‚O Mutter, warum hast du mir nicht alles gesagt?‘ fragt die 14jährige Wendla ihre Mutter, kurz bevor sie stirbt. Auf ihrem Grabstein wird stehen: ‚Gestorben an der Bleichsucht‘ – es soll kein Zweifel über die Todesursache aufkommen. In Wirklichkeit war Wendla schwanger und ist an den Folgen eines Abtreibungsversuchs gestorben, den ihre Mutter angeordnet hat.
Nicht ganz so ahnungslos wie Wendla ist Melchior, der Wendla auf einem Heuboden verführt hatte – oder sie ihn. Melchior kennt sich mit der menschlichen Anatomie ziemlich gut aus und kann in diesen Dingen seinem Freund Moritz auf die Sprünge helfen, den die Unberechenbarkeiten seines Körpers zunehmend verwirren. Aber weil die Scham der beiden Jugendlichen groß ist, gibt ihm Melchior seine Erklärungen schriftlich. Kurz darauf schafft Moritz die Versetzung in die nächste Klasse nicht und sieht keinen anderen Ausweg mehr, als sich zu erschießen. Als Melchiors aufklärendes Schreiben bei dem Toten gefunden wird, ist allen klar, wer der Sündenbock ist.
Inspiriert von einer tatsächlichen Begebenheit schrieb Wedekind mit ‚Frühlings Erwachen‘ ein gesellschaftskritisches Dokument über die Nöte heranwachsender Jugendlicher zwischen Leistungsdruck und erwachender Sexualität, die an der Verständnislosigkeit ihres Umfelds zu zerbrechen drohen.
Tilman Gersch, Regisseur und Mitglied der Schauspielleitung, hat sich neben großen klassischen Stoffen – ‚Hamlet‘, ‚Nathan der Weise‘, ‚Romeo und Julia‘ – der zeitgenössischen Dramatik gewidmet: u.a. der Erstaufführung ‚Der Turm‘ nach dem Roman von Uwe Tellkamp und der Uraufführung ‚Das wollt ihr nicht wirklich‘ von Bettina Erasmy. In der Spielzeit 2011/2012 eröffnete er die Schauspielsaison im Großen Haus mit dem Hauptwerk der deutschen Klassik: ‚Faust. Der Tragödie erster Teil‘. Es folgte die äußerst erfolgreiche Romanadaption von Hans Falladas ‚Der eiserne Gustav‘.
| nszenierung | Tilman Gersch |
| Bühne und Kostüme | Miriam Grimm |
| Musik | Stefan Goetsch |
| Dramaturgie | Anika Bárdos |
| Mit: | |
| Melchior Gabor | Nils Kreutinger |
| Moritz Stiefel | Rajko Geith |
| Herr Gabor / Lehrer | Benjamin Krämer-Jenster |
| Frau Gabor / Frau Bergmann / Lehrerin | Evelyn M. Faber |
| Wendla | Magdalena Wiedenhofer |
| Ernst Röbel | Fabian Stromberger |
| Hänschen Rilow | Benjamin Kiesewetter |
| Martha | Franziska Werner |
| Thea | Magdalena Höfner |
| Ilse | Sybille Weiser |
| Vermummter Herr | Zygmunt Apostol |
Eine Kindertragödie von Frank Wedekind
Premiere
Samstag, den 22.09.2012, 19.30 Uhr
Großes Haus
Donnerstag, den 27.09.2012, 19.30 Uhr
Mittwoch, den 10.10.2012, 19.30 UhrFreitag, den 19.10.2012, 19.30 Uhr
Kasse im Großen Haus
Telefon: 0611 / 132 325
Fax: 0611 / 132 367
Kassenstunden
Montag - Freitag 10.00-19.30 Uhr
Samstag 10.00-14.00 Uhr
Sonntag und Feiertag 11.00-13.00 Uhr
Abendkasse jeweils eine Stunde vor Vorstellungsbeginn.
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Neuer Service für Gruppen und Schulen
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Die Aufgaben des Rhein-Mainischen Besucherrings übernimmt die Theaterkasse des Staatstheaters Wiesbaden. Künftig betreut Sie unser Team bei allen Anfragen von Schulen und anderen Besuchergruppen.
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Eine Kindertragödie von Frank Wedekind Fotos: GFDK/Lena Obst





















