Gesellschaft Freunde der Künste

Nachrichten und Veranstaltungen in unserem Archiv

Veranstaltungsprogramm im Februar 2011

Frankfurter Kunstverein - Ein Künstlergespräch mit Yumi Janairo Roth und eine Performance von Claus Richter

Yumi Janairo Roth wurde in Eugene, Oregon geboren und wuchs in Chicago, Manila sowie einem Vorort von Washington auf. Zur Zeit wohnt sie in Boulder, Colorado und arbeitet als Professor für Skulptur an der Universität von Colorado.

Sie hat ein vielfältiges Werk geschaffen, das sich mit Begriffen wie Immigration, Hybridität und Vertreibung beschäftigt und durch einzelne Objekte und Installationen, die einen unmittelbaren Bezug zum Ort herstellen, ausdrückt. In ihren Projekten, fungieren die Objekte sowohl als „Einheimische" als auch als „Eindringlinge" in einem Umfeld, das gleichzeitig vertraut und unbekannt für seine Benutzer ist.

Ihre Arbeit in Frankfurt setzt an diesem Punkt an. Die Künstlerin wird sich während ihres Aufenthalts im Deutsche Börse Residency Program vor allem mit der asiatischen Bevölkerung Frankfurts auseinandersetzen. Sie untersucht die Schwellen, an denen sich diese Comunnity bewegt und ihre sozialen, kulturellen und ökonomischen Nischen schafft, um schließlich ein facettenreiches Projekt zu entwickeln.

Yumi Janairo Roth hat einen Abschluss in Anthropologie an der Tufts Universität, einen BFA an der School for the Museum of Fine Arts-Boston und einen MFA an der State University of New York-New Paltz. Sie hatte mehrere nationale und internationale Ausstellungen, u.a. im Cuchifritos New York, im Pratt Fine Art Center, Seattle und im Museum of Contemporary Art, Denver.

Dienstag, 1. Februar 2011 | 19.30 Uhr
Künstlergespräch mit Yumi Janairo Roth (Gast im Deutsche Börse Residency Program)

Eintritt frei Ort: Deutsche Börse Residency, Eingang Braubachstr. 33a Das Gespräch ist in Englisch.

Freitag, 4. Februar 2011 | 19 Uhr
„The Dog, that knew too much" von Claus Richter - Performance von Claus Richter

Für „New Frankfurt Internationals" entwickelt Claus Richter eine bizarre Mini-Solo Show, gespielt mit Hundehandpuppen. Die Geschichte dreht sich ganz um die abenteuerlichen, absurden und traurigen Momente, die der gestresste Künstler an einem Arbeitstag erlebt, besonders im Bezug zu Auftraggebern, Kuratoren und Galeristen. Eingefasst ist die Performance in ein aus Pappmaché gebautes Bühnenbild, welches an die flüchtige TV-Entertainment-Industrie erinnert.

Richters bekanntes Muppetshow-Faible, welches auch seine früheren Arbeiten inspirierte, nutzt er geschickt, um spielerisch und phantasievoll Problematiken des Kunstbetriebes aufzuzeigen. Hierbei werden Hierarchien unter den Künstlern oder die eigene Glaubwürdigkeit subversiv pointiert. Beware of the dogs!

Richter (geb. 1971 in Lippstadt) studierte an der Hochschule für Gestaltung, Offenbach a.M. Er lebt und arbeitet in Köln.

Eintritt frei
Ort: MA* (ehemalige Diamantenbörse), Stephanstr. 1-3


Dienstag, 8. Januar 2011 | 19.30 Uhr
Künstlergespräch mit red park

Seit der Gründung 2003 stehen Performances und Live-Art Produktionen im Zentrum der Künstlergruppe red park. Immer wiederkehrende Themen sind dabei Realität und Fake, Ereignis und Simulation, urbaner Alltag und Prozesse der Identitätsformierung.

Im Künstlergespräch stellen red park ihre Arbeiten und Produktionsprozesse vor, für deren Gestaltung sowohl künstlerische Recherchen als auch das Spiel mit experimentellen Dramaturgien und Settings prägend ist.

Dabei soll auch ihr aktuelles Projekt in der Ausstellung „New Frankfurt Internationals" genauer in den Blick genommen werden. Durch das dort eingerichtete Faultiergehege soll jeder zum Mitmachen bzw. Nicht-Mehr-Mitmachen aufgefordert werden: Werde Faultier und verweigere dich dem alltäglichen Beschäftigungszwang!

red park sind: Jule Hillgärtner (geb. 1978) studierte Theater-, Film- und Medienwissenschaft und Kunstpädagogik an der Johann Wolfgang Goethe-Universität, Frankfurt a.M.
Lars Schmid (geb. 1975) studierte Theater-, Film- und Medienwissenschaft an der Johann Wolfgang Goethe-Universität, Frankfurt a.M.
Jörg Thums (geb. 1973) studierte Soziologie und Theater-, Film- und Medienwissenschaft an der Johann Wolfgang Goethe-Universität, Frankfurt a.M.

