Wir freuen uns an der diesjährigen, fünften Ausgabe des Festivals SAINT GHETTO Musikerinnen und Musiker aus 9 Nationen präsentieren zu können!
Zu den Highlights gehört sicherlich der erste Berner Auftritt der legendären Tuxedomoon aus San Francisco. Die Band erschien 1978 mit dem Underground-Hit ‚No Tears (For The Creatures Of The Night)’ auf der Bildfläche, hatte später unter anderem Originalmusik für eine Choreographie von Maurice Béjart komponiert, und ist nach wie vor in Originalbesetzung aktiv.
Die Wienerin Anja Plaschg alias Soap & Skin ist eine der heissdiskutierten Newcomerinnen der letzten Jahre, wird trotz ihren jungen Jahren mit Ikonen wie Nico oder Diamanda Galas verglichen, und tritt zum ersten Mal mit achtköpfigem Ensemble in der Schweiz auf.
Bereits zum zweiten Mal in der Dampfzentrale spielt das Duo Phantom Ghost, bestehend aus Dirk von Lowtzow, seines Zeichens Sänger der bekannten Hamburger Band Tocotronic, und dem Pianisten/ Multiinstrumentalisten Thies Mynther.
Auch sonst gibt es aussergewöhnliche Auftritte: die von der Presse hochgelobte isländische Cellistin und Komponistin Hildur Gudnadottir, das in der Dampfzentrale gegründete Bern Project mit dem amerikanischen Minimal Music-Urgestein Rhys Chatham und den Bernern Julian Sartorius und Mago Flueck, die spanischen Industrial- und Prä-Techno-Pioniere Esplendor Geometrico oder die von England nach Holland übergesiedelten Pop-Psychedeliker The Legendary Pink Dots.
Den Auftakt zum Festival am 22.11.2012 machen Phantom Ghost (D) / Sven Kacirek (D) / David Maranha & Z'EV (P/USA).
PHANTOM GHOST
Dirk von Lowtzow, Sänger der Hamburger Indie Rock-Institution Tocotronic, und Musiker/Produzent Thies Mynther (Keyboarder bei Stella und Superpunk) trafen sich 1998 das erste Mal, um gemeinsam zu musizieren, damals noch zum angeheiterten Nachspielen von John Cale und Leonard Cohen-Songs.
Schon mit ihren ersten beiden Veröffentlichungen aber entführten Phantom Ghost ihre Hörer in einen gewundenen Irrgarten aus halluzinatorischen Querverweisen und überraschenden Assoziationen, stilistisch irgendwo zwischen Pop und elektronischer Tanzmusik. Ihr drittes Album eröffnete 2006 den Weg zu einer Art elektronischem Folk, einer akustische Spinnerei, einem Flickenteppich aus erfundenen Geschichten und pseudowissenschaftlichem Schabernack. Die Live-Umsetzung dessen war aber bereits eine kammermusikalischen Version in der schlichten Besetzung Gesang und Flügel. Dadurch wurde der Weg geebnet für die viktorianische Pop-Noblesse für die Phantom Ghost heute stehen: Album Nummer 4 war rein akustisch, und auch das kürzlich erschienene fünfte Werk mit dem bezeichnend selbstironischen Titel «Pardon My English» lebt neben vereinzelten Gastauftritten ganz vom Pianospiel und dem eigenwilligen, selten humorfreien Gesang von Lowtzows.
SVEN KACIREK
Der Hamburger Sven Kacirek ist eigentlich Schlagzeuger, kommt aus der Jazz- und Drum’n’Bass-Szene, und hat sich in den letzten Jahren seinen eigenen Weg gebahnt, der in seiner popmusikalischen, manchmal sogar romantischen Annäherung an die Minimal Music deutlich an Hauschka (den «Publikumsliebling» des letztjährigen SAINT GHETTO-Festivals) oder Pascal Comelade erinnert. Sven Kacirek entwickelt seine Musik immer mit den Trommelstöcken in der Hand. Sein Sound besteht aber natürlich aus mehr als nur präsenten Beats - sämtliche Elemente eines Stücks bis hin zur Melodie sind aus kleinen perkussiven Mustern zusammengesetzt. Obwohl er keinerlei elektronisches Instrumentarium einsetzt, klingt das bisweilen so elektronisch, dass die absurd anmutende Bezeichnung Acoustic Electronica gut ausdrückt, was Kacirek’s Soundbild so einzigartig macht. Vor zwei Jahren reiste er durch Kenia um eine Soundbibliothek dort lebender Musiker mit nach Hause zu nehmen und kreierte zusammen mit eigenen Sounds ein Album.
DAVID MARANHA & Z'EV
Z’EV, 1951 als Stefan Joel Weisser in Kalifornien geboren, wurde bekannt mit Aufsehen erregenden, äusserst physischen Perkussions-Performances, bei denen er leere Fässer, Ketten und Metalle aller Art einsetzte - Jahre bevor Einstürzende Neubauten dies taten - und die in krassem Gegensatz standen zu seinem Studium in balinesischem Gamelan und indischer Tala. 1980 spielte er im Vorprogramm von Bauhaus, dann wurde er Perkussionist im Orchester von Glenn Branca und kurz später zu einer der frühesten Ikonen der Industrial Music. Die Liste seiner künstlerischen Partner beschränkt sich jedoch keineswegs auf diese eine Szene sondern umfasst neben Musikern auch KünstlerInnen aus Literatur, Film und Tanz, so zum Beispiel Simone Forti oder die Schweizerin Salome Schneebeli.
Der portugiesische Architekt und Musiker David Maranha - eine Generation jünger als Z’EV – war in den 1980er-Jahren Teil der Band Osso Exotico und kollaborierte live mit Phill Niblock, Carla Bozulich, Arnold Deyblatt, Chris Cutler und Ben Frost. Sein angestammtes Instrument ist die Orgel, mit der er drastische, psychedelische Flächen legt, die als Unterbau für das Perkussions-Arsenal von Z’EV dienen.
Konzert
Fr. 30.- (Festivalpass Fr. 80.-)
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Tagestickets Fr. 30.- / Festivalpass Fr. 80.-
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20:30 Sven Kacirek
21:30 Phantom Ghost
23:00 David Maranha & Z'EV
00:00 DJ Benedikt Sartorius
(Ablauf t.b.c.)
Weitere Termine:
Fr. 23. November 2012
SOAP & SKIN with ENSEMBLE (A)
THE LEGENDARY PINK DOTS (GB/NL)
HILDUR GUDNADOTTIR (IS)
Sa. 24. November 2012
TUXEDOMOON (USA)
RHYS CHATHAM’S BERN PROJECT (USA/CH)
ESPLENDOR GEOMETRICO (E)


Bild 1: Phantom Ghost Quelle: Dampfzentrale Bern
Bild 2: Scen Kacirek Quelle: Dampfzentrale Bern
Bild 3: ZEV Quelle: Dampfzentrale Bern