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9 goldene Reiter vergeben

Filmfest Dresden: polnische Regisseurin räumt ab

Mit großer Spannung fand gestern Abend die Preisverleihung des 29. Filmfest Dresden statt: Die Gewinner der diesjährigen Festivalausgabe durften im Kleinen Haus des Staatsschauspiel Dresden ihre Preise für die besten Kurzfilme entgegennehmen.

Insgesamt neun Goldene Reiter und vier Sonderpreise wurden von einer 16-köpfigen Jury vergeben. Gleich mehrere Preise räumte dabei die polnische Regisseurin Renata Gąsiorowska mit ihrem mutigen und originell animierten Film „Cipka“ ab. Im Wettbewerb standen in diesem Jahr 63 Animations- und Kurzspielfilme aus 25 Ländern. Die Preisträger können sich über Preisgelder im Wert von 66.000 Euro freuen.

Alle Preisträgerfilme laufen am Sonntag, den 09. April in drei Programmen im Filmtheater Schauburg und im Programmkino Ost.

Alle Preisträger inklusive Jurybegründung sowie lobende Erwähnungen sind nachfolgend aufgeführt.

Preisträger des 29. FILMFEST DRESDEN

* Preisträger Internationaler Wettbewerb *

- Goldener Reiter Animationsfilm International (7.500 Euro)
vergeben vom FILMFEST DRESDEN und Freundeskreis des FILMFEST DRESDEN

„Cipka“ („Pussy") von Renata Gąsiorowska (Polen, 2016)
Begründung: „Gesellschaftliche Tabus sollten thematisiert und mit einem
Lachen begegnet werden. Dank seines originellen graphischen Stils und
einer anmutig fließenden Animationstechnik, hatte die Jury großen Spaß,
dieser einträchtigen Verbindung einer Frau mit ihrem Körper zu folgen.“

Lobende Erwähnung
„A nyalintás nesze“ („The noise of licking") von Nadja Andrasev (Ungarn, 2016)

- Goldener Reiter Kurzspielfilm International (7.500 Euro)
Gestiftet von der Sächsischen Landesanstalt für privaten Rundfunk und neue Medien (SLM)

„Painting with History in a Room Filled with People with Funny Names 3“
von Korakrit Arunanondchai (Thailand, 2015)
Begründung: „Die Jury ist beeindruckt von der freien und chaotischen Kraft
dieses totalen Kunstwerks, das wir dem ‚expanded cinema’ zuschreiben. Der
mutige Künstler dahinter verschwendet keine Zeit auf Etiketten und
Konventionen. Er hat ein anarchisches Liebesgedicht geschaffen, in dem er
seinen Blick auf die Seiten und Facetten einer komplexen Gesellschaft
richtet.“

- Goldener Reiter der Jugendjury International  (2.000 Euro)
Gestiftet vom Programmkino Ost und dem Medienkulturzentrum Dresden e.V.

„Planemo“ von Veljko Popović (Kroatien, 2016)
Begründung: „Einzigartige Bilder und starke Metaphern lassen den Zuschauer
in die außergewöhnliche Situation des Protagonisten eintauchen. Ein
Schlüsselereignis führt zu schwerwiegenden Veränderungen in der Beziehung
zu seiner Umwelt. Umgesetzt wird diese Situation durch die stimmungsvolle
Komposition aus innovativen 3D Animationen und realen Aufnahmen.“

Lobende Erwähnung
„Empire of Evil" von Harald Hund (Österreich, 2016)

- Goldener Reiter des Publikums International (3.000 Euro)
Gestiftet von der Sächsischen Zeitung

„Home“ von Daniel Mulloy (Kosovo / Großbritannien, 2016)


* Preisträger Nationaler Wettbewerb *

- Goldener Reiter Animationsfilm National (3.000 Euro)
Gestiftet vom QF Quartier an der Frauenkirche GmbH & Co und der Dresden Information GmbH

„Ein Aus Weg“ von Hannah Stragholz und Simon Steinhorst (Deutschland, 2016)
Begründung: „Eine bunte, expressive Animationswelt trifft auf eine Tonspur
aus einem besonderen Alltag. Die Kombination aus Animation und
dokumentarischem Bericht aus dem Gefängnis entfaltet sich zu einer
eindrucksvollen Form, die einem nah und fern zugleich ist. Und
gleichermaßen berührt.“

Lobende Erwähnung
„Wegzaubern" von Betina Kuntzsch (Deutschland, 2015)

- Goldener Reiter Kurzspielfilm National (3.000 Euro)
Gestiftet vom Filmverband Sachsen e.V.

