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Im Westen viel Neues

Harald Schmidt in Bochum - Der Dirigent Steven Sloane punktet mit immenser Vielseitigkeit

Steven Sloane öffnet die Pforten für ein musikalisches Miteinander, dass in dieser Ernsthaftigkeit und Fülle in Deutschland fast einzigartig zu sein scheint.

„Die Bochumer Symphoniker präsentieren Harald Schmidt“ heißt Steven Sloanes neuester Coup, eine Reihe mit vier Auftritten des Entertainers, der bei dem für seine Offenheit allen musikalischen Richtungen gegenüber bekanntem Bochumer GMD als ernsthafter und ernst zu nehmender „artist in residence“ zu erleben sein wird.

Bei „Harald Schmidt präsentiert...“ am 25. November wird der RuhrCongress in Anlehnung an Schmidts TV-Shows zum Studio und die Bochumer Symphoniker werden zur Big Band. Schmidt wird hier auch über seine Zeit als Organist sprechen.

2012 werden Sloane und er gemeinsam Mozarts „Le nozze di Figaro“ szenisch einrichten. Der TV-Star wird genauso auf der Bühne stehen wie bei einer Kollage rund um „Faust“. Und mit „Harald Schmidts kleiner Konzertführer“ bestreitet er als Moderator ein Familienkonzert.

Für die Bochumer Symphoniker unter Steven Sloane ist dies absolut kein PR Gag, denn solche Konzerte gehören hier längst zum Orchesteralltag. Denn die Musiker und ihr Chefdirigent haben schon mit Sting und Frank Zappa musiziert genauso wie mit Herbert Grönemeyer, mit dem auch schon die nächsten Projekte in Vorbereitung sind. Keine gewollt modischen Crossover-Projekte und Einzelevents also, sondern eine wohlüberlegte, ernst genommene und vor allem kontinuierliche Öffnung des Repertoires.

Im Sommer wurde Steven Sloane bei den Salzburger Festspielen für seine Interpretation von Morton Feldmans Oper „Neither“ sowie Griseys „L’icône paradoxale“ von Publikum und Presse gefeiert. Zwischenzeitlich hat Steven Sloane Ende Oktober höchst erfolgreich das neue Festival „Now! America“ mit seinen Bochumer Symphonikern in der Essener Philharmonie eröffnet.

Nun ist Steven Sloane, ebenfalls mit den Bochumer Symphonikern, gerade zurückgekehrt aus Linz, wo er höchst erfolgreich ein nicht weniger ungewöhnliches und mutiges Programm mit John Adams „Dharma at Big Sur“ nebst Bruckners 9. Sinfonie präsentiert hat.

Und das kommt beim Publikum nicht nur in Salzburg, Linz oder Essen an, sondern natürlich auch ganz besonders zuhause in Bochum, wo erst dank des Einsatzes von Steven Sloane ein fester Ort für die Musik geschaffen wird. Bisher spielen die Bochumer Symphoniker „Midnight loops“ mal in Kirchen, mal in der Moschee, mal in der Synagoge.

Das Orchester zieht seine Kreise und führt mit den verschiedenen loops. Mit dem von Steven Sloane auf den Weg gebrachten Musikzentrum soll in einigen Jahren ein fester Ort für diese musikalische Vielseitigkeit und Begegnung der Musikrichtungen geschaffen werden.

Bis dahin sollte aber diesem gelebten musikalischen Miteinander noch viel mehr Aufmerksamkeit weit über die Grenzen des Ruhrgebiets gewidmet werden. Denn hier hat Steven Sloane mit seiner nachhaltigen Arbeit etwas vorweggenommen, wonach andere Städte und ihre Orchester noch suchen: musikalisches „Multikulti“ als Normalfall, nicht als Ausnahme.

Die basel sinfonietta unter Steven Sloane bot eine musikalisch perfekte konzertante Aufführung von Morton Feldmans Oper ‚Neither‘.“

Frankfurter Allgemeine Zeitung

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