Gesellschaft Freunde der Künste

Nachrichten und Veranstaltungen in unserem Archiv

(Nader And Simin, A Separation) von Asghar Farhadi

Hauptpreise der 61. Internationalen Filmfestspiele Berlin vergeben! - Der Gewinnerfilm des Goldenen Bären 2011 heißt Jodaeiye Nader az Simin von Asghar Farhadi

Das Familiendrama "Nader und Simin" von Asghar Farhadi aus dem Iran hat in Berlin den Hauptpreis gewonnen - Zum letzten Mal in diesem Jahr leuchteten die Stars und geladenen Gäste des Festivals im Blitzlichtgewitter der Journalisten auf dem Roten Teppich vor dem Berlinale Palast.

Zusammen mit Millionen von Fernsehzuschauern erwarteten alle Beteiligten gespannt die Entscheidung der Internationalen Jury. Nach der Verleihung der Bären für den Besten Kurzfilm, der Überreichung der Silbernen Bären und des Alfred-Bauer-Preises war es endlich soweit.

Isabella Rossellini verkündete als Präsidentin der Internationalen Jury das Ergebnis, zu dem sie mit ihren Mitstreitern gekommen war: Der Gewinnerfilm des Goldenen Bären 2011 heißt Jodaeiye Nader az Simin

Eine Trennung“ von Asghar Farhadi erhielt neben dem Hauptpreis der 61. Filmfestspiele außerdem drei weitere Auszeichnungen: Mit Silbernen Bären für die beste Darstellerleistung wurde sowohl das Schauspielerinnen-Ensemble als auch das Team der männlichen Darsteller geehrt.

(Nader And Simin, A Separation)

von Asghar Farhadi

 

Die Internationale Jury der Berlinale 2011 

Isabella Rossellini gehört zu den renommiertesten Darstellerinnen des internationalen Kinos. In den vergangenen Jahren hat sie sich zudem als Produzentin und Regisseurin profiliert. Die Tochter der schwedischen Schauspielerin Ingrid Bergman und des italienischen Regisseurs Roberto Rossellini hat in über 40 Spielfilmen mitgewirkt und mit Regisseuren wie Robert Zemeckis, Joel Schumacher, Peter Weir, Abel Ferrara, Peter Greenaway, David Lynch oder John Schlesinger gearbeitet, mit dem sie 1992 in Berlin „…und der Himmel steht still“ gedreht hat. Ihren internationalen Durchbruch feierte sie 1986 mit Lynchs Kultfilm Blue Velvet. Isabella Rossellini war erstmals 1994 als Hauptdarstellerin in Fearless – Jenseits der Angst bei der Berlinale zu Gast. 2005 präsentierte sie den Kurzfilm My Dad is 100 Years Old, eine Hommage an ihren Vater. 2007 kehrte sie als Kinoerzählerin in Guy Maddins Brand Upon the Brain! zurück und präsentierte 2008 ihr Regie-Debüt Green Porno über das Sexualleben von Insekten. Im Herbst 2010 hat sie unter der Regie von Julie Gavras die Liebeskomödie Late Bloomers mit William Hurt abgedreht.

Der renommierte Regisseur, Autor und Produzent Jafar Panahi gab nach mehreren Kurz- und Dokumentarfilmen mit Badkonake sefid (Der weiße Ballon) sein Kinodebüt, das ihm 1995 in Cannes die Camera d’Or einbrachte. Für Ayneh (Der Spiegel) gewann er 1997 den Goldenen Leoparden in Locarno, für Dayereh (Der Kreis) 2000 den Goldenen Löwen in Venedig. Bei der Berlinale erhielt er 2006 für Offside einen Silbernen Bären - Großen Preis der Jury. In seinen Filmen setzt sich Jafar Panahi kritisch mit der sozialen Situation in seinem Heimatland auseinander. Kurz nachdem ihn die Berlinale in die Internationale Jury 2011 eingeladen hatte, wurde Panahi im Iran zu sechs Jahren Haft und 20 Jahren Berufsverbot verurteilt. Weltweit wird gegen dieses Urteil, das gegen die Meinungs- und Redefreiheit verstößt, protestiert. Die Berlinale hält am Jury-Platz für Jafar Panahi fest und setzt ein Zeichen, seinen Freiheitskampf zu unterstützen.

Die Produzentin Jan Chapman ist eine herausragende Figur in der australischen Filmindustrie. Ihr erster internationaler Erfolg gelang ihr mit dem dreifachen Oscar-Gewinner Das Piano (1993). Mit der Regisseurin Jane Campion arbeitet sie seither weiter erfolgreich zusammen, zuletzt 2009 für das historische Liebesdrama Bright Star – Meine Liebe.Ewig. 1989 gründete sie ihre eigene Produktionsfirma Jan Chapman Films, mit der sie zahlreiche von Kritik und Publikum gefeierte Filmproduktionen verantwortete (Love Serenade, Holy Smoke!, Lantana, Somersault – Wie Parfüm in der Luft). 2004 wurde sie als ‚Officer of the Order of Australia’ für ihre Verdienste um den australischen Film ausgezeichnet.

