Das berühmte Bild des deutschen Romantikers Caspar David Friedrich, „Das Eismeer“ („die gescheiterte Hoffnung“) stand am Anfang einer Entwicklung, die den jungen Künstler Gerhard Rießbeck als Landschaftsmaler schließlich bis in die eisigen Regionen der Arktis und Antarktis führte.
Gleich nach Beendigung seines Studiums an der Kunstakademie in Nürnberg, die ihn zum Meisterschüler machte und wo er später auch als Assistent lehrte, erhielt er ein Reisestipendium des Deutschen Akademischen Austauschdienstes für ein Land seiner Wahl, und Rießbeck wählte, seiner Vorliebe für die karge Natur der Polargebiete entsprechend, einen Aufenthalt in der elementaren Natur Islands.
Tief beeindruckt von dieser Landschaft folgten in den nächsten Jahren zahlreiche weitere Reisen nach Norwegen, Grönland und in ähnliche Regionen. Das Erlebnis dieser atemberaubenden Natur, die Rießbeck meist zu Fuß durchwanderte, oder, wie in Grönland, auch mit dem Kajak erkundete, fand seinen künstlerischen Ausdruck in zahlreichen, oft großformatigen Ölbildern, die nach Skizzen im Atelier entstanden.
Die Gelegenheit, auch in die dem Wanderer sonst unzugänglichen Regionen der Arktis und Antarktis zu gelangen, erhielt der Maler durch eine Einladung des Alfred-Wegener-Instituts für Polarforschung: Als „Expeditionsmaler“ auf dem Eisbrecher „Polarstern“ dokumentierte er malerisch zwei wissenschaftliche Expeditionen und durchlebte während der langen Seereisen intensiv die Schönheiten und Schrecken des ewigen Eises.
Im Winter 2009 vertieften sich Rießbecks Eindrücke vom Eis nochmals durch seinen Aufenthalt als „Artist in Residence“ der Nordwestgrönländischen Ortschaft Upernavik. Die Erfahrung der Polarnacht mit ihren subtilen Beleuchtungsverhältnissen fanden ihren künstlerischen Niederschlag in einer Reihe von Nachtbildern, die auch in dieser Ausstellung vertreten sind.
Gerhard Rießbecks Bücher „Einundvierzig Tage in der Grönlandsee“ und „Eistage“, sowie „Der Blick des Forschers“ berichten von diesen starken Erlebnissen und zeigen die Bilder, die er trotz Sturm, Eis und Seekrankheit Tag für Tag an Bord schuf.
Gerhard Rießbecks Gemälde waren in zahlreichen Ausstellungen in Museen und Galerien Deutschlands zu sehen. Wichtige Werke befinden sich unter anderem in der Sammlung des Deutschen Bundestags, Berlin, in der Bayerischen Staatsgemäldesammlung und im „Eismuseum“ des berühmten Bergsteigers Reinhold Messner in Südtirol.
1964 in Lichtenfels/Ofr. Geboren
1986-1987 Studium der Theologie an der Universität Erlangen
1987-1993 Studium der Freien Malerei an der Akademie der Bildenden Künst in Nürnberg bei Professor Werner Knaupp
1991 Ernennung zum Meisterschüler
1992 1.Preis und Ausführung der Emporengestaltung St.Elisabeth
in Hohenberg/Eger
1993 Heirat mit Maximiliane Warrlich
1994 Reisestipendium des Deutschen Akademischen Austauschdienstes
(DAAD) : viermonatiger Aufenthalt in Island
1995 Geburt des Sohnes Kilian
1996-1999 Assistent an der Akademie der Bildenden Künste in Nürnberg
bei Professor Werner Knaupp
1998 Reise nach Grönland
Geburt der Tochter Sophia
1999 Kunstpreis der Nürnberger Nachrichten: Reise in die Sahara
2000 Reise nach Lappland
2001 Projekt „Expeditionsmaler“: sechswöchige Arktisexpedition mit dem
Alfred-Wegener-Institut, Bremerhaven
2002 Reise nach Island
2003 Dozent für Malerei bei der „Thüringischen Sommerakademie“; Reise
nach Norwegen
2004 Sonderpreis des Verlegers der Nürnberger Nachrichten
2005 Projekt „Expeditionsmaler“: elfwöchige Antarktisexpedition mit dem
Alfred-Wegener-Institut, Bremerhaven
2006 Reise nach Island
Glasfenstergestaltung für die Evang. Kirche Weisendorf/Erlangen
2008 Reise nach Kamtschatka
2009 artist in residence in Upernavik, Grönland
www.gerhardriessbeck.de
Galerie Junge Kunst
Karl-Marx-Straße 90, 54290 Trier
0651 / 9 76 38 40
Samstag und Sonntag 14-17 Uhr
sowie nach telefonischer Vereinbarung
Mehr zur Ausstellung: www.junge-kunst-trier.de/aktuell

