Mit einem Recital der renommierten tschechischen Mezzosopranistin Dagmar Pecková werden am Donnerstag, 19. Mai, die Gustav-Mahler-Festtage 2011 am Staatstheater Kassel fortgesetzt. Begleitet von dem Pianisten Vojtech Spurny, singt Dagmar Pecková Lieder aus „Des Knaben Wunderhorn“ und die Rückert-Lieder von Gustav Mahler sowie die Wesendonck-Lieder von Richard Wagner und „Heimliche Aufforderung“ op. 27/3 von Richard Strauss.
Dagmar Pecková, in Kassel als fulminante Herodias noch in bester Erinnerung, tritt an den großen Häusern Europas auf. Anlässlich des Mahler-Jubiläums 2010/11 singt sie die Kindertoten-Lieder mit der Königlichen Philharmonie Flandern unter Philippe Herreweghe, im Klagenden Lied in der Tonhalle Düsseldorf unter Martyn Brabbins, im Lied von der Erde mit dem Orchestre National de Montpellier unter Enrico Delamboye, in der 2. Symphonie mit den Hamburger Philharmonikern unter Simone Young, in der die 3. Symphonie im Wiener Konzerthaus unter Fabio Luisi sowie im Festspielhaus Salzburg und im Stefaniensaal Graz unter Aleksandar Markovic und die Wunderhorn-Lieder mit dem Orquesta Simfónica de Barcelona unter Pablo Gonzalez und auf Europa-Tournee mit dem Residenzorchester Den Haag unter Neeme Järvi.
Über Mahler sagt Dagmar Pecková, die bereits beim Eröffnungskonzert der Gustav-Mahler-Festtage als Solistin mitwirkt: „Die zauberhafte, traurige und melancholische Musik Gustav Mahlers begleitet mich schon 25 Jahre durch meine Karriere. (…) Im Laufe der Jahre eröffneten sich immer wieder neue Sichtweisen auf diese Musik. Dort, wo ich früher Depression gesehen habe, überrascht mich doch ein Hauch von Zuversicht, wo schlichte Schönheit herrscht, schwingen drohende Untertöne mit.“
Ein Großteil von Gustav Mahlers Liedern basiert auf der von Achim von Arnim und Clemens Brentano zusammengestellten Gedichtsammlung Des Knaben Wunderhorn. Hier fand Mahler alle Sinnbilder romantischer Geisteshaltung, aber auch einen volkstümlichen, dem alltäglichen Leben abgelauschten Ton, den er in seiner Musik aufgreifen konnte – bis hin zu den Trompetensignalen in den Soldatenliedern, die in seine Kindheit im böhmischen Kalitsch zurückweisen. Gleichwohl sind Mahlers Lieder von nur scheinbarer, brüchiger Naivität und haben mit rein schwärmerischer Romantik kaum etwas zu tun.
Die Entstehung der fünf Lieder nach Gedichten von Friedrich Rückert fiel in Gustav Mahlers produktivste Zeit um die Jahrhundertwende. „Nach Des Knaben Wunderhorn kann ich nur mehr Rückert machen – das ist Lyrik aus erster Hand, alles andere ist Lyrik aus zweiter Hand.“ Und tatsächlich findet Gustav Mahler hier zu einem neuen, moderneren, aber auch “entrückteren“ Ton.
Richard Wagners 1857 in Zürich komponierte Wesendonck-Lieder nach Gedichten von Mathilde Wesendonck spiegeln nicht nur die hochgespannte Stimmung ihrer Entstehungsumstände – die Liebe zwischen Wagner und der Gattin seines Gönners – sie können gleichsam als Vorstudien zu „Tristan und Isolde“ gelten.
Richard Strauss äußerte einmal: „Eigentlich sind mir meine Lieder das Liebste von all’ den Sachen, die ich gemacht habe!“. Eine sehr beziehungsvolle Widmung enthält der Liederzyklus op. 27: „Meiner geliebten Pauline zum 10. September 1894“. An diesem Tag wurden Richard Strauss und seine lebenslange Muse Pauline de Ahna getraut.
Gustav Mahler: Lieder aus „Des Knaben Wunderhorn“
Richard Wagner: Wesendonck-Lieder
Gustav Mahler: Rückert-Lieder
Richard Strauss: Heimliche Aufforderung op.27/3
Donnerstag, 19. Mai, 20 Uhr, Opernfoyer
Konzertbeginn ist um 20 Uhr im Opernfoyer, Karten gibt es an der Theaterkasse, Tel. (0561) 1094-222, und online unter www.staatstheater-kassel.de
Juliane Clobes Pressereferentin
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