Gesellschaft Freunde der Künste

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Frühlingserwachen "live fast - die young" bis 29.4.2009 im Staatstheater Mainz

von Nuran David Calis nach Frank Wedekind

Inszenierung André Rößler
Bühne Tine Becker
Kostüme Simone Steinhorst
Video Elmar Szücs

Melchior, Moritz, Wendla und ihre Freunde sind Teenager und gehen zusammen zur Schule. Melchior ist Klassenbester, beschäftigt sich aber im Moment vor allem damit, die Geheimnisse der Liebe zu erforschen. Moritz hingegen muss bis zur Erschöpfung lernen, um seine Versetzung nicht zu gefährden. Und nicht nur schulisch steht er unter großem Druck: Mädchen verwirren ihn, seine erotischen Träume und Sehnsüchte kann er nicht einordnen. Und sein bester Freund Melchior findet kaum noch Zeit für seine Nöte, der interessiert sich seit kurzem vielmehr für Wendla. Die wiederum sucht, in sexuellen Dingen völlig unerfahren, Rat bei ihrer Mutter. Aber Wendlas Mutter reagiert mit Überforderung und Sprachlosigkeit. Wedekind skizziert in „Frühlings Erwachen“ das Bild einer Jugend, die zwischen Euphorie für ihre neu entdeckten Freiheiten und ihrer Angst vor der Zukunft schwankt, einer Zukunft, die mehr denn ungewiss ist. Lange Zeit wegen angeblicher „Obszönität“ von der Zensur verboten, begründete das Skandalstück von 1891 Frank Wedekinds Ruhm als Bühnenautor. Mehr als hundert Jahre später, vor dem Hintergrund von Bildungsmisere, mangelnder Chancengleichheit und prekären Arbeitsverhältnissen, gewinnt die präzise Beobachtung psychischer Instabilität im Blick auf eine schwer zu fassende Zukunft zunehmend an Bedeutung. So erzählt „Frühlings Erwachen“ mit ungebrochener Aktualität von den Problemen, Nöten, Sehnsüchten, Wünschen und Ängsten Jugendlicher. André Rößler wurde 1978 in Wolfen (Thüringen) geboren. Zunächst studierte er Chemie in Jena, bevor er als Schauspieler zum Ensemble des Theaterhauses Jena stieß. Danach studierte er Regie an der Hochschule für Schauspielkunst „Ernst Busch“ in Berlin. Nach seiner Diplominszenierung von „Mamma Medea“ von Tom Lanoye zeigte er am Staatstheater Stuttgart „MallRats“ von Kevin Smith und ein Sissi-Projekt am Schauspielhaus Graz. Zuletzt inszenierte er am Schauspiel Hannover „City: der unwahrscheinlichste aller Orte“ von Michal Hvorecky und „Hamlet“ im Stuttgarter Hauptbahnhof. Dem Mainzer Publikum stellte er sich in der Spielzeit 2006 / 2007 mit Arthur Schnitzlers „Reigen“ vor.

Premiere am 14. Februar 2009, Kleines Haus www..staatstheater-mainz.com

Kritik: www.faz.net/s/RubFBF93A39DCA8403FB78B7625AD0646C5/Doc~E0B0DDBA94ADC4D6494D83BFBF4971F56~ATpl~Ecommon~Scontent.html?rss_rhein_main_zeitung