Eintritt frei
Ort: Frankfurter Kunstverein

Ausstellungen

New Frankfurt Internationals: Stories and Stages
bis 13. Februar 2011

„New Frankfurt Internationals" ist eine Kooperation zwischen dem Frankfurter Kunstverein (FKV), dem MMK Museum für Moderne Kunst Frankfurt am Main und der Staatlichen Hochschule für Bildende Künste - Städelschule.

Das Projekt umfasst eine Ausstellung, eine Performancereihe sowie künstlerische Interventionen in der Rhein-Main-Ausgabe der Frankfurter Allgemeinen Zeitung. „New Frankfurt Internationals" trägt dem großen in der Region vorhandenen künstlerischen Potential Rechnung und präsentiert Künstler, die hier leben und / oder studiert haben und inzwischen zu den „new internationals" im weltweiten Kunstbetrieb gehören.

Das Projekt ist als wiederkehrendes Ausstellungsformat geplant, das ein national und international wahrnehmbares Signal für junge Kunst aus Frankfurt und der Region setzt.

In seiner ersten Ausgabe unter dem Titel „Stories and Stages" fokussiert „New Frankfurt Internationals" auf künstlerische Werke, die sich mit unterschiedlichen Techniken und Formen des Erzählens beschäftigen. Die Medien Film, Fotografie oder Skulptur verwenden die gezeigten Künstler oft als Bühnen, auf denen sie ihre Erzählungen aufführen.

Die im Frankfurter Kunstverein präsentierten Werke sind zumeist auf konkrete Geschichten oder Ereignisse bezogen, die mithilfe von Fragmentierung oder Montage dekonstruiert werden.

Im MMK Zollamt zeigen die Künstler alltägliche Materialien oder Symbole und kombinieren diese miteinander, um auf mögliche Handlungen, Räume oder Zeitverläufe zu verweisen.

Neben der Präsentation von Arbeiten im Frankfurter Kunstverein und im MMK Zollamt ist ein dritter Ort der Ausstellung die Rhein-Main-Zeitung, der Regionalteil der Frankfurter Allgemeinen Zeitung: Während der Projektlaufzeit gestaltet wöchentlich ein Künstler eine Zeitungsseite und beschäftigt sich mit der ihr eigenen dokumentarischen Erzählform.

Bei Performances und künstlerischen Inszenierungen in der Frankfurter Innenstadt können die Besucher des Ausstellungsprojektes zudem eine weitere Facette des Erzählens beobachten.

Teilnehmende Künstler: Katinka Bock, Shannon Bool, Michele Di Menna, Thomas Erdelmeier, Ximena Aburto Felis, Carsten Fock, Dani Gal, Heike Gallmeier, Murray Gaylard, Nathalie Grenzhaeuser, Mauricio Guillén, Janus Hochgesand, Leonard Kahlcke, Daniel Kannenberg, Thomas Kilpper, Dirk Krecker, Maria Loboda, Shane Munro, Marina Naprushkina, Martin Neumaier, Sarah Ortmeyer, Anny und Sibel Öztürk, Mario Pfeifer, red park, Claus Richter, Michael Riedel, Dan Starling, Rebecca Ann Tess, Nina Tobien, Tris Vonna-Michell, Jeronimo Voss, Eva Weingärtner, Adrian Williams, Barbara Wolff, Leo Wörner, Holger Wüst und Naneci Yurdagül.

Lilian Engelmann (FKV), Jonas Leihener (Städelschule) und Bernd Reiß (MMK), Kuratoren des Projekts

Informationen zum Projekt unter: www.newfrankfurtinternationals.de
„New Frankfurt Internationals: Stories and Stages" wird ermöglicht und gefördert durch das Kulturamt Frankfurt am Main und den Kulturfonds Frankfurt RheinMain. Partner des Projekts ist die „Rhein-Main-Zeitung", der Regionalteil der „Frankfurter Allgemeinen Zeitung" (F.A.Z.).


Deutsche Börse Residency Program

Das „Deutsche Börse Residency Program" ist eine Initiative des Frankfurter Kunstvereins, die dank der Unterstützung der Gruppe Deutsche Börse umgesetzt wird. Die Residenz ist an den Kunstverein angeschlossen und bietet ein Appartement als Wohn- und Produktionsstätte für internationale Künstler, Kuratoren und Kunstvermittler.

Die Gäste werden eingeladen oder können sich bewerben, um ein eigenes Projekt umzusetzen. Ziel des Programms ist es den Dialog innerhalb des Kulturbetriebs und über Ländergrenzen hinweg auszubauen.

Im Februar ist die Künstlerin Yumi Janeiro Roth zu Gast in der Residency.


ORT: Frankfurter Kunstverein, Steinernes Haus am Römerberg,
Markt 44, D-60311 Frankfurt.
www.fkv.de, post@fkv.de, Tel. +49.69.219314-0, Fax: +49.69.21314-11
EINTRITT: 6€ regulär, 4€ ermäßigt

Öffnungszeiten während „New Frankfurt Internationals":
Di und Do - So: 10 - 18 Uhr, Mi: 10 - 20 Uhr, Mo geschlossen

Julia Wittwer und Stefanie Spiegelhalder

presse@fkv.de