Gesellschaft Freunde der Künste

Nachrichten und Veranstaltungen in unserem Archiv

stoff aus der antike

griechischen Mythologie. Oper MEDEA am 5.9.2010 in Frankfurt am Main

Medea hat jeden Halt verloren – ihre Heimat, ihre Rechte, die Liebe ihres Mannes und ihrer Kinder. Ihre Verzweiflung ist so maßlos wie ihre Rache. Sie tötet ihre Kinder und lässt die Ersatzmutter mit einem Brautgeschenk in Flammen aufgehen. Was Medea bleibt, ist das Goldene Vlies, ein Raubgut, dem magische Eigenschaften zugeschrieben werden – und die Hoffnung auf die Vergebung der Götter.

Bis in die 1990er Jahre mussten sich Komponisten, die klassische Stoffe musiktheatralisch verarbeiteten, den Vorwurf gefallen lassen, mit einer »Literaturoper« den Weg des geringsten Widerstands zu gehen. Aribert Reimann ließ sich hiervon nicht beirren. Heute gilt er als der bedeutendste deutsche Komponist zwischen Henze und Rihm. Seine Werke, insbesondere der 2008 mit sensationellem Erfolg an der Oper Frankfurt inszenierte und auf CD eingespielte Lear, werden regelmäßig aufgeführt und sind von seltener Nachhaltigkeit. Nun also Medea.

Unter den rund dreißig Dichtern, die seit der Antike den Stoff dramatisierten, war es Grillparzer, auf dessen Bearbeitung Reimann am stärksten reagierte: »In keiner anderen Version wird Medea so grausam suggeriert, dass sie eine Fremde ist. (...) Schon im ersten Akt stellte sich so viel Musik ein, und am Ende des zweiten Aktes dachte ich, mein Kopf platzt vor Musik.« Das Feuer, mit dem Medea den Palast in Brand setzt, komme aus ihr selbst. »Es ist gefährlich, wenn man sich hineinsteigert in diese psychischen Zustände«, erklärt der Komponist, der die Herausforderung annahm, Medeas existenzielle Not und ihren Hass musikalisch auszudrücken.

In extremen Koloraturen und bar jeder Orchesterbegleitung hat die mythische Gestalt im Laufe der Kompositionsarbeit eine ungeheuere Lebendigkeit entwickelt: »Bei Medea ist die Handlung neben dem psychischen Vorgang minimal wie in keiner anderen meiner Opern. Hier verdichten sich die Migrationsprobleme, wie sie die westlichen Gesellschaften heute haben, quasi in einer einzigen Figur.«

Besetzung

Musikalische Leitung
Erik Nielsen
Regie, Bühnenbild und Licht
Marco Arturo Marelli
Kostüme
Dagmar Niefind

Medea
Claudia Barainsky
Gora, ihre Amme
Tanja Ariane Baumgartner
Jason
Michael Nagy
Kreon, König von Korinth
Michael Baba
Kreusa
Paula Murrihy
Ein Herold
Tim Severloh

Frankfurter Opern- und Museumsorchest

Aufführungen bis zum 16.10.2010

Kontakt

Oper Frankfurt
Untermainanlage 11
60311 Frankfurt am Main

info@oper-frankfurt.de

Presse

Holger Engelhardt

holger.engelhardt@buehnen-frankfurt.de

Link

http://www.oper-frankfurt.de/de/page440.cfm?stueck=250