2003 landete Jan Henrik Stahlberg einen Überraschungserfolg, als er in "Muxmäuschenstill" einen wild gewordenen Moralisten auf seine Mitbürger losließ.
21 Jahre später verbreitet die satirische Fortsetzung "Muxmäuschenstill x" einen Wutbürger-Hautgout, der Stahlbergs halbherzigen Aufruf zu Radau und Revolte schwer erträglich macht.
(Kinostart: 1.5.) Die Rückkehr des Muxismus: 21 Jahre nach seinem Überraschungserfolg lässt Jan Henrik Stahlberg wieder den Selfmade-Revoluzzer Mux von der Leine.
Einmal mehr schlägt dessen gerechte Empörung regelmäßig in selbstgerechten Autoritarismus um - zur Ermüdung seines Publikums.
Jan Henrik Stahlberg, Filmemacher und Hauptdarsteller in einer Person, stellt „Muxmäuschenstill X“ zwei Schrifttafeln voran. Auf der ersten heißt es:
„In Zeiten wie diesen rät man uns zu einem Disclaimer, dass es sich um eine Satire handelt. Wir kommen dem hiermit nach.“ Auf der zweiten: „Disclaimer: Dies ist eine Satire.“
Diese Art Witz durchzieht den gesamten Film: In raunendem Ton wird Staunen über den Zustand einer Welt inszeniert, die unzumutbare Forderungen stellt.
Anschließend wird das durch auftrumpfende Überdeutlichkeit konterkariert. 21 Jahre nach „Muxmäuschenstill“, seinem Kino-Debüt als Drehbuchautor, hat Stahlberg, der diesmal für Buch und Regie verantwortlich zeichnet, seine Figur Mux (ebenfalls Stahlberg) zu neuem Leben erweckt – und zwar ziemlich wörtlich.
Das muxistische Manifest
Denn die Zeit, die seit dem ersten Film vergangen ist, soll der „faschistoide Irre“ (Produzent Martin Lehwald) im Wachkoma verbracht haben.
Dabei hat der Mann, der einst mit seiner „Gesellschaft für Gemeinsinnpflege“ die Welt mit autoritären Mitteln erziehen wollte, jedoch keineswegs geschlafen.
Nein: Er hat ein Manifest des Muxismus verfasst. Mit dem will er nun als „Fremder im eigenen Land“ die Revolution von Ostdeutschland aus über ganz Europa verbreiten.
Kunst+Film-Redaktion


Mux (Jan Henrik Stahlberg) und Karsten (TilmanVellguth) versuchen Flugzeugpassagiere vom Muxismus zu überzeugen. Foto: Mux Filmproduktion/RalfNoack
Mux (Jan Henrik Stahlberg) und Karsten (TilmanVellguth) bringen das muxistische Manifest an die Menschen. Foto: Mux Filmproduktion/RalfNoack



