Stuttgart um 1738. Am Hofe des Herzogs von Württemberg herrscht Unruhe: Ein seltsames, fremdartiges Wesen, ‚ein echter Jude‘, hat sich an den Hof geschlichen und verlangt Gehör. Bald schon gelingt es dem Händler Josef Süss Oppenheimer aus Heidelberg, das Interesse des Herzogs zu wecken.
Eine politische Blitzkarriere beginnt: Mit weitsichtigem Gespür für Handel und Geldgeschäfte kommt Süss nicht nur in Anstellung, er wird schon bald herzoglicher Berater. Die Finanzen des Hofs und Steuern des Landes liegen in seiner Hand. Überall spricht man vom märchenhaften Aufstieg des glücklichen Juden.
Doch Süss selbst ahnt den tiefen Fall voraus: Als die drückende Steuerlast den Volkszorn provoziert, sind seine politischen Gegner schon zur Stelle und ein Sündenbock ist schnell gefunden.
Die Geschichte um Jud Süss folgt einer historischen Begebenheit und diente als Vorlage für Wilhelm Hauffs Novelle und Lion Feuchtwangers Roman. Die Nationalsozialisten nutzten die Geschichte propagandistisch für den gleichnamigen antisemitischen Film.
Paul Kornfeld gelingt es 1929 mit seiner Bearbeitung des Stoffes, die Entstehung und das Wesen des Antisemitismus auf äußerst packende Weise offenzulegen. Kornfeld, selbst jüdischen Glaubens, starb 1942 im Konzentrationslager Lódž. Mit seinen frühen Dramen und programmatischen Schriften verhalf er dem expressionistischen Theater in Deutschland zum Durchbruch.
Hermann Schein inszeniert regelmäßig am Staatstheater Darmstadt. Darüber hinaus arbeitete er u.a. am Volkstheater Rostock, an den Freien Kammerspielen Magdeburg, am Theaterhaus Jena, am Staatstheater Mainz, am Deutschen Theater in Göttingen sowie am Maxim Gorki Theater Berlin.
| Inszenierung | Hermann Schein |
| Bühne und Kostüme | Stefan Heyne |
| Musik (szenisch) | Michael Erhard |
| Dramaturgie | Martin Apelt |
| Mit: | |
| Karl Alexander, Herzog von Württemberg | Matthias Kleinert |
| Die Herzogin | Christina Kühnreich |
| Minister Remchingen | Uwe Zerwer |
| General Speckenschwardt | Andreas Vögler |
| Josef Süss Oppenheimer | Andreas Manz |
| Ulbrich | Thomas Cermak |
| Burkhart | Thomas Wild |
| Prinzessin Lichtenstein | Dagmer Poppy |
| Der Regent / Fränkel | Aart Veder |
| Professor Hilprecht / Ein Schmied | Klaus Ziemann |
| Frau Götz | Sonja Mustoff |
| Anna, ihre Tochter | Maika Troscheit |
| Zeremonienmeister | Achim Barrenstein |
| Ein Lakai | Max Werner |
Ausführliche Informationen erhalten Sie hier
Austauschgastspiel des Staatstheaters Darmstadt
Tragödie von Paul Kornfeld
Premiere
Samstag, den 07.01.2012, 19.30 Uhr
Kleines Haus
Mittwoch, den 11.01.2012, 19.30 Uhr
Mittwoch, den 18.01.2012, 19.30 UhrFreitag, den 27.01.2012, 19.30 Uhr
Donnerstag, den 09.02.2012, 19.30 Uhr
Freitag, den 17.02.2012, 19.30 Uhr
Sonntag, den 26.02.2012, 19.30 Uhr
Aufführungsdauer: 3 Stunden 10 Minuten. Eine Pause.
Hessisches Staatstheater Wiesbaden
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