Falko Marx (geb. 1940) ist seit vielen Jahren sicherlich der bedeutendste Schmuckkünstler aus Köln; er ist weltweit renommiert und in wichtigen internationalen, öffentlichen wie privaten Sammlungen mit herausragenden Arbeiten vertreten. Das Museum für Angewandte Kunst besitzt drei Arbeiten seiner Hand.
Nach seinem Studium an den Kölner Werkschulen, wo er als Schüler der legendären Kölner Goldschmiedin Elisabeth Treskow tief in die Geschichte der Schmuckkunst, ihrer Techniken und historischen Erscheinungsformen, eingetaucht ist, entwickelt er ein radikal innovatives eigenes Oeuvre. Ohne die Basis des perfekt beherrschten Handwerks zu verlassen und mit den materiellen Mitteln großer Goldschmiedekunst hat er es schon früh vermocht, viele althergebrachten Vorstellungen von Schmuck und Schmücken kreativ zu hinterfragen und zu unterlaufen.
Antike Glyptik und archäologische Fundstücke, aber auch triviale Alltagsgegenstände wie Konservendosendeckel, Puzzleteile oder Wackelbilder werden integriert und auf überraschende Weise künstlerisch verfremdet, vervollständigt oder interpretiert. Im Kreise avantgardistischer Kölner Künstler entwickelt er seit den 60er Jahren eigene Varianten des objet trouvé und der arte povera. In seinen manchmal herausfordernden, oft erzählerischen und bildhaften, nicht selten auch ausladenden und manchmal pseudoreligiösen Arbeiten schafft er bisweilen fetischhafte Kultobjekte, die gleichwohl herausragende Qualitäten als Schmuck besitzen.
Bemerkenswerteste Entwicklung, neben den Dosendeckelbroschen, sind vielleicht seine Wasser-Ringe, in dessen Schalen sich Goldkügelchen, Edelmetallnadeln und Edelsteine, teilweise über darunterliegenden Bildern, frei flottierend bewegen und eine eigene Variante der Kinetik im Schmuck definieren.
Gezeigt wird ein vom Künstler selbst gewählter repräsentativer Querschnitt durch das Lebenswerk mit rund 60 Arbeiten aus allen Schaffensperioden. Parallel zur Ausstellung wird, als erste monographische Publikation überhaupt, ein prächtiger, bibliophiler Bildband über das Schaffen des Künstlers angeboten.
Dauer der Ausstellung bis zum 10.01.2010
Kontakt
Museum für Angewandte Kunst
An der Rechtschule
50667 Köln
Telefon 0221-221-26735
Fax 0221-221-238 85
E-mail mfak@stadt-koeln.de
Öffnungszeiten
Dienstag bis Sonntag 11 - 17 Uhr, jeden ersten Donnerstag im Monat 11 - 22 Uhr (mit Führung um 18 Uhr)
Links
http://www.museenkoeln.de/museum-fuer-angewandte-kunst/default.asp?s=186&tid=85&kontrast=&schrift=

