Mit dem Festival Hamburger Ostertöne 2011 wird zum sechsten Mal das Spannungsverhältnis zwischen "Brahms und Moderne" zum Klingen gebracht.
In einer Gegenüberstellung von Werken des berühmten Hamburger Ehrenbürgers Johannes Brahms mit zeitgenössischer Musik des spanischen Komponisten José María Sánchez-Verdú (*1968) meint man mitunter die flirrende Luft des Südens zu spüren.
Mehr als 30 Künstler hat Festivalleiterin Simone Young in die Hansestadt geladen. Im Zentrum des Festivals steht auch in diesem Jahr die Verbindung zwischen Vergangenheit und Gegenwart.
Das Programm vom 22. bis 25. April 2011 in der Laeiszhalle und auf Kampnagel umfasst neben Konzerten auch Musiktheater, Lesung, Filmvorführung und offenes Singen.
Die Hamburger Ostertöne stellen den Composer in Residence mit einem Orchesterwerk, seiner Kammeroper "Aura" und zahlreichen Stücken für kleine Besetzung vor, darunter auch zwei Uraufführungen: "Hekkan III" mit dem Aleph Gitarrenquartett und "Madrigalbuch" mit den Neuen Vocalsolisten Stuttgart.
Sánchez-Verdús vom arabischen Kulturkreis inspirierte Musik entfaltet sparsam instrumentiert eine große suggestive Kraft. Die feine Ornamentik und die Sinnlichkeit des Orientalischen sind die leitenden Impressionen in seinem reichhaltigen Klangkosmos.
Im Rahmen einer dreitägigen Residenz wird das international renommierte Jerusalem Quartet alle drei Streichquartette von Brahms und – zusammen mit weiteren namhaften Solisten – drei seiner Quintette zur Aufführung bringen.
Das Magazin Spiegel war voll des Lobes für die Künstler und schrieb anlässlich einer Aufnahme von Schuberts Streichquartett "Der Tod und das Mädchen", dass "das Ensemble das Wunder kammermusikkalischer Geschmeidigkeit mit einem erstaunlich sinnlichen Laisser-faire" vereinige.
Wer zu den Feiertagen selbst musikalisch aktiv werden möchte, kann sich am Karsamstag im Studio E der Laeiszhalle einfinden, wo Festivalleiterin Simone Young mit den Besuchern einfache Vokalmusik einstudieren wird. Musikalische Vorkenntnisse sind Nicht erforderlich, es geht nur um die Freude am gemeinsamen Singen.
Wie in jedem Jahr wird auch bei den Hamburger Ostertönen 2011 der Horizont des Festivalprogramms durch Einbeziehung anderer Kunstformen erweitert. "Nazarín", ein Frühwerk des spanischen Filmemachers Luis Buñuel, schildert den Lebens- und Leidensweg eines jungen Priesters, der im katholischen Mexiko in Konflikt mit dem Klerus gerät.
Leider musste 82-jährige Carlos Fuentes seine Teilnahme an den Ostertönen absagen. Stattdessen wird Dramaturgin Susanne Laurentius auf Kampnagel einen Vortrag zu "Aura" halten und mit dem Komponisten José María Sánchez-Verdú über seine Zusammenarbeit mit Fuentes sprechen. Wie geplant wird auch der Schauspieler Erik Schäffler Auszüge aus der Novelle "Aura" vorlesen.
Das Festival endet, ebenfalls auf Kampnagel, mit der szenischen Aufführung von José María Sánchez-Verdús Kammeroper "Aura", die auf der Erzählung von Fuentes basiert.
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Generalmusikdirektorin: Simone Young