„Ela - Szkice na Pożegnanie“ („Ela - Sketches on a Departure") von Oliver
Adam Kusio (Deutschland, 2017)
Begründung: „Es ist die Geschichte einer Trennung als Neuanfang. Ein Film
über die Sehnsucht zu gehen und die Verantwortung zu bleiben. Die Kamera
sucht genauso nach Antworten wie die Protagonistin. Zärtlich und
eindringlich, im Kleinen und im Großen existentiell. Es ist ein
tiefgründiger Blick in die Zukunft einer Generation. Ein bewegender Film,
der bedeutungsvoll, ist ohne aufdringlich zu sein.“

- Goldener Reiter der Jugendjury National (2.000 Euro)
Gestiftet von der Drewag – Stadtwerke Dresden GmbH

„Un état d´urgence“ („State of Emergency") von Tarek Roehlinger
(Deutschland, 2016)
Begründung: „Mit düsterer und angespannter Atmosphäre zog der Film uns in
eine Welt, in der alltägliches Handeln verdächtig ist und verdächtigt
wird. Durch seine Aktualität und die bestehende Gefahr wirkt es, als
würden Realität und Fiktion miteinander verschwimmen. Unter den
Charakteren entsteht ein Konflikt zwischen Freiheit leben und Freiheit
verteidigen. Gezeichnet durch Anspannung, Misstrauen und Skepsis strahlt
der Film für den Zuschauer eine Intensität aus, die ihn zu einem
fesselnden und unvergesslichen Erlebnis macht.“

- Goldener Reiter des Publikums National (4.000 Euro)
Gestiftet vom Mitteldeutschen Rundfunk (MDR)

„GABI" von Michael Fetter Nathansky (Deutschland, 2017)

- DEFA-Förderpreis Animation (3.000 Euro)
Gestiftet von der DEFA-Stiftung

„zu zahm!" von Rebecca Blöcher (Deutschland, 2017)
Begründung: „Eingesperrt in ihre Rollen. Erwartungshaltungen und
Stereotype werden neu gemischt und entlarvt. Der Film lässt Raum zu
entdecken.“

- Filmförderpreis der Kunstministerin (20.000 Euro)
Gestiftet vom Sächsischen Staatsministerium für Wissenschaft und Kunst

„Prima Noapte“ („First Night") von Andrei Tănase (Deutschland / Rumänien,
2016)
Begründung: „Ein besonderer Moment im Leben eines jungen Mannes. Er hat es
sich anders vorgestellt. In seiner Hilflosigkeit reagiert er über. Der
Regisseur zeigt einfühlsam die Zerbrechlichkeit der männlichen Identität
im Reifungsprozess und wirft beiläufig einen Blick auf ein bestimmtes
soziales Milieu. Ein Film, der authentisch ist im Moment. Ein Film, der
bleibt.“

Preisträger Nationaler und Internationaler Wettbewerb

- Goldener Reiter Filmton (3.000 Euro)
gestiftet von Ballroom Studios GbR

„Eine Villa mit Pinien" Music: Ralf Hildenbeutel, Sound: Michał Krajczok
(Deutschland, 2016)
Begründung: „Die impressionistischen Bilder des Films werden von einer
ganz eigenen Klangsprache ergänzt. Dabei entstehen in ständigem Wechsel
unerwartete aurale Welten, die den überbordenden Filmgemälden eine
bedrohliche Dimension hinzufügen. Als tragendes Element greift die Musik,
einem Protagonisten gleich, in die Geschichte ein und treibt sie
gestaltend voran. Auf höchstem Niveau und mit bemerkenswertem
Erfindungsreichtum schaffen es der Komponist sowie der Tongestalter dieses
Filmes mittels Klang zwischen den verschiedenen Handlungsebenen Brücken zu
schlagen.“

