Gesellschaft Freunde der Künste

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Er verbüßte seine Strafe im Gefängnis Glasmoor

Feierstunde zur Benennung des Hans Grahl-Wegs - nach dem von den Nationalsozialisten verfolgten Tenor der Hamburgischen Staatsoper benannt

Seit letztem Jahr hat der Weg durch den Gustav Mahler-Park zwischen dem Cinemaxx-Kino und der Spielbank Hamburg einen Namen: offiziell heißt er jetzt Hans Grahl-Weg. Mit der Namensgebung wird an den großen Wagner-Tenor aus dem Ensemble der Hamburgischen Staatsoper erinnert, der von den Nationalsozialisten wegen homosexueller Kontakte 1937 zu sechs Monaten Haft verurteilt wurde.

Dank des Engagements der Hamburger GAL-Fraktion und der Hamburger Initiative »Gemeinsam gegen das Vergessen« von Ulf Bollmann erinnert jetzt der Weg durch den Park an einen weiteren verfolgten Künstler.

Die Initiative hat es sich zur Aufgabe gemacht, das Schicksal homosexueller NS-Opfer aufzuarbeiten, und hat die Lebenswege zahlreicher Künstler recherchiert, die aufgrund des Paragraphen 175 ihren Arbeitsplatz verloren und verfolgt wurden. Mit einer Feierstunde und einem Empfang in der Hamburgischen Staatsoper erinnert die Initiative nun am 7. Mai 2010 an den Sänger, der der führende Heldentenor des Hamburger Opernhauses seiner Zeit war. 

Hans Grahl wurde 1885 als Sohn eines Opernsängers in Braunschweig geboren. Nach seiner Ausbildung zum Drogist studierte er in Dresden Gesang. 1921 debütierte er am Städtischen Theater Leipzig, weitere Engagements führten ihn nach Weimar und Darmstadt.

1929 sang er erstmals an der Hamburgischen Staatsoper und wurde 1930 Mitglied im Ensemble, wo er dank seines Könnens zum höchstbezahlten Mitglied des Hauses wurde. 1936 wurde er zum Hamburger Kammersänger ernannt. Er sang hier alle großen Wagner-Partien: Erik, Loge, Lohengrin, Siegmund, Stolzing, Tannhäuser, Tristan, Siegfried, Parsifal und auch Rienzi.

Große Erfolge feierte er auch als Florestan (unter der Leitung von Karl Böhm), Don José, Canio, Otello und Radames. 1937 wurde Hans Grahl wegen des Verdachts homosexueller Kontakte verhaftet und wegen fortgesetzten Vergehens gegen den Paragraphen 175 zu sechs Monaten Haft verurteilt.

Er verbüßte seine Strafe im Gefängnis Glasmoor, wo er in der Gärtnerei arbeiten musste. Karl Strohm, damals Intendant der Hamburgischen Staatsoper, und Grahls Ehefrau Claire Falke setzen sich erfolgreich für seine Freilassung ein, eine Reststrafe von 61 Tagen wurde ihm erlassen.

Hans Grahl trat nie wieder an der Hamburgischen Staatsoper auf – 29 verschiedene Partien hatte er hier verkörpert und in 387 Vorstellungen auf der Bühne an der Dammtorstraße gestanden. Er emigrierte nach Tschechien und ging dann nach Breslau. Nach dem Krieg ließ er sich in Berlin nieder, wo er noch einige Male auftrat und als Gesangslehrer arbeite. Am 31. August 1966 starb er mit 71 Jahren in Berlin. 

Feierstunde aus Anlass der Benennung des Hans Grahl-Wegs

Freitag, 7. Mai 2010

15.30 Uhr im Gustav Mahler-Park

Hamburgische Staatsoper GmbH


Bettina Bermbach - Pressesprecherin


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