Entspannt lehnt sich MiBo in seinem bequemen Studiosessel zurück. Der Sänger der hr1-Band 2012 „Boom Gang“ sitzt mit Bassist Dr. Ott und Gitarrist Onkel Tom am riesigen Mischpult in einem Produktionsstudio des Hessischen Rundfunks (hr).
Die drei Darmstädter Musiker sind sehr zufrieden. Drei Nachmittage lang haben sie mit ihren Kollegen an Schlagzeug und Keyboards ausgewählte Titel aus ihrem Repertoire unter professionellen Bedingungen aufnehmen können, jetzt steht die Endabmischung an.
„Das war schon toll, endlich einmal richtig viel Platz zum Singen zu haben“, schwärmt MiBo, „wenn man das mit den kleinen Gesangskabinen in Probekellern vergleicht.“
Bei all den technischen Möglichkeiten, die das Studio bot, kam es der Coverband aus Südhessen dennoch auf einen authentischen Klang an: „Getrickst haben wir gar nicht“, sagt Dr. Ott, der Bassist. „Obwohl wir mit Overdubs gearbeitet haben, war es fast wie eine Liveaufnahme.“ Das heißt: Auch wenn hr-Tontechniker Rainer Schwarz Instrumente und Gesang Spur um Spur aufnahm, musste die jeweilige Einspielung „sitzen“, denn nachträgliche digitale Korrekturen waren tabu.
Dabei sei er alles andere als ein „Rotlicht-Musiker“, gibt Dr. Ott zu: „Wenn das rote Studiolämpchen leuchtet, steigt die Aufregung ganz schön, auf der Bühne bin ich viel gelassener.“ Da sind die „Boomer“, die seit vier Jahren große Hits im „Disco-Rock“-Sound covern, vornehmlich zuhause. Weil sich die Band den Spaß aber in keiner Situation nehmen lässt, liefen die Aufnahmen bei aller Anspannung wie am Schnürchen.
Was nach Meinung des Gitarristen, Onkel Tom, auch an den „magic hands“ von Rainer Schwarz lag. Das Kompliment gibt der Tonmann gerne zurück: „Das ist einfach spaßig und schön, mit den Jungs zu arbeiten, ich finde den Sound klasse!“ Für ihn sei eine Produktion im Pop-Rock-Bereich fast wie eine Lockerungsübung, „jedenfalls was ganz Anderes als Jazz- und Klassikaufnahmen“, die er überwiegend betreut.
Weil die Aufnahmen so gut liefen, konnte die „Boom Gang“ statt der geplanten zwei sogar drei Songs aufnehmen. Neben dem Hit aus den achtziger Jahren „Sunglasses at Night“ und dem Mitschnipp-Klassiker „Don’t worry be happy“ kam „ganz spontan“ der aktuelle Top-Ten-Hit „Moves like Jagger“ dazu, dessen tanzbarer Groove der „leckersten Band der Welt“, wie sich die Fünf auch bezeichnen, sehr liegt.
Aber auch nach dem Studiotermin ist für Füße hochlegen keine Zeit. Noch vor der heißen Fasnachtsphase soll die im hr eingespielte Coverversion von „Don’t worry be happy“ als Download ins Internet kommen. „Da gibt es noch rechtlichen Kram zu klären“, sagt MiBo und hofft, dass alles rechtzeitig klappt.
Auf jeden Fall gibt es diesen und all die anderen Songs der „Boom Gang“ beim nächsten Auftritt zu hören: am 17. Februar stehen die Darmstädter bei der Fasnachtsparty „Quartier Latin“ in der Universität Frankfurt auf der Bühne.
Hessischer Rundfunk
Pressestelle
Hartmut Hoefer
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V.l.n.r.: Dr. Ott, Onkel Tom, hr-Tontechniker Rainer Schwarz, MiBo Foto: hr/Hartmut Hoefer