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Am Staatstheater Wiesbaden

Geschichten aus dem Wiener Wald - realistische Begebenheiten, bei denen immer wieder die Komik durchbricht

‚Du entgehst meiner Liebe nicht‘, sagt der Fleischer Oskar zu seiner Verlobten Marianne, als er sie in flagranti mit Alfred im Gebüsch erwischt. Marianne glaubt an die Heirat aus Liebe, brennt mit Alfred durch und wünscht sich ein Kind. Schnell wird klar, dass Alfred kein Interesse an einer romantischen Liebesbeziehung hat...

Horváth erzählt in ‚Geschichten aus dem Wiener Wald‘ realistische Begebenheiten, bei denen immer wieder die Komik durchbricht. Hinter aller Idylle, hinter aller Gemütlichkeit verbirgt sich seine tiefe Ernsthaftigkeit.

Horváth liebt seine Figuren, vor allem seine tapferen Mädchen – wie die Marianne, die glaubt, das Leben (und die Männer) bezwingen zu können, weil sie intensiver als diese liebt.

Aber sie hat sich verschätzt... Um Marianne herum bewegen sich phantastische Figuren: Die Tabakverkäuferin Valerie, der Spielwarenhändler ‚Zauberkönig‘, der Zocker Alfred, ein ‚Mister‘ aus den USA, Erich, der Deutsche – alle auf dem schmalen Grat zwischen Komik und alltäglicher Normalität angesiedelt.

‚Alle meine Stücke sind Tragödien – sie werden nur komisch, weil sie unheimlich sind‘, schreibt Horváth über seine Dramen. Horváth wurde 1901 als Sohn eines Diplomaten in Rijeka, Kroatien geboren.

Auf die Frage nach seiner Heimat antwortete er, eine typisch altösterreichisch-ungarische Mischung zu sein: magyarisch, kroatisch, deutsch, tschechisch. Zwischen 1930 und 1933 entstand sein Hauptwerk mit den vier Stücken ‚Italienische Nacht‘, ‚Geschichten aus dem Wiener Wald‘, ‚Kasimir und Karoline‘ und ‚Glaube Liebe Hoffnung‘, die im deutschen Theater einzigartig dastehen.

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