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"In meiner Musik zählen nur die Melodien"

Gelassener und lyrischer als je zuvor. Das Julia Hülsmann Trio “Imprint”-Tournee Frühjahr 2011 mit dem neuen Album

“In meiner Musik zählen nur die Melodien”, stellt Julia Hülsmann klar. Das war bei der Pianistin nicht immer so. Denn bei ihren früheren Aufnahme-Projekten mit Rebekka Bakken, Anna Lauvergnac und Roger Cicero hatte sie vor allem darauf geachtet, die von den Vokalisten gesungenen Texte hervorzuheben. Das änderte sich 2008, als sie mit “The End Of A Summer” ihr erstes Album für ECM einspielte. Nun richtete sie den Fokus auf die melodischen Reize der Stücke, die überwiegend aus ihrer eigenen Feder stammten, teilweise aber auch aus jener ihrer beiden Trio-Gefährten Marc Muellbauer und Heinrich Köbberling. Das ausgesprochen positive internationale Echo auf die Veröffentlichung von “The End Of A Summer” und eine anschließende Tournee verstärkten bei ihr den Wunsch, noch intensiver in einem Trio-Kontext zu arbeiten. Diesen Wunsch hat sie nun auf “Imprint” verwirklicht. Der Großteil der Stücke entstand im Frühling und Sommer 2009, aber es gibt mit “Rond Point”, “Grand Canyon” und “A Light Left On” auch ein paar ältere Kompositionen zu hören, die das Trio im Laufe der Aufnahmesession transformierte.

Der Titel des Albums wurde mit Bedacht gewählt. Als Komponistin versteht es Hülsmann, den expressiven Kern der Themen herauszuschälen. Sie heben sich so deutlich von den sie umgebenden Improvisationen ab. Das britische Magazin Jazzwise sprach von “elegant konstruierten Melodien, die natürliche Erweiterungen des vorhandenen thematischen Materials zu sein scheinen”.

Auf “Imprint” spielt das Trio nun gelassener und lyrischer denn je zuvor. Das ist, wie Julia Hülsmann einräumt, nicht zuletzt ein Verdienst ihres Produzenten Manfred Eicher: “Immer, wenn es uns zu sehr in den Fingern juckte und wir Gefahr liefen, zuviel zu spielen, erinnerte er uns daran, dass die Musik fließen muss. Das ist natürlich etwas, was wir uns selbst auch wünschen, aber manchmal braucht es ein wenig Courage, die Stücke einfach für sich selbst sprechen zu lassen.” Aus der Reihe tanzt in dieser Hinsicht die letzte Nummer des Albums, die eine Hommage an Thelonious Monk, den Großmeister “scheinbarer Simplizität”, ist. “Who’s Next” ist ein verschmitzt swingendes Stück, das von seiner Spontaneität lebt, aber zugleich auch sehr in der Tradition verankert ist. Und es erinnert einen daran, dass die Wurzeln des europäischen Jazz auch heute noch nach Übersee reichen.

Während Julia Hülsmann sieben Stücke für “Imprint” komponierte, steuerten Bassist Marc Muellbauer und Schlagzeuger Heinrich Köbberling jeweils zwei bei. Wie schon auf “The End Of A Summer”, wo das Trio mit einer wirklich wundervollen Interpretation von Seals Pop-Ballade “Kiss From A Rose” überraschte, gibt es auch diesmal eine Fremdkomposition im Programm: es ist der Schlager “Kauf dir einen bunten Luftballon”, den Anton Profes und Aldo von Pinelli 1943 für den Revuefilm “Der weiße Traum” geschrieben hatten. Es war das Lieblingslied von Julia Hülsmanns Mutter, die 2009 verstarb. Und es spricht für die starke Gruppenidentität des Trios, das man es schafft, dieses Lied nahtlos in das ansonsten sehr moderne Repertoire zu integrieren.

Kurz nach der Veröffentlichung von “Imprint” wird das Julia Hülsmann Trio Konzerte in Deutschland, Österreich und der Schweiz geben.



Julia Hülsmann Trio “Imprint”-Tournee Frühjahr 2011:

10. Febr. 2011 Women in Jazz Festival, Halle (Saale)
23. Febr. 2011 Porgy & Bess, Wien
24. Febr. 2011 Unterfahrt, München
25. Febr. 2011 Telegraph, Leipzig    
26. Febr. 2011 Bunker Ulmenwall, Bielefeld
03. März 2011 A-Trane,  Berlin
04. März 2011 Bix, Stuttgart
06. März 2011 Kulturforum, Kiel
13. März 2011 Moods, Zürich
14. März 2011 Hotel zum Schützen, Freiburg
30. März 2011 Stadtgarten, Köln    
31. März 2011 Jazzclub, Karlsruhe

 

 

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