Ein Staatsanwalt soll Anklage führen gegen einen Bankangestellten, der ohne Grund einen Hauswart mit der Axt erschlagen hat. Und der Staatsanwalt ist der einzige, der ihn versteht. In zwölf Bildern, die zwischen Wirklichkeit, Traum und Volksmärchen pendeln, wird der Staatsanwalt zum Anführer eines Aufstandes «gegen die Hoffnung, … gegen den Ersatz, gegen den Aufschub» – er wird zum Revolutionär Graf Öderland. Schliesslich muss er sich entscheiden, ob er die Macht im Staat übernimmt oder stirbt.
Heute, da ein Flugzeugingenieursstudium ins Fahndungsraster Terrorismus fällt, erscheint Graf Öderland als klarsichtige Fabel einer Gesellschaft, in der «der Kapitalismus» nicht länger «essentiell der Befriedigung derselben Sorgen, Qualen, Unruhen dient, auf die ehemals die so genannten Religionen Antwort gaben». — Walter Benjamin
Max Frisch (1911 – 1991) skizzierte «Graf Öderland» bereits im «Tagebuch 1946 –1949». Die Uraufführung 1951 war heftig umstritten. Dürren-matt bemerkte, nicht Frisch, sondern das Theater wäre an «Öderland» gescheitert. Max Frisch selber hingegen bezeichnete «Öderland» als seine «ihm liebste» und «lebendigste» Arbeit. Zu Max Frischs 100. Geburtstag bringt das Theater Basel eine Neuinszenierung.
Der Regisseur Simon Solberg war Hausregisseur am Nationaltheater Mannheim. 2008 gewann er den Kritikerpreis beim Festival «Radikal jung». Er inszenierte u. a. am schauspielfrankfurt, am Maxim Gorki Theater Berlin, am Staatsschauspiel Dresden und am Volkstheater München. In der Spielzeit 2009/2010 brachte er die raubkopierte Fassung der «Räuber» nach Friedrich Schiller auf die Bühne des Theater Basel.
Kontakt
Theater Basel
Postfach
CH-4010 Basel
Link
http://www.theater-basel.ch/spielzeit/stueck.cfm?s_nr=4294

