Los Caprichos, Los Desastres de la Guerra, La Tauromaquia, Los Proverbios. Aus der Sammlung des Morat-Instituts für Kunst und Kunstwissenschaft Freiburg im Breisgau
Goya kommentierte mit einer Mischung aus realistischer Reportage und Fantasievisionen Themen seiner Zeit, um Missstände in der Gesellschaft zu kritisieren. So griff er unerschrocken einen fanatischen, bigotten Klerus oder den Adel in seiner Dekadenz an und schilderte schonungslos die Schrecken und das Elend während der Befreiungskriege der spanischen Bevölkerung. Goyas ausgezeichnete Beobachtungsgabe wird etwa in den meisterhaft komponierten Stierkampfszenen deutlich, die noch 150 Jahre später seinen großen Landsmann Picasso beeinflussten.
Zum einen fasziniert Goyas Ideenreichtum, seine unerschöpfliche Fantasie, die sich in vielfältigen Motiven und Kompositionen darstellt, aber gleichermaßen seine technische Experimentierfreude und künstlerische Modernität, die sich gerade in der Beherrschung der Aquatintatechnik zeigt. Seine geniale künstlerische Gestaltungskraft ist Ursache dafür, dass er zu einem der großen Inspiratoren für die Kunst des 19. und 20. Jahrhunderts wurde und sein Werk noch heute eine unglaubliche Aktualität besitzt. Die Ausstellung zeigt das nahezu vollständige Radierwerk Goyas aus der Sammlung des Morat-Instituts für Kunst und Kunstwissenschaft in Freiburg im Breisgau, einem hinsichtlich Umfang und Qualität einzigartigen Bestand.
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Abbildung
CAPRICHOS, Blatt 10, El Amor y la muerte, Die Liebe und der Tod, 21,5 x 15 cm, Radierung, Aquatinta poliert, Grabstichel, Harris 45/III, Morat-Institut für Kunst und Kunstwissenschaft Freiburg i.Br.

