Vom 27. April bis zum 1. Mai findet auf Schloss Gottorf das Festival Gottorfer Hofmusik statt. Die bislang kaum bekannte Musik der Gottorfer Hofkapellmeister ist in Konzerten an ihrem Ursprungsort auf Schloss Gottorf zu erleben. Der Vorverkauf hat begonnen.
Das Festival ist ein Beitrag Schleswig-Holsteins zur Lutherdekade und zum "Themenjahr 2012: Reformation und Musik" und will die musikgeschichtliche Bedeutung Norddeutschlands neu gewichten. Die Reformation legte einen Grundstein der europäischen Musikkultur; Nordwestdeutschland leistete dabei einen Schlüsselbeitrag.
Blütezeit des Musiklebens auf Gottorf
Nach einer ersten Blüte des Gottorfer Musiklebens um 1600, als u. a. der englische Komponist William Brade auf Schloss Gottorf wirkte, folgte eine zweite Blütezeit unter Herzog Christian Albrecht. Seine Hofkapellmeister schufen zwischen 1665 und 1685 eine neue Kirchenmusik, die Kunstformen der "Bach-Kantate" vorwegnahm.
Hofkapellmeister Augustin Pfleger
Im Mittelpunkt des Festivals 2012 steht das Werk des Gottorfer Hofkapellmeisters Augustin Pfleger. Sein musikalisches Schaffen ist der Ausgangspunkt von musikalischen Entwicklungen, die die gesamte lutherische Kirchenmusik nachhaltig prägten.
Das Programm
- Freitag 27. April, 19.00 Uhr, Schlosskapelle; Orgelkonzert
Das Auftaktkonzert spielt der junge polnische Organist Krzysztof Urbaniak, ein Spezialist für historische Aufführungspraxis und Preisträger internationaler Orgelwettbewerbe. Sein Programm stellt den großen Amsterdamer Organisten Jan Pieterszon Sweelinck und Zeitgenossen aus ganz Europa vor. Man nannte Sweelinck im 18. Jahrhundert den "deutschen Organistenmacher", er übte wesentlichen Einfluss auf die Norddeutsche Orgelschule des 17. Jahrhunderts aus. - Samstag 28. April, 16.30 Uhr, Hirschsaal: EnsembleVoces Berlin
Durchkläre mich, du Silbernacht - Europäische Gesänge von Liebe, Leid und Herzenslust
18.00 Uhr: Empfang im Innenhof
19.00 Uhr, Hirschsaal: Konzert und Festvortrag: Prof. Dr. Konrad Küster, Universität Freiburg: Der Dichter Johann Rist und die Musikkultur des Nordens - Sonntag 29. April, 19.00 Uhr, Hirschsaal: Marais Consort
"William Brade auf Gottorf. Ein muthwilliger, frevelhafftiger Geselle": Das Konzert widmet sich der wichtigsten Komponistenpersönlichkeit der Zeit um 1600: dem jungen Violinisten und Gambisten William Brade. - Montag 30. April, 19.00 Uhr, Hirschsaal und Schlosskapelle: Camerata Englund und Instrumentalensemble Pian’ e forte, Uppsala
Musik an nordeuropäischen Fürstenhöfen: Der Kammerchor Camerata Englund und das Instrumentalensemble Pian’ e forte aus Uppsala präsentieren weltliche und geistliche Musik, die an den großen Höfen Nordeuropas im 16. und 17. Jahrhundert erklang. - Dienstag 1. Mai, 19.00 Uhr, Kapelle: Ensemble Weser-Renaissance Bremen
Die groß besetzten, virtuosen Kantaten und Konzerte des Gottorfer Hofkapellmeisters August Pfleger sind bislang unveröffentlicht und unbekannt – sie wurden für das Konzert aus alten Manuskripten neu ediert. Die Werke bilden einen Meilenstein der Musikgeschichte denn sie stellen den Ausgangspunkt einer Entwicklung dar, die die gesamte lutherische Kirchenmusik nachhaltig prägte.
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