Lobende Erwähnung
„Cipka" von Renata Gąsiorowska (Polen, 2016)


- ARTE Kurzfilmpreis (6.000 Euro)
Gestiftet von ARTE zum Ankauf eines Films

„Cipka" („Pussy") von Renata Gąsiorowska (Polen, 2016)
Begründung: „Dieser kreative kluge Animationsfilm, der sich mutig und
leichtfüßig auf die ersten sexuellen Sehnsüchte bezieht, nimmt uns mit auf
eine überraschende Entdeckungsreise in die tiefsten intimen Momente. Die
Auseinandersetzung mit dem eigenen Geschlecht ist mit so viel Witz und
Charme gezeichnet, dass der Film unwiderstehlich wird. Wir gratulieren der
jungen Regisseurin und freuen uns auf weitere kreative Werke von ihr.“


- Mitteldeutsche Filmnacht 2017

Publikumspreis (2.000 Euro)
Gestiftet von den Filmnächten am Elbufer

„Mich vermisst keiner" von Erik Lemke (Deutschland, 2016)

Partner und Förderer des 29. FILMFEST DRESDEN

Partner: AOK PLUS - Die Gesundheitskasse für Sachsen und Thüringen
Hauptmedienpartner: Sächsische Zeitung
Hauptförderer: Sächsisches Staatsministerium für Wissenschaft und Kunst,
Amt für Kultur und Denkmalschutz der Landeshauptstadt Dresden
Förderer: Die Beauftragte der Bundesregierung für Kultur und Medien,
Creative Europe MEDIA, Kulturstiftung des Freistaates Sachsen,
Mitteldeutsche Medienförderung

Über das FILMFEST DRESDEN

Das 1989 gegründete FILMFEST DRESDEN (http://www.filmfest-dresden.de/)
zählt zu den renommiertesten und höchstdotierten Kurzfilmfestivals in
Europa. Jedes Jahr Mitte April bringt es an sechs Festivaltagen aktuelle
Kurzfilmproduktionen aus Deutschland, Europa und der Welt in die
sächsische Landeshauptstadt und verzeichnet rund 25.000 Besucher, darunter
etwa 550 akkreditierte Fachbesucher. Insgesamt werden Preisgelder im
Gesamtwert von 66.000 Euro in den Sparten nationaler und internationaler
Animations- und Kurzspielfilm sowie vier Sonderpreise verliehen. Darunter
der DEFA-Förderpreis für Animation, der ARTE-Kurzfilmpreis, der „Goldener
Reiter“ Filmton sowie der Filmförderpreis der Sächsischen Staatsministerin
für Wissenschaft und Kunst, dotiert mit 20.000 Euro.

Für das Programm zum Internationalen und Nationalen Wettbewerb werden
jährlich mehr als 2.000 Kurzfilme aus rund 100 Ländern eingereicht.

Neben den Wettbewerben bietet die Festivalwoche ein umfangreiches Angebot
an Sonderprogrammen mit Themen- und Länderschwerpunkten, Retrospektiven,
Jugend- und Kinderfilmen. Seit 2012 ergänzt die Sektion „etc. - events.
trainings. connections“ das filmische Angebot mit Podiumsdiskussionen,
Vorträgen, Workshops, Ausstellungen und Empfängen für die Fachbesucher des
Festivals.

Das FILMFEST DRESDEN wird von der Filmförderungsanstalt (FFA) als
offizielles Referenzfestival gelistet. Es ist Mitglied der AG Kurzfilm -
Bundesverband Deutscher Kurzfilm, der Europäischen Filmakademie (EFA), des
Filmverbands Sachsen e.V. und engagiert sich für das Netzwerk Kultur
Dresden, die WOD – Initiative weltoffenes Dresden und die Kulturloge
Dresden.