Rolf Schröter, Ressortleiter Marketing bei W&V, ist auch kein Freund von Großraumbüros.
Lieber Herr Böhmer,
Großraumbüros sind gut für Kommunikation und Produktivität? – Bullshit
Endlich räumt mal jemand mit dem Quatsch auf. Und zwar Ikea. Die Schweden halten sich in Kopenhagen ein Design-Labor namens Space 10, von „Fast Company“ zu einer der „World’s most innovative companies 2019“ gewählt. Auch bei Space 10 gab es Großraumbüros. Aber das ist passé.
Denn: In Großraumbüros verbringen die Menschen 73 Prozent weniger Zeit damit, sich mit Kollegen persönlich auszutauschen. Sondern? Sie schreiben stattdessen einander via Mail, Slack oder ähnlichem. Eigentlich logisch: Wer mit jemandem reden möchte, will nicht unbedingt, dass das gesamte Team mithört.
Außerdem: Ein Bericht des „Asia-Pacific Journal of Health Management“ hat festgestellt, dass Großraumbüros zu Konflikten, hohem Blutdruck und erhöhter Mitarbeiterfluktuation führen.
Auch mit dem Homeoffice ist das so eine Sache. Die SPD hat „ein Recht auf Homeoffice“ gefordert. Und tatsächlich mutet das Klischee der Heimarbeit wunderbar an: Ungestörtes, konzentriertes Arbeiten, und, weil es keine An- und Heimfahrtzeiten gibt: Mehr Freizeit.
Pustekuchen. Grundsätzlich führen flexible Modelle bei beiden Geschlechtern im Schnitt zu längeren Arbeitszeiten. Gerade Familien profitieren davon also prinzipiell nicht. Während die Väter im Homeoffice mehr Zeit in den Job stecken, machen Mütter Überstunden und investieren mehr Zeit in die Kinderbetreuung. Das Ergebnis: Überlastete Mütter.
So. Schluss für heute. Ab ins Homeoffice
Einen schönen Abend wünscht
Rolf Schröter


Grossraumbüros, aber auch das viel gelobte Homeoffice sind in der Arbeitswelt nicht das Gelbe vom Ei. Foto: GFDK
