„Grie Soß´ macht gute Laune, die hält Dich fit, bringt Dich auf Trab! Grie Soß´, die brauch ich täglich. Grie Soß´, das ist mein Lebenselixier.“ Was ist dieser Hymne der Marktfrau und Grüne Soße-Päpstin Gisela Paul an Frankfurts bedeutendstem Beitrag zum Weltkochkulturerbe noch hinzuzufügen?
Grüne Soße, das ist gewiss, feiert in der Gunst der Genießer ein vielfältiges Revival, weil sie mit Zutaten wie frischen Kräutern und Milchprodukten aus der Region, Vertrauen schafft und nach Heimat schmeckt.
Allerdings wird in Frankfurt über fast nichts mit so viel Inbrunst diskutiert, wie über die einzig wahre Zubereitung der Grie Soß´. Über die sieben Kräuter, die hineingehören und solche, die man tunlichst weglassen sollte, über Mayonnaise oder Meerrettich darin, über halbierte oder gehackte Eier nebendran oder untergerührt, streiten sich die Geister.
Dabei wird vergessen, dass die Grüne Soße eine Globetrotterin ist. Denn auch in der mediterranen, der arabischen, der indischen und englischen Küche werden frische Kräuter zu feinen, aromatischen Saucen verarbeitet. Deswegen hat die Gastrojournalistin und Autorin Ingrid Schick auch in die Schüsseln englischer, südeuropäischer, indischer, persischer und lateinamerikanischer Köche, die in Frankfurt und der Region ihre (kulinarische) Heimat gefunden haben, geschaut und die besten Rezepte in ihrem Koch- und Lesebuch „Grüne Soße – Die besten Rezepte“ notiert.
So hat man mit der Grünen Soße immer gleichzeitig Heimat und Weltläufigkeit auf dem Teller. Und je nachdem, was man im Leben und beim Essen bevorzugt, lässt die Grüne Soße einem einerseits die Freiheit, sie immer neu zu interpretieren oder sie nach der Devise „es gibt Dinge, die kann man nicht verbessern“ als eine Art kulinarischer Standortbestimmung zu genießen
Mit unterhaltsamen Lesegeschichten wie der Wahrheit über den Dichterfürsten Johann Wolfgang Goethe und das ihm angedichtete Faible für die Grüne Soße und seine Mutter Aja Textor-Goethe, die angebliche Erfinderin derselben, Informatives über den richtigen Anbau der sieben Kräuter auf dem eigenen Balkon oder Nützliches über die richtige Verarbeitung der Kräuter ergänzen die umfangreiche regionale und internationale Rezeptsammlung, die Ingrid Schick zusammengetragen hat.
Die Leserinnen und Leser dürfen auf die Rezepte für eine traditionelle Frankfurter Grüne Soße von Szene-Gastronom Kay Exenberger oder Tigerpalast-Chef Robert Mangold, eine arabische Variante vom Thomas Klüber (Walden), eine peruanische Grüne Soße oder auf Michael Stöckls Experiment, ein Grüne Soße-Kräutersorbet von der Landsteiner Mühle gespannt sein.
Kräuterexpertin Dorisa Winkenbach eröffnet mit ihrer Grünen Soße aus Wildkräutern neue Geschmackshorizonte, Ortslandwirt Horst Krämer bereitet eine traditionelle Grüne Kräuter-Vinaigrette zu und Slowfood-Aktivist Andreas Eggenwirth verarbeitet die Kräuter zu Gemüse.
Die Sterne-Köche Carmelo Greco, Michael Kammermeier und André Großfeld haben ebenfalls genussvoll mit den Grüne Soße-Kräutern experimentiert. Selbstredend werden auch passende Hauptgerichte oder Beilagen von den Rezept- Paten empfohlen.
Im kulinarischen Rahmenprogramm erfahren Sie mehr über Kornmayers Grüne Soße-Senf, Dirkers Grüne Soße-Geist, die Hessenpraline vom Weltmeister der Konditoren Bernd Siefert oder den Grüne Soße-Cocktail, den Markus Langkamm (Roomers Bar) eigens für das Lese- und Kochbuch kreiert hat.
Diese Lokalpatrioten stehen stellvertretend für 25 Grüne Soße-Afficionados, die mit Ihren vielfältigen und raffinierten Rezepten zum Gelingen dieses Buches beigetragen haben.
Neuerscheinung
Ingrid Schick
Grüne Soße – Die besten Rezepte
gebunden, 120 Seiten
ISBN 978-3-937774-45-9
Preis: 9,90 Euro
CoCon-Verlag
In den Türkischen Gärten 13
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