Die renommierte Film-, Fernseh- und Theaterschauspielerin Nina Hoss feierte ihren ersten großen Erfolg 1996 in der Titelrolle von Bernd Eichingers Das Mädchen Rosemarie. 2000 wurde sie als deutscher Shooting Star auf der Berlinale vorgestellt. Eine enge und sehr erfolgreiche Zusammenarbeit vebindet sie mit dem Regisseur Christian Petzold: 2001 erhielt sie den Adolf Grimme-Preis für ihre Rolle in Toter Mann, zwei Jahre später den Adolf Grimme Preis in Gold für Wolfsburg. Bei den Internationalen Filmfestspielen Berlin 2007 wurde sie als Beste Darstellerin mit einem Silbernen Bären für Yella ausgezeichnet. Zu ihren jüngsten Kinorollen gehören der moderne Vampirthriller Wir sind die Nacht (von Dennis Gansel) sowie der Liebesfilm Das Fenster zum Sommer (von Hendrik Handloegten).

Aamir Khan ist ein Superstar des Bollywood-Kinos: Mit Qayamat Se Qayamat Tak (1988) wurde er über Nacht berühmt. 2001 feierte er als Hauptdarsteller des oscarnominierten Dramas Lagaan - Es war einmal in Indien seinen internationalen Durchbruch. Nachdem Khan 2007 sein erfolgreiches Regiedebüt Taare Zameen Par realisierte, brach er als Schauspieler mit dem Film 3 Idiots wieder alle Rekorde. Aamir Khan ist auch als Produzent sehr erfolgreich: Die Filmsatire Peepli Live (2010 im Berlinale Special) wurde für 2011 als indischer Beitrag für eine Oscar-Nominierung eingereicht. Insgesamt gingen vier seiner zehn letzten Filme in das Rennen um eine Oscar-Nominierung.

Der im kanadischen Winnipeg aufgewachsene Filmemacher Guy Maddin landete 1988 mit seinem Spielfilmdebüt Geschichten aus dem Gimli Hospital einen Kultklassiker. Mittlerweile gehen neun Spielfilme sowie unzählige Kurzfilme auf sein Konto, in denen er stilistisch oftmals an die Ästhetik der alten Stumm- und frühen Tonfilme anknüpft. 2007 präsentierte er auf der Berlinale seinen Stummfilm Brand Upon the Brain!, der live von einem Orchester, drei Geräuschemachern, einem Sänger und Isabella Rossellini als Sprecherin begleitet wurde. 2008 eröffnete er mit My Winnipeg das Forum der Berlinale. In dieser Hommage an seine kanadische Heimatstadt hat er Dokumentaraufnahmen mit Familienfotos und alten Filmausschnitten kombiniert.

Die in London ausgebildete britische Kostümbildnerin Sandy Powell entwirft Kostüme für Film, Theater, Tanz und Oper. Sandy Powell arbeitet für herausragende Produktionen, für die sie Kostüme für die verschiedensten historischen Epochen entwirft. Insgesamt wurde sie bislang für neun Academy Awards nominiert - zuletzt für das Kostümdesign in The Tempest. Den ersten von drei Oscars erhielt sie für ihre Arbeit am Film Shakespeare In Love (1999). Ihre Kostümentwürfe für Martin Scorseses Biopic Aviator brachten ihr 2005 einen weiteren Oscar ein. Zuletzt wurde sie für ihre Mitwirkung am Film Young Victoria (2010) geehrt. Sie erhielt außerdem neun BAFTA - Nominierungen und gewann ihn 1999 für Velvet Goldmine und 2010 für Young Victoria.

Die Internationale Jury sichtet für ihre Entscheidungen ausschließlich Filme des Wettbewerbs und vergibt die Hauptpreise des Festivals:

  • den Goldenen Bären für den besten Film
    (für den Produzenten)
  • den Großen Preis der Jury (Silberner Bär)
  • den Preis für die Beste Regie (Silberner Bär)
  • den Preis für die Beste Darstellerin (Silberner Bär)
  • den Preis für den Besten Darsteller (Silberner Bär)
  • den Preis für das Beste Drehbuch (Silberner Bär)
  • den Preis für eine Herausragende Künstlerische Leistung aus den Kategorien Kamera, Schnitt, Musik, Kostüm oder Set-Design (Silberner Bär)
  • den Alfred-Bauer-Preis, in Erinnerung an den Gründer des Festivals, für einen Spielfilm, der neue Perspektiven der Filmkunst eröffnet

Die Berliner Bildhauerin Renée Sintenis (1888-1965) hat die Bären-Trophäen entworfen, die auch das Berlinale-Logo zieren. Seit der Gründung des Festivals werden die Bären von der Berliner Gießerei Noack hergestellt. Der Bär ist das Wappentier Berlins.

© Internationale Filmfestspiele Berlin

 

Bild 2: Silberner Bär - Bester Darsteller 

an das Schauspieler-Ensemble

in Jodaeiye Nader az Simin (Nader And Simin, A Separation)

von Asghar Farhadi

 

Bild 3: Asghar Farhadi © Gerhard Kassner / Berlinale