Gesellschaft Freunde der Künste

Nachrichten und Veranstaltungen in unserem Archiv

60. Internationale Filmfestspiele Berlin

Großer Preis des Deutschen Kinderhilfswerks für den besten Spielfilm, dotiert mit 7.500 Euro: Boy von Taika Waititi, Neuseeland 2010

Unser Gewinner ist ein authentischer Film von bemerkenswertem Mut. Ohne jegliche Scheu geht die Regie risikobewusst und beherzt zu Werk: Es werden schwierige Themen behandelt und geschickt Moralpredigten, Sentimentalität und Selbstmitleid umschifft. Ein Humor kommt dabei gekonnt zum Einsatz, dem es gelingt, Tragödie und Komödie gleichberechtigt zu bedienen.

Weil er so leichtfüßig daher kommt, könnte man versucht sein, die Tiefe dieses Films zu unterschätzen. Er ist jedoch eine große thematische und formale Wundertüte mit vielen poetischen Momenten. Ein Film, der räumliche und zeitliche Distanz spielerisch überwindet und uns alle sehr berührt.

Lobende Erwähnung: Yeo-haeng-ja

von Ounie Lecomte, Republik Korea / Frankreich 2009

Ausgehend von einem Drehbuch, das außerordentlich geschickt sämtliche Fallstricke des Melodramas umschifft, befördert uns dieser Film direkt in die Lebenswelt eines unglücklichen kleinen Mädchens. Wir werden Zeuge einer entscheidenden Phase der Veränderung und Verwirrung.

Die sichere wie präzise Regie gemeinsam mit dem geradlinigen wie berührenden Spiel der Figuren ermöglicht dem Zuschauer sehr unmittelbar den Kampf des Kindes zu empfinden: Sie begegnet ihrer Not nicht mit passiver Akzeptanz, sondern mit wütendem Lebenswillen; dem Wunsch zu sterben mit dem Wunsch zu leben. Unsere Jury war zutiefst bewegt.

Spezialpreis des Deutschen Kinderhilfswerks für den besten Kurzfilm, dotiert mit 2.500 Euro: Apollo

von Felix Gönnert, Deutschland 2010

Der Gewinner ist ein erfrischend unvorhersehbarer Film. Mit einer einfachen, jedoch sehr pointierten Bildsprache präsentiert er zwei in sich geschlossene Welten. Technisch wie stilistisch brilliant, erlebt der Zuschauer überzeugendes, großes Kino. 

Lobende Erwähnung: The Six Dollar Fifty Man

von Mark Albiston und Louis Sutherland, Neuseeland 2009

Mit einer durchweg überzeugenden Besetzung wird unsere Lobende Erwähnung vor allem von seinem Hauptdarsteller getragen – einem schon fast naturgewaltigen Energiebündel. Mit einer souveränen Regie, die einer bekannten Geschichte neue Kraft verleiht, werden Erwartungen konsequent untergraben. Der Film brodelt richtig: mit Emotionen, Wut und schließlich und endlich dem Triumph eines kleinen Jungen.

Preisverleihung und Vorführung des Preisträgerfilms heute um 15.30 Uhr im Zoo Palast

Die Mitglieder der Internationalen Jury Generation Kplus

Margret Albers

Kylie Du Fresne

Philippe Falardeau

Hana Makhmalbaf

Rowan O’Neill

Head of Press and Publicity
Frauke Greiner
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