Er war eine der Säulen der Deutschen Oper am Rhein und zudem ein Objekt der Bildenden Kunst: der Bassist Helmut Fehn. 1958 wurde er vom Berliner Maler Wilhelm Kohlhoff in seiner Rolle als "Boris Godunow" porträtiert.
Fehns Sohn Frank und dessen Ehefrau Silvia übergaben das Gemälde am Montag (24. Januar) als Schenkung an das Theatermuseum der Landeshauptstadt.
Der Bassist Helmut Fehn (geboren 19. Februar 1915 in Buchbach/Oberfranken, gestorben 25. Juni 1993 in Düsseldorf) verbrachte seine Jugendzeit in Bad Reichenhall, Rosenheim und München und begann das Studium der Rechtswissenschaft an der Münchner Universität.
Von 1937 bis 1940 ließ er dann jedoch seine Stimme beim Kammersänger Paul Bender ausbilden und debütierte an der Münchner Staatsoper. 1942 kam er an die Städtischen Bühnen in Düsseldorf und begann als Basilio in "Barbier von Sevilla". Unter Gustaf Gründgens trat er 1947 bis 1951 in dessen seltenen Operninszenierungen auf.
Nach der Gründung der Deutschen Oper am Rhein gehörte er zu den Ensembles von Prof. Herman Juch und Prof. Grischa Barfuss. Auch die Bayreuther Festspiele konnten ihn sehr bald für sich gewinnen. Unter Elmendorff sang er 1942 den "Fafner" in "Rheingold", unter Furtwängler den "Nachtigall" in den "Meistersingern".
Helmut Fehn gastierte darüber hinaus in Dublin, Paris, Neapel, Wien, Amsterdam, Helsinki und Warschau. Der Düsseldorfer Oper blieb er ab 1983 als Ehrenmitglied verbunden.
Die erste Verbindung des Malers Wilhelm Kohlhoff zum Opernsänger Helmut Fehn fällt in das Jahr 1954, als Fehn wieder einmal seine oberfränkische Heimat besuchte. Unter dem Eindruck der Begegnung entstand eine Reihe von opernbezogenen Bildern:
Kohlhoff porträtierte den Freund und späteren Schwager als Philipp in "Don Carlos" (1956), als Fürst Gremin in "Eugen Onegin" (1963). Das große Fehn-Porträt als "Boris Godunow" malte Kohlhoff zehn Jahre nach der Premiere an den Städtischen Bühnen Düsseldorf im Jahre 1958.
Wilhelm Kohlhoff (geboren 6. Mai 1893 in Berlin, gestorben 9. Juli 1971 in Schweinfurt) begann 1909 eine Lehre in der Königlichen Porzellan-Manufaktur Berlin, um dann in die Unterrichtsanstalt des Kunstgewerbemuseums Berlin einzutreten.
1914 wurde erstmals ein Gemälde von ihm auf der Großen Berliner Kunstausstellung ausgestellt. 1916 war er an der 2. Ausstellung der Freien Sezession und an der Juryfreien Kunstschau beteiligt, kehrte jedoch 1917 zur Berliner Sezession zurück.
Berlin sah Kohlhoff in dieser Zeit, gefördert durch seinen Freund Lovis Corinth, im Spannungsfeld zwischen Impressionismus und Expressionismus. Der Große Preußische Staatspreis wurde ihm 1919 für ein Selbstbildnis überreicht, das von der Nationalgalerie in Berlin angekauft wurde.
In den Folgejahren beteiligte er sich an renommierten Ausstellungen der Kestner-Gesellschaft in Hannover und der Mathildenhöhe in Darmstadt. Gemeinsam mit der Berliner Secession wurden seine Arbeiten im Austausch mit dem "Jungen Rheinland" in Düsseldorf gezeigt.
Nach der Machtergreifung der Nationalsozialisten wurden acht Werke Kohlhoffs als "entartet" aus Museen entfernt. Dennoch erhielt er Aufträge für Wandbilder in öffentlichen Bauten. Seine Arbeiten finden sich heute in der Nationalgalerie Berlin, dem Bröhanmuseum, der Berlinischen Galerie, der Kunsthalle Bielefeld und in vielen weiteren Museen und Sammlungen im In- und Ausland.

