Auf dem Höhepunkt der ersten Weltwirtschaftskrise im Februar 1932, traf Ödön von Horváth auf einer Reise den Prozeßberichterstatter Lukas Kristl, der ihn fragte, warum sich die Dramatiker immer nur für Kapitalverbrechen interessierten und sich kaum jemals mit den "kleinen Verbrechen" beschäftigten. Kristl erzählte ihm vom Fall einer Korsettvertreterin, die wegen Betrugs zu einer Gefängnisstrafe verurteilt worden war. Horváth nahm Kristls Anregung zum Anlaß, den "gigantischen Kampf zwischen Individuum und Gesellschaft" zum Thema zu machen.
Das Stück beginnt vor dem Anatomischen Institut. Elisabeth braucht dringend 150 Mark, um eine Vorstrafe zu bezahlen, da sie ohne Wandergewerbeschein gearbeitet hat. Deshalb möchte sie schon zu Lebzeiten ihre Leiche für die Forschung verkaufen. Aus Mitleid streckt ihr der Präparator das Geld vor, im Glauben, ihr damit einen neuen Wandergewerbeschein zu finanzieren. Noch bevor sie die 150 Mark abarbeiten kann, verliert sie ihre Stelle, weil sie als Verkäuferin nicht genug Umsatz macht. Als der Präparator herausfindet, daß sie mit seinem Geld ihre Vorstrafe bezahlt hat, erstattet er Anzeige gegen sie. Elisabeth wird wegen Betrugs zu vierzehn Tagen Gefängnis verurteilt. Aber sie gibt die Hoffnung nicht auf. Sie lernt vor dem Wohlfahrtsamt den jungen Schupo Alfons Klostermeyer kennen und verliebt sich in ihn. Doch die schon sicher geglaubte Liebe schlägt umbarmherzig zu.
Horváths Werk ist eine Analyse über die menschlichen Sehnsüchte in unsicheren Zeiten, in welchen Glaube, Liebe und Hoffnung angesichts der gesellschaftlichen Umstände zum Scheitern verurteilt sind.
Inszenierung | Monika Hess-Zanger
Ausstattung | Petra Buchholz
Mitwirkende | Mara S. P. Stroot [ELISABETH] | Konrad Haller [Ein Schupo] | Florian Bender [Oberpräparator / Tierpfleger / MARIA / Ein Kamerad] | Heiko Grosche [Präparator / Er selbst, der Herr Amtsgerichtsrat / Ein Invalider ] | Sven Heiß [Vizepräparator / Ein hochgewachsener Herr / Ein Kriminaler] | Hanni-Isabell Schuster [JOACHIM, der tollkühne Lebensretter] | Jens Ulrich Seffen [Der Baron mit dem Trauerflor / Frau Amtsgerichtsrat / Ein dritter Schupo] | Sabrina vor der Sielhorst [IRENE PRANTL / Eine Arbeiterfrau / Ein weiblicher Schupo]
Premiere A | Freitag 17. September 2010 | 20 Uhr
Premiere B | Samstag, 18. September 2010 | 20 Uhr
Vorstellungsdauer | 1 1/4 Std. | Keine Pause |
WBT_SAAL |
Premiere A | Freitag, 17. September 2010
Premiere B | Samstag, 18. September 2010
Beginn 20 Uhr
Weitere Vorstellungen [September]:
So 19.9. | 18 [!] Uhr | Stückeinführung | 17 Uhr
Fr 24.9.+ Sa 25.9. | 20 Uhr
So 26.9.| 18 Uhr
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