7. Dezember das „Heilige Theater“ im Stadtmuseum geöffnet. In diesem ersten Teilabschnitt werden auf 80 qm die Szenen 6 bis 13 der Kirchenkrippe gezeigt:
Szene 6: Der Kindermord in Bethlehem
Szene 7: Der 12-jährige Jesus im Tempel
Szene 8: Die Hochzeit zu Kana
Szene 9: Die Heilung des kranken Hauptmannknechts
Szene 10: Der Sturm auf dem See Genezareth
Szene 11: Die Verklärung auf dem Berg Tabor
Szene 12: Das letzte Abendmahl
Szene 13: Die Kreuzigung
Die Szenen 1 bis 5 sollen in einem zweiten Bauabschnitt vermutlich 2011 folgen.
Zu jeder Szene kann der Besucher mit Hilfe eines Audioguide (ist im Museumseintritt enthalten) den Text aus einem entsprechenden Evangelium und Erläuterungen zur jeweiligen Darstellung hören.
Die Schauspieler und professionellen Sprecher Elisabeth Wasserscheid und Marcus Widmann haben die von Museumsleiterin Birgitta Petschek-Sommer zusammengestellten Texte gesprochen.
Die Aufnahmen für den Audioguide erfolgten im Tonstudio der Deggendorfer Hochschule. Auch einen spannenden Bericht von Ute Keller über die Restaurierung kann man über den Audioguide anhören.
Die ca. 30 cm großen Figuren der Krippe haben kunstvoll geschnitzte Köpfe und Gliedmaßen und sind im Stil des Barock, der Entstehungszeit der Krippe, teils prächtig bekleidet. Mehr als 7.000 Stunden haben die Berufschullehrerin a.D. Ute Keller und die Schneidermeisterin Margaretha Veith ehrenamtlich mit der Restaurierung der Figuren, Tiere und des Zubehörs verbracht.
Auch diese umfangreichen Restaurierungsarbeiten sind in der neuen Dauerausstellung dokumentiert. Auf einem Monitor können die Besucher alle Figuren der Krippe aufrufen und erfahren dort, wer die Patenschaften für das Restaurierungsmaterial übernommen hat.
Beleuchtet werden die einzelnen Krippenszenen in neuester LED Technik, die Kulissen der Szenarien, die sich nicht erhalten haben, wurden bewusst modern und sachlich zurückhaltend gestaltet.
So entfaltet sich für den Museumsbesucher ein barockes „Heiliges Theater“ mit moderner Technik in einer zeitgemäßen musealen Präsentation.
Erst das außergewöhnliche Engagement des Vereins zur Förderung der Deggendorfer Jahreskrippe e.V mit seinem Vorsitzenden Erwin Schmid, hat die Umsetzung der neuen Dauerausstellung möglich gemacht. Er bildete gemeinsam mit Ute Keller, Margaretha Veith und Birgitta Petschek-Sommer, unterstützt vom Grafik Atelier Mautner in Grafenau, das Ausstellungsteam.
Den Innenausbau führten die Museumsmitarbeiter Christian Thurnherr und Viktor Marker durch, die Beleuchtungsdramaturgie hat Clemens Jocham übernommen.
Fördergelder für den ersten Bauabschnitt mit den 8 Szenen kamen von der Landesstelle für die Nichtstaatlichen Museen, dem Bezirk Niederbayern, der Ernst Pietsch Stiftung, den Stadtwerken und der Sparkasse Deggendorf.
Für geladene Gäste wird das „Heilige Theater“ am Sonntag, den 5. Dezember durch Oberbürgermeisterin Anna Eder feierlich eröffnet. Ab Dienstag, den 7. Dezember erwartet die neue Dauerausstellung im Stadtmuseum hoffentlich viele interessierte Besucher.
Birgitta Petschek-Sommer M.A.
Leiterin der Museen
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