Gesellschaft Freunde der Künste

Nachrichten und Veranstaltungen in unserem Archiv

Ivans Güte kennt keine Grenzen

Geschichte eines modernen Hiob: Adams Äpfel am 27.5.2010 am Niedersächsischen Staatstheater Hannover

Ivans Güte kennt keine Grenzen. In seinem Pfarrhaus arbeitet er an der Resozialisierung schwieriger Zeitgenossen: Der Trinker und Frauenschänder Gunnar,der  Bankstellenräuber Kahlid, die Alkoholikerin Sarah und der Neonazi Adam sollen durch ihn wieder auf den rechten Pfad geführt werden.

Vor allem Neuzugang Adam ist es aber, der Ivans unerschütterlicher Nächstenliebe den Krieg erklärt. Mit allen Mitteln versucht er ihn zu zwingen, der Realität nicht nur des eigenen Lebens, sondern des Lebens überhaupt ins Auge zu sehen. Denn wie sich herausstellt, ist Ivan womöglich der schwierigste der in seinem Haus versammelten menschlichen Problemfälle. Der Konflikt zwischen dem notorisch guten Pfarrer, der hinter allem Schlechten nur eine Versuchung des Teufels sieht, und dem bösen Neonazi, der Gott selbst zum Urheber dieser schlecht eingerichteten Welt erklärt, spitzt sich derart zu, dass die Ordnung der kleinen Pfarrhausgemeinschaft in dramatische Turbulenzen gerät.

»Adams Äpfel« ist die Geschichte eines modernen Hiob. Erzählt wird sie mit handfestem dänischem Humor und sie lässt einen doch mit den schweren theologisch-philosophischen Fragestellungen zurück: Gibt es überhaupt so etwas wie das Gute? Und wenn nicht, ist Ivans Glaube daran vielleicht ein notwendiger Selbstbetrug, der ihn die Schicksalsschläge seines Lebens ertragen lässt? Ist dieser Selbstbetrug vielleicht überhaupt ein Weg, nichtnur das eigene Leben, sondern auch das unserer Mitmenschen erträglicherzu gestalten? Sollen wir Gott, wenn er tot ist, erfinden?

ANDERS THOMAS JENSEN (geboren 1972 in Frederiksvaerk, Dänemark) gehörte zunächst zum Kreis der Dogma-Filmer. So schrieb er das Drehbuch für den dritten Dogma-Film »Mifune« (Silberner Bär bei der Berlinale 1999). Mit »Flickering Lights« (2000) debütierte er als Regisseur. »Adams Äpfel« (Drehbuch und Regie) entstand 2005 und erhielt zahlreiche Preise. K. D. Schmidt entwickelte aus dem Drehbuch 2008 die Bühnenfassung.

Aufführungen bis zum 24.6.2010

Kontakt

Niedersächsische Staatstheater

Prinzenstr. 9
30159 Hannover
tel.: 0511.9999 00

Presse

bjoern.achenbach@staatstheater-hannover.de

claudia.pahl@staatstheater-hannover.de

Links

http://www.staatstheater-hannover.de/schauspiel/index.php?m=30&f=03_werkdetail&ID_Vorstellungsart=0&ID_Stueck=3