Gesellschaft Freunde der Künste

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Sonderausstellung in Dresden

folkfuturism - Japan-Pop trifft auf Volkskunst

Japan-Pop und erzgebirgische Volkskunst miteinander zu vereinen, ist nicht das erklärte Hauptziel von Martin Mannigs künstlerischer Arbeit, doch auch dieser Aspekt klingt in seinen Bildern und Zeichnungen an. Mit dem Begriff „folkfuturism“ umschreibt er die Fusion zwischen Traditionellem und Modernem.

Der Titel entstand parallel zur Idee der Zusammenarbeit mit dem Museum für Sächsische Volkskunst, die zum konzeptuellen Ausgangspunkt für die Entstehung der eigens für unsere Ausstellung geschaffenen Installation „Volksrakete“ wurde.

Martin Mannig in Dresden

Martin Mannig (geb. 1974 in Freiberg) studierte von 1999 bis 2004 Malerei und Grafik an der Hochschule für Bildende Künste (HfBK) Dresden, zuletzt als Meisterschüler bei Ralf Kerbach. 2004 wurde er mit dem Caspar-David-Friedrich-Preis ausgezeichnet. 2008 war er für den Otto-Dix-Preis nominiert. Im selben Jahr reiste er erstmals zu einem Arbeitsaufenthalt nach Tokio, ein zweiter folgte 2011. 2014 und 2015 schuf er Bühnen- und Kostümbilder für zwei Theaterproduktionen des tjg. theater junge generation in Dresden. Martin Mannig lebt in Dresden.

Sonderausstellung vom 14. Oktober bis 14. Januar 2018
Städtische Galerie Dresden – Kunstsammlung

Schon während seines Studiums zog es Martin Mannig vor, seine Fähigkeiten der Darstellung von Figuren im Raum an seiner eigenen Sammlung von skurrilen Figuren zu schulen. Sein Motivreservoir speist sich nun, nach einer mehr als dreizehnjährigen Weiterentwicklung seines künstlerischen Konzepts, aus einer bizarren Mischung volkskünstlerischer Artefakte mit Charakteren, die Computerspielen, Horrorfilmen, Manga-Comics oder Kinderbüchern entstammen. Er legt es darauf an, Mehrdeutigkeit zu erzeugen, indem er bekannte Figuren dekonstruiert und so neu zusammenfügt, dass sich deren eingeschriebener Charakter gegen ihre visuelle Erscheinung kehrt. Das Triviale ist für ihn aber auch Mittel, um Brüche und formale Experimente im malerischen Medium sichtbar zu machen.

Ausstellung in Dresden

Die Städtische Galerie Dresden präsentiert die erste museale Überblicksschau  zum Werk von Martin Mannig. In einer komplexen Installation aus Gemälden, Zeichnungen, Filmen und den sie inspirierenden Figuren hat Martin Mannig dafür einen Überblick über Umfang und Struktur seiner künstlerischen Arbeit entwickelt. Die Besucher können die Verflechtung der einzelnen Arbeitsphasen anschaulich nachvollziehen ­– von der Auswahl und Inszenierung der Bildprotagonisten über zeichnerische Studien bis zu malerischen „Bildnissen“ im kleinen sowie „Ansammlungen“ und „Zirkulationsbildern“ im großen Leinwandformat.

Teil der Präsentation ist ein Zusammenspiel zwischen Figuren und anderen Objekten aus Martin Mannigs eigener Sammlung mit Exponaten aus dem Museum für Sächsische Volkskunst der Staatlichen Kunstsammlungen Dresden. Durch seine Beschäftigung mit volkskünstlerischen Arbeitsweisen hat sich Martin Mannig auch ein neues Arbeitsfeld erschlossen: das Nähen. In aktuellen Werken verarbeitet er mit Nadel und Faden Leinwand-Versatzstücke und dreidimensionale Elemente zu einem neuen Bildganzen.

 

Städtische Galerie Dresden

Wilsdruffer Straße 2 (Eingang Landhausstraße)

01067 Dresden

www.galerie-dresde.de