Jens Pesel ist als Generalintendant der Vereinigten Städtischen Bühnen Krefeld und Mönchengladbach in einer Feierstunde verabschiedet worden. Im Krefelder Theater kamen Vertreter aus Politik, Wirtschaft, Ensemblemitglieder und Publikum zusammen, um den 65-Jährigen und seine Arbeit zu würdigen.
Pesel wirkte 14 Jahren an den beiden Bühnen am Niederrhein. Krefelds Oberbürgermeister Gregor Kathstede und Mönchengladbachs Oberbürgermeister Norbert Bude überreichten dem scheidenden Generalintendanten zum Abschied eine Festschrift.
„Eine beeindruckende Ära geht zu Ende“, sagte Krefelds Oberbürgermeister Gregor Kathstede. In seiner Ansprache würdigte das Stadtoberhaupt die Verdienste Pesel in den vergangenen Jahren.
Dabei betonte Kathstede die vorbildhafte Initiative des Generalintendanten bei dem Projekt „Kultur macht reich“ sowie dessen Engagement und die großartige Förderung des Jugendtheaters.
„Wir haben Ihnen großartige Theatererlebnisse zu verdanken“, sagte Mönchengladbachs Oberbürgermeister Norbert Bude. Pesel habe in beiden Häusern Spuren hinterlassen.
In einem anschließenden Festgespräch unter der Moderation von Ulrike Gondorf, Pesels ehemaliger Stellvertreterin, erinnerten sich einstige Ensemblemitglieder und Regisseure an die Zusammenarbeit mit dem 65-Jährigen.
So berichtete Regine Andratschke, heute am Stadttheater Münster, von verzweifelten Situationen im Büro von Pesel, wo sie zum Trost vom ihm Taschentücher und Plätzchen bekam.
Regisseur Reinhardt Friese, der in den vergangenen zwölf Jahren 17 Stücke in beiden Häusern inszenierte, würdigte Pesel als einen Generalintendanten der „Professionalität und Menschlichkeit“.
Dabei seien ihm die Umstände nach der Geburt seines Sohnes ganz besonders in Erinnerung geblieben. Während der Hauptproben zu einem Stück kam Frieses Kind zur Welt.
Die zweite Hauptprobe zu dem Stück übernahm Pesel, damit Friese nachts nach Süddeutschland fahren konnte, um sein Kind zu sehen. Nachdem das Ensemble der „Comedian Harmonists“ für ihren Generalintendanten das Lied „Veronika, der Jens ist da“ gesungen hat, sprach Pesel selbst.
„In anderthalb Stunden wird man mehr gelobt als in 14 Jahren“, kommentierte Pesel mit Humor die Feierstunde. Nach rund 310 Premieren in beiden Häusern und dem gut fünffachen Umrunden der Erde als Konsequenz des Pendelns zwischen Krefeld und Mönchengladbach geht er nun in den Ruhestand.
„Das Theater bleibt für mich auch in Zukunft ein Impulsgeber“, so der 65-Jährige. Bereits in der kommenden Spielzeit kehrt Pesel an die Bühnen in Krefeld und Mönchenglachbach für eine Inszenierung zurück.
Wehmütige Stimmung kehrte auf der Bühne ein, als die Mitglieder der Bühnen auftraten, die mit dem Abschied Pesels auch einen neuen Lebens-Arbeits-Abschnitt antreten. Mit einem persönlichen Schlusssatz verabschiedeten sie sich von ihrem Generalintendanten.
Einigen Ensemblemitgliedern fiel es sichtlich schwer, die Tränen zurückzuhalten. Zum Abschied erhob sich das Publikum und bedankte sich mit anhaltendem Applaus bei Jens Pesel, der sich zur letzten Verbeugung vor dem Publikum in den Kreis der scheidenden Ensemblemitglieder eingereiht hatte.

