«Ja, diese Oper hat keine Zukunft», schrieb Tschaikowski über seinen Eugen Onegin, sie sei jedoch «aus unüberwindlichem inneren Drang geschrieben.» Wenig Handlung, wenige Bühneneffekte würden durch den grossen Reichtum an Poesie, die Lebenswahrheit der Vorgänge und die genialen Verse Puschkins mehr als aufgewogen, aber «sie wird niemals Erfolg haben». Welch grosser Irrtum! Zwischen Verdi und Wagner, zwischen dramatischer und epischer Gestaltung öffnet diese Oper bis heute eine faszinierende, eigenständige musiktheatralische Ausdruckssphäre.
Onegin hat sich gegen die Banalität, Oberflächlichkeit und Langeweile, die er an seiner Umgebung hasst, hinter Ironie und Zynismus gegen jedermann, auch gegenüber Tatjana, verbarrikadiert. Dies macht ihn letztlich zum Gefangenen seiner selbst und tötet sein eigenes Gefühl, seine Menschlichkeit. Leichten Herzens bringt er sich erst um eine grosse Liebe und dann um seinen besten Freund. In schmerzvoller Entwicklung hat Tatjana inzwischen ihren Platz in einer Welt gefunden, aus der sich der früher Begehrte selbst ausgesperrt hat. Der Schluss lässt das einst geistreiche, weltgewandte Objekt gesellschaftlicher Begierde hoffnungs-, gefühl-, ruhe-, ziel- und heimatlos zurück. Das Leben findet nunmehr ohne ihn statt.
Ausgehend vom Lied sind die Partien und Szenen des Werkes geformt. Als Kernstück verbindet Tatjanas berühmte Briefszene intensive psychologische Schilderung heftigster Gefühlsstürme mit schlichter Menschlichkeit. Gerade dadurch wird der Figur der verschmähten Liebenden eine Dimension von schmerzlicher Schönheit und natürlicher Würde verliehen.
Pjotr Iljitsch Tschaikowski
Libretto vom Komponisten und
Konstantin Stepanowitsch Schilowski
Nach dem gleichnamigen Versroman
von Alexander Puschkin
Uraufführung 1879 in Moskau
Besetzung
Musikalische Leitung: Srboljub Dinić
Inszenierung: Yona Kim
Bühne: Ben Baur
Kostüme: Julia Hansen
Chor: Alexander Martin
Choreographie: Bruce McCormick
Larina: Jelena Bodrazic
Tatjana: Tamara Alexeeva
Olga: Natasa Jovic
Filipjewna: Fiorentina Giurca
Eugen Onegin: Robin Adams
Lenski: Peter Wedd
Fürst Gremin: Mischa Schelomianski, Carlos Esquivel
Triquet: Andries Cloete
Hauptmann: Tadeusz Tomaszczuk
Zarezki: Pier Dalas
Vorsänger: Mariusz Chrzanowski
Premiere am 26.2.2010
Weitere Aufführungen bis zum 24.6.2010
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http://de.wikipedia.org/wiki/Eugen_Onegin
http://de.wikipedia.org/wiki/Eugen_Onegin_%28Oper%29
http://de.wikipedia.org/wiki/Pjotr_Iljitsch_Tschaikowski
http://www.musiktheater.8ung.info/musiktheater/onegin/oper.php

