Gesellschaft Freunde der Künste

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chancengleichheit

Girls, Girls, Girls -ausschließlich von Künstlerinnen zum Weltfrauentag bis 25.4.2009 in München

Votes for Women stand auf den Manifesten der englischen Suffragetten zu Beginn des 20. Jahrhunderts, die das Frauenwahlrecht einforderten. Hervorgegangen aus dem Schulterschluss gegen den Contagious Disease Act sollten ihre Aktionen ansteckend werden für Generationen von Frauen, die sich seitdem für Chancengleichheit in wirtschaftlichen, gesellschaftlichen und ökonomischen Bereichen, aber sich auch auf privater Ebene stark machen. Ausgerufen wurde der Internationale Frauentag 1911. Von den Nationalsozialisten wurde dieser sozialistisch geprägte „Feiertag“ jedoch wieder abgeschafft, den Frauen das passive Wahlrecht entzogen und durch den Muttertag ersetzt. Im Spagat dieser nahezu gegensätzlichen Frauenbilder galt es damals, und gilt auch heute noch, gerade in Deutschland, sich zu positionieren.

Nach der erfolgreichen Implementierung der Frauenrechte in den Gesetzeskörper vor genau 90 Jahren steht die faktische Gleichberechtigung von Mann und Frau bis heute aus – nach einer Aussage der Vereinten Nationen wird bei gleich bleibendem Tempo des Prozesses eine Gleichberechtigung der Geschlechter erst im Jahre 2490 erreicht sein. Vorausgesetzt also, der Kampf geht weiter, bleibt die Frage wer kämpft überhaupt noch? Mit welchen Mitteln? Oder muss man nicht vielmehr von einer zunehmenden Privatisierung und Individualisierung emanzipatorischer Prozesse sprechen, denen auf politischer Ebene die Stimme versagt?!

Berichte über anhaltende Chancenungleichheit, Lohndiskriminierung, erhöhtes Armutsrisiko und Gewalt gegen Frauen und andererseits aktuelle Statistiken, die eine im historischen Vergleich nahezu halbierte Wahlbeteiligung für Deutschland belegen, könnten einen zu derartigen Einschätzungen bringen. nahezu halbierte Wahlbeteiligung für Deutschland belegen, könnten einen zu derartigen Einschätzungen bringen.

In der am 8. März 2009 eröffneten Ausstellung widmen sich einundzwanzig Künstlerinnen diesen Spektren weiblicher Identität und Realität. Ihre Themen sind Entleerung und Stereotypisierung von Körperlichkeit, kulturelle Prägung und familiäre Bindungen, gesellschaftlicher Druck, Tabus und Klischees von Weiblichkeit, Frauenliebe, Männerlust, Rollenspiele in Familie und Beruf, Phantasien zwischen Auflösung und Befreiung. Anstelle eines einstimmigen Kampfgeistes sind diese ernsten, hintersinnigen und zum Teil ironischen Statements weniger eine Bestandsaufnahme zum Thema Emanzipation heute, als ein offener Kommentar oder Aufruf, mit seinen eigenen Mitteln eine Wahl zu treffen.

„Every little bit helps. The old women said as she pissed into the sea“, spricht es uns von den Postern Ulrike Müllers zu. Diese Heteroenität macht sich in dem - medial und thematisch - unterschiedlichen Material bemerkbar, das zwischen Video, Fotografie, Zeichnung, Objekt und Mixed Media rangiert. Eingeladen sind Künstlerinnen und Freundinnen aus dem Umfeld der Galerie. Konzept und Text Eva Kraus und Nan Mellinger.

Ausstellungsort: Galerie Steinle München www.steinle-contemporary.de bis 25.4.2009

Presse: www.faz.net/s/Rub18AE21D721C347399F4BC0776CF65663/Doc~E5CFAC49A0B1B4F309CB1DB8E24C9F62B~ATpl~Ecommon~Scontent.html