Don Pizarro, Gouverneur eines spanischen Staatsgefängnisses, gebärdet sich als gefürchteter Tyrann. Seinen Kritiker Florestan hat er ins Gefängnis werfen lassen und plant, ihn heimlich zu beseitigen. Indessen hat sich Leonore, Florestans Frau, als Mann verkleidet und sucht nach dem geliebten Gemahl. Bis in ein bestimmtes Gefängnis konnte sie eine Spur verfolgen, aber ob der geheimnisvolle Gefangene, der dort versteckt wird, wirklich Florestan ist, vermochte sie noch nicht herauszufinden.
Als "Fidelio" hat sie sich in die Familie des Kerkermeisters Rocco eingeschmuggelt. Sie hilft Rocco bei der Betreuung der Gefangenen, macht sich unentbehrlich, und Roccos Tochter Marzelline ist drauf und dran, ihre Verlobung mit Jaquino zugunsten des hübschen Fidelio aufzukündigen. Leonore nutzt alle Chancen: Sie will unbedingt Roccos Vertrauen erwerben, damit er sie zu dem besonderen Gefangenen mitnimmt. Indessen trifft Pizarro ein, Florestan soll endlich sterben und Rocco soll dabei helfen. Die Zeit drängt, Leonore ist bereit, alles zu wagen, um Florestan zu retten.
Beethovens einzige Oper gehört zum während und nach der französischen Revolution aktuellen Genre der Befreiungsoper, die gegen die Tyrannei, für die Freiheit des Menschen im Sinne der Aufklärung agitierte. Beethoven wollte mit dem Werk sowohl der Schaulust der Wiener als auch den politischen Idealen seiner Zeit gerecht werden, so entstand ein stilistisches Zwitterwerk, das ganz konkret mit Genreszenen in der Art des Singspiels beginnt und mit einem abstrakt verklärenden Schluss fast konzertant endet. Der kraftvolle musikalische Impuls dieses Schlusses preist Zivilcourage gegenüber jeder Tyrannei zu jeder Zeit.
Premiere am 19.3.2010
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